Harriet Herbig Matten und Runa Greiner über „Maxton Hall“ Staffel 2 und ihre besondere Freundschaft

Mit der Prime-Video-Serie „Maxton Hall“ wurden Harriet Herbig-Matten und Runa Greiner über Nacht weltberühmt. Marie Claire hat die Serienschwestern zum Interview getroffen.

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Runa Greiner und Harriet Herbig-Matten spielen in "Maxton Hall" das Schwesternpaar Ember und Ruby Bell. Bild: Stephan Rabold

Harriet Herbig-Matten und Runa Greiner im Marie Claire Interview

Mit „Maxton Hall“ – einer Verfilmung von Mona Kastens Save-Romantrilogie – ist Prime Video eine echte Sensation gelungen: Bei ihrem Start im Mai 2024 hat die deutsche Jugendserie den Streaming-Rekord für internationale Eigenproduktionen geknackt. „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns” schaffte es in über 120 Ländern auf Platz 1 der Prime-Video-Charts und ist damit die meistgesehene nicht-amerikanische Serie des Streamingdienstes.

Für die jungen Stars der Serie, Damian Hardung (27) und Harriet Herbig-Matten (22), bedeutete das weltweite Berühmtheit über Nacht. Matten, die die weibliche Hauptrolle als Newcomerin ergatterte, kann auf ihren Social Media Kanälen seit Veröffentlichung der Serie sogar ein Wachstum von 3900 Prozent verzeichnen, wie Prime Video mitteilt.

Zum Start der zweiten Staffel hat Marie Claire sie und ihre Serienschwester Runa Greiner zum Interview getroffen.

Prime-Video-Serie „Maxton Hall“: Darum geht es

Die Buchverfilmung „Maxton Hall“ spielt an einem exklusiven englischen Gymnasium, an dem sich Kinder der Oberschicht auf die unausweichliche Führung des Familienunternehmens vorbereiten. Als die ehrgeizige Ruby Bell (Harriet Herbig-Matten) ein Stipendium für die Schule erhält, scheint ihr Traum von einem Studienplatz in Oxford zum Greifen nah. Doch dann geraten sie und ihr Klassenkamerad James Beaufort (Damian Hardung) sich in die Haare – und plötzlich verliert das zielstrebige Mädchen ihre verbissene Contenance im Gefühlschaos.

Vor der Kamera geht es also in erster Linie um die Enemies-to-Lovers-Romanze von Ruby und James. Und auch hinter der Kamera spekulieren Fans ganz gerne, ob die Stars von „Maxton Hall“ vielleicht mehr als nur ein gutes kollegiales Verhältnis pflegen (nach eigener und sehr deutlicher Aussage tun sie das nicht). Eine echte Liebesgeschichte hat die Prime-Video-Sensation aber schon geschrieben: Harriet Herbig-Matten und Runa Greiner, die in der Serie Schwestern spielen, sind durch die Dreharbeiten richtig gute Freundinnen geworden. Wie bereichernd diese Beziehung für die beiden jungen Schauspielerinnen ist, konnte Marie Claire beim Interview zu „Maxton Hall“ Staffel 2 selbst sehen.

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Am Gymnasium Maxton Hall wird die Elite von Morgen ausgebildet. Bild: Stephan Rabold

„Maxton Hall“ Staffel 2: So geht es für Ruby und Ember weiter

Marie Claire: „Maxton Hall“ rückt die inneren Kämpfe von Jugendlichen in den Fokus. Welche Jugendserien hatten oder haben Sie als Zuschauerin im Griff?

Harriet Herbig-Matten: Ich fand „Normal People“ wahnsinnig toll! Ich schaue Serien normalerweise gerne mehrmals, aber ich glaube bei der schaffe ich das nicht, weil sie mich emotional so zerrissen hat.

Runa Greiner: Spannend, ich habe letztens gedacht, vielleicht sollte ich die nochmal schauen.

Harriet: Wir könnten sie zusammen schauen!

Runa: Ja! Als ich Teenagerin war, gab es eine Serie, die kam aus England – „Skins“, hieß die. Irgendwie war die etwas rockiger und edgier und ich fand das damals ziemlich cool unter all den romantischen Komödien über Teenager mal etwas düstereres zu sehen.

Marie Claire: Was hat Sie an der Entwicklung Ihrer Figuren in Staffel 2 am meisten berührt? Was war das Knifflige daran?

Runa Greiner: Ich hatte Freude daran, von Ember neue und andere Emotionen zeigen zu dürfen. Knifflig war es für mich gar nicht, denn die meisten meiner Szenen sind mit Harriet. Und Harriets Schwester zu spielen, fällt mir leicht.

Harriet: Ruby macht in „Maxton Hall“ Staffel 2 eine starke Entwicklung durch. Gleich zu Beginn sehen wir sie von an einer ganz anderen Seite, weil sie durch ihren Herzschmerz das erste Mal außer Kontrolle gerät und nicht perfekt funktioniert – was sehr untypisch für sie ist. Das zu verkörpern, war sehr spannend, zumal es dann im Verlauf der Staffel darum geht, wie sie wieder auf ihren Weg zurückfindet und ihre Ziele weiter verfolgt. Und dann ist da natürlich noch James, dem gegenüber sie wirklich Grenzen setzt. Ich finde es sehr stark und sehr reif von ihr, dass sie ihn erst einmal  gehen lässt und ihn bittet, sich Hilfe zu holen.

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Rubys Schwester Ember (Runa Greiner) bekommt in „Maxton Hall“ Staffel 2 mehr Sendezeit. Bild: Gordon Muehle

Toxische Liebe darf nicht verherrlicht werden

Marie Claire: Apropos: Wieso glauben Sie, haben ungesunde Beziehungsdynamiken immer noch Konjunktur?

Harriet: Vielleicht reizt es Menschen, Figuren dabei zu zusehen, wie sie füreinander kämpfen. Die verhindern wollen, etwas zu verlieren, was ihnen sehr wichtig ist. Aber ich denke, dass es uns in Staffel 2 von „Maxton Hall“ gelungen ist, zu zeigen, dass das nicht in toxischem Verhalten ufern muss. Filme und Serien haben ja auch eine Bildungsfunktion und wir müssen auf jeden Fall davon loskommen, ungesunde Beziehungsdynamiken zu romantisieren.

Runa: Gleichzeitig sind Filme und Serien ja auch eine Flucht aus dem Alltag. Ich denke, dass sich Menschen nach Aufregung und großen Gefühlen sehnen, die sie in ihrem Alltag nicht erleben. Wir schauen uns ja auch gerne Action-Filme an, weil unser eigenes Leben oft nicht so actionreich ist, wie das von Superheld:innen. Vielleicht wirkt eine gesunde, alltägliche Liebe einfach nicht so aufregend, wie die toxische Liebe, die wir in vielen Filmen und Serien gezeigt bekommen. Allerdings wird die Aufregung, die man in toxischen Beziehungen verspürt, oft missverstanden. Ich glaube nämlich nicht, dass das Schmetterlinge im Bauch sind, sondern eigentlich Angstgefühle. Deshalb müssen wir davon wegkommen, dass wir so etwas verherrlichen. Ich persönlich fände es total spannend mal ein Paar zu sehen, was eine ganz normale und ganz gesunde Beziehung führt – eines, mit dem man einfach gemeinsam glücklich sein kann.

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Zanken sich, bis sie sich lieben: Ruby Bell (Harriet Herbig-Matten) und James Beaufort (Damian Hardung). Bild: Stephan Rabold

Die Maxton-Hall-Schauspielerinnen über ihre Erfahrung mit Ausgrenzung

Marie Claire: Als Stipendiatin ist Ruby am elitären College Maxton Hall zunächst eine Außenseiterin. Waren Sie in Ihrem Leben schon einmal Außenseiterin? Was hat Ihnen durch diese Zeit geholfen?

Runa: Ich glaube es ist völlig normal sich unsicher zu fühlen, wenn man in eine neue Gruppe kommt, auch als erwachsener Mensch. Aber es fühlt sich schlimmer an, wenn man jung ist und noch nicht genau weiß, wer man sein möchte und was man wert ist. Was dabei hilft, ist, sich selbst zu respektieren; sich zu sagen: Es ist in Ordnung nicht von allen gemocht zu werden. Und: „Wenn ihr mich nicht wollt, finde ich schon meine Leute.“

Harriet: Ich muss gestehen, dass ich mich bezüglich Freundschaften schon früh ganz gut abgrenzen konnte. Wenn ich das Gefühl hatte, jemand mag mich nicht, war das kein großes Problem für mich  – mir ist bewusst, dass diese Fähigkeit ein sehr großes Geschenk ist. Aber ich lerne auf jeden Fall nie aus, wenn es darum geht, für mich einzustehen und Menschen, die nicht gut für mich sind, loszulassen.

Marie Claire: Sie beide haben die „Maxton Hall“-Reise gemeinsam angetreten und einander dadurch besser kennen gelernt. Was bewundern Sie aneinander?

Runa: Für mich ist es ein großes Geschenk, dass wir diesen Riesentrubel zusammen mitmachen. Dass wir miteinander zu 100 Prozent wir selbst sein können und nichts verstecken müssen – und wir sind auch wirklich manchmal bescheuert, wenn wir Zeit zusammen verbringen. Würde man uns dabei beobachten, wie wir zuhause sind, würde sich das öffentliche Bild über uns glaube ich stark verändern.

Harriet: Man selbst zu sein, bedeutet ja auch, einander Makel und Fehler zuzugestehen. Aber auch, dass man an sich arbeitet und bereit ist, sich zu verändern, wenn man merkt, dass man den Mitmenschen mit etwas verletzt. Man will dem anderen schließlich ein guter Begleiter sein.

Runa: Und es bedeutet, Verantwortung für sich selbst und für die andere Person zu übernehmen. Sich dabei anzufeuern, ein besserer Mensch zu werden. Eine Freundschaft ist ja auch eine Art von Beziehung.

Marie Claire: Wie sehr analysieren Sie, wie Sie in den sozialen Medien wahrgenommen werden? Schauen Sie heimlich TikTok Edits von Runa oder Harriet, Ember oder Ruby?

Runa: Harriet kann sich glaube ich besser davon distanzieren als ich. Es gibt auf jeden Fall Momente, in denen ich es mir nicht verkneifen kann, Kommentare zu lesen. Was mir aber dabei hilft, mit negativen Kommentaren klarzukommen: Harriet und ich haben eine Rubrik eingeführt – „Die bodenlosesten Kommentare“ – und schicken uns hin und wieder Screenshots von Kommentaren, die so doof sind, dass sie schon wieder witzig sind. Wenn man sich über Menschen lustig macht, die sich über einen lustig machen, nimmt das dem Ganzen das Gewicht. Gleichzeitig freut man sich natürlich, wenn man Fan-Edits von sich sieht und feststellt, dass sich Leute über einen freuen – das ist Balsam für die Seele.

Damian Hardung und Harriet Herbig-Matten in "Maxton Hall"

„Maxton Hall“ ist die meistgesehene nicht-amerikanische Serie des Streamingdienstes Prime Video. 

Was bringt die Zukunft für Ruby und Ember?

Marie Claire: Wie beeinflusst der Erfolg von „Maxton Hall Ihre zukünftigen beruflichen Entscheidungen?

Harriet: Für mich war nach dem Dreh von Staffel 2 klar, dass mein nächstes Projekt ein Kontrast werden soll. Anfang des Jahres habe ich deshalb den Western „Schwarzes Gold“ für die ARD gedreht. Ich wollte mal von Ruby loskommen und der Welt zeigen, dass ich auch andere Rollen spielen kann. Am Ende kommt es mir aber nicht auf das Genre an, sondern auf den Charakter der Figur. Ich will so viele unterschiedliche Rollen spielen, wie möglich – egal ob das Projekt nun eine Liebesgeschichte ist, oder nicht.

Runa: Mir geht es ähnlich, Diversität ist mir bei der Auswahl meiner Rollen sehr wichtig. Parallel zu „Maxton Hall“ ist die Serie „Die Kaiserin“ erschienen, in der ich ebenfalls mitspiele und das war eine sehr schöne Abwechslung. Ich kann mir gut vorstellen, weiter Liebesgeschichten zu spielen. Allerdings muss ich gestehen: Ich bin jetzt 29 und ich glaube Ember war die letzte Jugendliche, die ich spielen werde. Ich bin mit der Schule fertig.

Marie Claire: Die dritte Staffel von „Maxton Hall“ ist bereits angekündigt. Was wünschen Sie Ihren Figuren Ruby und Ember für die Zukunft?

Harriet: Wir haben Ruby als sehr zielstrebig kennengelernt – ihr großer Traum ist es, in Oxford zu studieren. Ich wünsche mir daher, dass sie diesen Traum weiter verfolgt und sich nicht von einem Mann aus der Bahn werfen lässt.

Runa: Dass Ember sich selbst treu bleibt und nicht unter Wert verkauft oder für jemanden verbiegt – sei es aus Liebe oder Empathie.

Wann startet "Maxton Hall" Staffel 2?

Die ersten drei Folgen von „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ Staffel 2 gibt es ab 7. November 2025 bei Prime Video zu sehen. Danach erscheint immer eine Folge pro Woche bis zum Staffelfinale am 28. November.

Am 7. November starten die neuen Folgen von „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ bei Prime Video. 

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