Toronto entdecken: 10 Highlights, die Kanadas größte Stadt so besonders machen

Zwischen Wolkenkratzern und See, Street-Art und Sterneküche, Ruhe und Rhythmus erkennt man schnell, dass Toronto eine Stadt der Gegensätze ist. Hier verschmelzen mehr als 200 Kulturen, die so einzigartig sind wie die Stadt selbst. Zehn Tipps für Kanadas kreative Metropole am Lake Ontario

Blick auf die Skyline von Toronto mit dem ikonischen CN Tower bei Sonnenaufgang © Lucy Binder

Toronto liegt idyllisch am Nordufer des Lake Ontario, einem der fünf größten Seen Nordamerikas. Die Lage am Wasser prägt die Stadt bis heute und das nicht nur klimatisch, sondern auch kulturell. Schon als Toronto Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Namen York gegründet wurde, spielte der See eine zentrale Rolle: als Handelsweg, als Schutz, als Verbindung zur Welt. Auch wenn die größte Stadt Kanadas 1834 in Toronto umbenannt wurde, bleibt die Verbindung zum Namensvetter New York bestehen – zumindest auf der Leinwand. Toronto springt in zahllosen Filmen nämlich für die US-Metropole ein, weil ihre Architektur ähnlich wirkt, die Dreharbeiten hier aber deutlich günstiger und unkomplizierter sind.

Was Sie in Toronto unbedingt erlebt haben sollten, verraten wir jetzt.

blick auf den cn tower bei sonnenaufgang
Zwischen den Hochhäusern von Downtown Toronto glüht der CN Tower im letzten Sonnenlicht © Lucy Binder

1. Roncesvalles Village: Ein Viertel mit gutem Geschmack

Im Westen der Stadt, wo alte Straßenbahnen an viktorianischen Häuserzeilen vorbeirattern, liegt Roncesvalles Village – ein Viertel, das man am besten hungrig erkundet. Zum Beispiel bei einer Food Tour mit Culinary Adventure Co. Hier führt der Weg zu polnischen Bäckereien, in denen Buttergebäck noch nach Kindheit riecht, zu italienischen Deli-Läden mit hausgemachtem Pastrami und zu veganen Cafés mit saisonaler Küche. Roncesvalles war einst ein polnisches Einwandererviertel, weshalb man keinesfalls wieder gehen sollte, ohne ein original Pierogi gegessen zu haben. Wer gerne neues probiert, ist hier genau richtig.

Die Bar Bacan in Roncesvalles Village bringt ein Stück Lateinamerika nach Toronto und ist Teil der Food-Tour © Lucy Binder

2. Der CN Tower: Adrenalin über den Dächern

Er gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Kanadas und sogar der Welt: Mehr als drei Jahrzehnte lang galt der CN Tower als höchstes freistehendes Bauwerk der Erde, bis er 2009 vom Burj Khalifa in Dubai übertroffen wurde. Mit 553 Metern Höhe ist er bis heute eines der imposantesten Bauwerke Nordamerikas und eine echte Filmikone: Von Total Recall bis The Boys diente der Turm immer wieder als Kulisse ganzer Stadtszenen. Vom LookOut-Level auf 346 Metern reicht der Blick bei klarem Wetter sogar bis zu den Niagara-Fällen. Für alle, die den Nervenkitzel suchen, geht es noch höher hinaus: Beim EdgeWalk spazieren Besucher:innen, gesichert an einem Gurt, auf einem schmalen Steg rund um die Turmspitze – ein Adrenalinerlebnis mit Aussichtsgarantie.

Blick über Toronto: Mit mehr als 2.500 Hochhäusern zählt die Stadt zu den vertikalsten Metropolen der Welt © Lucy Binder

3. Ausflug zu den Niagara-Fällen

Nur eineinhalb Stunden von Toronto entfernt stürzen die weltberühmten Niagara-Fälle mit ohrenbetäubender Kraft in die Tiefe. Über 168.000 Kubikmeter Wasser pro Minute, die einen förmlich verschlucken, wenn man sich mit dem Boot nähert. Wer das Naturschauspiel hautnah erleben möchte, steigt an Bord der legendären „Voyage to the Falls“-Tour: In Sekunden steht man im dichten Nebel und wird trotz Regencape klitschnass. Wie gut, dass es während unseres Besuches im September 25 Grad hat und man das Spektakel auch aus dem Inneren des Bootes beobachten kann.

Übrigens liegen die Niagara-Fälle direkt an der Grenze zwischen den USA und Kanada und rund 90 Prozent des Wassers stürzen auf kanadischer Seite hinab. Kein Wunder also, dass der Blick von dort als der spektakulärere gilt. Besonders eindrucksvoll ist die Perspektive aus der Luft: Bei einem Helikopterflug zeigt sich erst das ganze Ausmaß der Naturgewalt. Ein 15-minütiger Rundflug kostet etwa 130 Euro pro Person.

4. Niagara-on-the-Lake: Wo Kanadas edelster Wein entsteht

Wer von Toronto einen Ausflug zu den Niagara-Fällen macht, kann diesen mit einem Abstecher nach Niagara-on-the-Lake verbinden. Die kleine Stadt liegt inmitten einer sanften Hügellandschaft, die zu den bekanntesten Weinregionen Nordamerikas zählt. Das milde Mikroklima zwischen dem Ontariosee und den Niagara Escarpment Hills schafft ideale Bedingungen für Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Noir und Riesling und für eine kanadische Spezialität, die man hier beinahe erfunden hat: den Icewine.

Dieser entsteht, wenn die Trauben bei mindestens – 8 Grad Celsius gefrieren und erst dann gelesen werden. Durch das Konzentrieren des Zuckers entsteht ein seltener, goldener Dessertwein mit Noten von Honig, Pfirsich und kandierter Orange. In der Trius Winery lässt sich dieses Erlebnis perfekt genießen: Bei einer Führung durch die Keller erfährt man, wie Kanadas Winzer:innen mit viel Experimentierfreude den Weinbau neu interpretieren. Danach lädt das Restaurant zum Degustationsmenü ein.

weinkeller mit großen holzfässern und kronleuchter an der decke
Im Weinkeller der Trius Winery reifen einige der besten kanadischen Weine, darunter der preisgekrönte Icewine © Lucy Binder

5. St. Lawrence Market & Old Town

Zurück in Toronto wartet der St. Lawrence Market – die älteste Markthalle der Stadt und bis heute ihr kulinarisches Herz. Schon am frühen Morgen füllt sich die Halle mit Stimmen und Düften aus aller Welt: frisch gebackenes Brot, gerösteter Kaffee, süßes Gebäck.

Bei einer Walking Tour mit Historiker Bruce Bell, der in Toronto fast schon Kultstatus genießt, wird Geschichte lebendig. Bell ist offizieller Historiker des Marktes, Autor und leidenschaftlicher Erzähler. Mit einer Mischung aus Humor, Detailwissen und Theatralik führt er durch die Old Town, erzählt von Händlerfamilien, Schmuggler:innen und vom großen Brand von 1849, der die Stadt fast zerstörte.

Übrigens: In eben diesen Backsteinfassaden der Old Town wurden Szenen für Suits und The Handmaid’s Tale gedreht – nur zwei der Serien, die (wie viele Hollywoodproduktionen) Toronto als Kulisse für New York nutzen.

blick von einer empore auf den food-markt mit vielen verschiedenen stationen
Seit über 200 Jahren versorgt der St. Lawrence Market Toronto mit frischen Produkten und internationalem Streetfood © Lucy Binder

6. Toronto Islands

Ein Geheimtipp für alle, die der Großstadt zwischendurch entfliehen möchten, ohne weit zu fahren: Nur 15 Minuten mit der Fähre trennen Downtown Toronto vom Idyll der Toronto Islands. Wer die erste Fähre am Morgen nach Ward’s Island nimmt, erlebt die Stadt von einer, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz stillen Seite. Mit Blick auf die Skyline und dem Gefühl, plötzlich ganz woanders zu sein.

Auf der autofreien Insel reihen sich kleine Häuschen an üppige Gärten und gemütliche Cafés. Perfekt für ein Picknick mit Aussicht und für das wohl ikonischste Skyline-Foto der Stadt. Wer den typischen Touristenpfaden entgehen möchte, spaziert weiter nach Algonquin Island, den ruhigsten Teil der Inselgruppe. Zwischen den pastellfarbenen Häusern verläuft ein schmaler Holzweg, der direkt zum Algonquin Island Park führt. Von dort aus öffnet sich einer der schönsten – und fast privaten – Blicke auf Downtown Toronto.

Tipp: Im kleinen Island Café auf Ward’s Island gibt es hervorragenden Kaffee und frische Sandwiches – perfekt für den Rückweg. Danach bringt die Fähre Sie in nur 15 Minuten wieder zurück in die Stadt.

blick auf die skyline von toronto von wards islands aus
Nur rund 250 Menschen leben dauerhaft auf den Toronto Islands – die Grundstücke werden per Lotterie vergeben © Lucy Binder

7. Im Kanu durch den Hafen paddeln

Kanufahren in der Großstadt? In Toronto etwas, das Sie unbedingt gemacht haben sollten. Bei der Private Voyageur Canoe Excursion des Harbourfront Canoe & Kayak Centre paddeln Sie in einem traditionellen Großkanu über den Ontariosee. Die Guides erzählen Geschichten der französischen Voyageur:innen, die im 18. Jahrhundert Pelze über die großen Seen transportierten. Wenn am Abend die Sonne zwischen den Hochhäusern versinkt und das Wasser golden schimmert, versteht man, warum die Kanadier:innen eine so tiefe Liebe zu ihrer Natur haben – selbst mitten in der Stadt.

Fun Fact: In Kanada gibt es mehr Seen und Flüsse als in jedem anderen Land der Erde, und fast jede:r Kanadier:in wächst mit einem Paddel in der Hand auf. In Toronto gehört das Kanu deshalb längst zur Stadtkultur.

Mit dem Kanu durch die Kanäle der Toronto Islands nur wenige Minuten von Downtown entfernt © Destination Toronto/ Jonas Merlin

8. Auf zwei Rädern die Stadt erkunden

Toronto lässt sich wunderbar auf zwei Rädern entdecken. Die Pedals & Progress E-Bike Tour führt durch Viertel wie Kensington Market, Chinatown und die kreativen Straßen von Queen West und natürlich durch die ikonische Graffiti-Alley, wo farbenfrohe Murals ganze Häuserwände bedecken. Vielleicht kommt Ihnen die Szene wieder bekannt vor: Auch hier wurden viele Filme und Serien gedreht, weil kaum ein Ort Torontos Energie besser einfängt.

Tipp: Buchen Sie die Tour gleich zu Beginn Ihrer Reise – so bekommen Sie ein Gefühl für die Stadt und ihre unterschiedlichen Viertel. Besonders schön ist die Strecke entlang des Martin Goodman Trail, der direkt am Ufer des Ontariosees verläuft. Das Toronto Cycling Network umfasst mittlerweile mehr als 650 Kilometer an Radwegen, Trails und ausgewiesenen Fahrradstraßen.

straße mit graffiti an der wand mit telefonzelle im vordergrund und fahrradfahrern im hintergrund
Die Graffiti Alley ist ein rund einen Kilometer langer Street-Art-Spot, an dem sich lokale Künstler:innen verwirklichen dürfen © Lucy Binder
blick auf die skyline von toronto mit grüner parkwiese im vordergrund und menschen auf dem fahrrad
Blick auf die Skyline vom Ordnance Triangle Park – eine grüne Oase mitten in der Stadt, beliebt bei Radfahrer:innen © Lucy Binder

9. Kulinarik: Zwischen Streetfood und Michelin

Toronto ist ein kulinarischer Mikrokosmos. Seit 2022 gehört die Stadt offiziell zum Michelin Guide – als damals erste in Kanada. Inzwischen (Stand 2025) finden sich hier 14 Restaurants mit Michelin-Stern und zahlreiche Bib-Gourmand-Auszeichnungen. Besonders gefeiert werden das saisonale Menü im 20 Victoria und die kreative Küche im Edulis, beide mit je einem Stern. Ein großer Anwärter für den nächsten Stern und noch ein Geheimtipp unter Foodies ist das Radici Project. Das kleine Restaurant verbindet auf außergewöhnliche Weise italienische und japanische Küche – eine Idee von Chef Emiliano Del Frate und Managerin Kayo Ito, die hier ihre kulinarischen Wurzeln („radici“) zu einem neuen Geschmackserlebnis verweben. Doch die wahre Seele der Stadt schmeckt man auf der Straße: in Kensington Market, wo karibische und lateinamerikanische Aromen auf vegane Cafés treffen, in den Food-Hallen der Queen West oder bei Pop-up-Dinners in Galerien.

Im Radici Project wird Torontos Fine-Dining-Szene neu definiert © Destination Toronto/ Jonas Merlin

10. Vintage- Shopping in Toronto

Wer in Toronto shoppen geht, entdeckt schnell: Nachhaltigkeit ist hier kein Trend, sondern Haltung. In Vierteln wie Queen West, Kensington Market und Parkdale reiht sich ein Vintage-Store an den nächsten. Bei Courage My Love in Kensington Market beispielsweise, einem echten Kultladen, stapeln sich Kisten voller handbestickter Blusen, 70er-Jahre-Stiefel und Schmuck aus aller Welt. Gleich um die Ecke lockt Bungalow mit kuratierten Designerstücken von Levi’s, Dior, Chanel bis Vivienne Westwood – alles liebevoll aufbereitet und perfekt sortiert. In Queen West wird es etwas modischer: Bei Common Sort finden Sie Secondhand-Designermode und Streetwear, die aussieht wie frisch vom Runway, nur eben nachhaltiger. Und in Parkdale, Torontos lässigem Szeneviertel, stöbern Modefans in Läden wie Public Butter, einem Mix aus Flohmarkt, Kunstgalerie und Fundgrube.

bunte second hand shops in kensington
Der Kensington Market ist Torontos kreativstes Viertel – bekannt für Vintage-Läden, Street-Art und multikulturelles Flair © Lucy Binder

Toronto: Die wichtigsten Fragen beantwortet

Wann ist die beste Reisezeit?

Zwischen Mai und September zeigt sich Toronto von seiner schönsten Seite: angenehm warm, viele Festivals, Open-Air-Konzerte und Street-Markets.

Wie ist das Klima?

Im Sommer liegen die Temperaturen meist zwischen 25 und 30 °C, im Winter kann es unter – 10 °C fallen. Frühling und Herbst sind milder und oft besonders fotogen. Überraschend ist die Tatsache, dass in Toronto eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Der Ontariosee wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, die im Sommer warme, feuchte Luft in die Stadt trägt und im Winter für dichten Nebel und glitzernde Eisschichten sorgt.

Wie komme ich hin?

Direktflüge gibt es ab Frankfurt, München und Zürich (Flugdauer rund 8 Stunden). Air Canada, Lufthansa und Condor fliegen regelmäßig nach Toronto Pearson International.

Wie lange sollte man bleiben?

Mindestens 5 bis 7 Tage, um Stadt, Inseln, Märkte und die Niagarafälle in Ruhe zu erleben.

Brauche ich ein Visum?

Für deutsche Staatsbürger:innen genügt eine eTA (Electronic Travel Authorization), die online beantragt wird. Am besten schon einige Wochen vorher drum kümmern, denn der Antrag muss genehmigt werden.

Wo übernachtet man am schönsten?

Wer in Toronto zentral, modern und gleichzeitig entspannt wohnen möchte, ist im Shangri-La Toronto genau richtig. Das 5-Sterne-Hotel liegt zwischen Downtown und dem Entertainment District. Perfekt, um sowohl die Theater, Galerien und Restaurants entlang der Queen Street als auch den CN Tower oder das Seeufer bequem zu Fuß zu erreichen. Das Hotel verbindet asiatische Gastfreundschaft mit urbanem Understatement: hohe Decken, zeitgenössische Kunst an den Wänden, der Duft von Zedernholz in der Lobby. Viele Zimmer bieten Panoramafenster mit Blick auf die Skyline oder den Ontariosee, und dank der großzügigen Grundrisse fühlt sich jedes Zimmer eher wie ein modernes Apartment als ein Hotel an. Besonders schön ist der Indoor-Pool mit großen Glasfronten, in dem man im Winter schwimmt, während draußen Schnee fällt. Wer es ruhiger mag, findet im hauseigenen Hammam eine Oase mitten in der Stadt. Und am Abend lohnt ein Drink in der Lobby Lounge, wo es jeden Abend live Musik gibt.

Stay In Touch

Be the first to know about new arrivals and promotions