Marie Claire: Als Stipendiatin ist Ruby am elitären College Maxton Hall zunächst eine Außenseiterin. Waren Sie in Ihrem Leben schon einmal Außenseiterin? Was hat Ihnen durch diese Zeit geholfen?
Runa: Ich glaube es ist völlig normal sich unsicher zu fühlen, wenn man in eine neue Gruppe kommt, auch als erwachsener Mensch. Aber es fühlt sich schlimmer an, wenn man jung ist und noch nicht genau weiß, wer man sein möchte und was man wert ist. Was dabei hilft, ist, sich selbst zu respektieren; sich zu sagen: Es ist in Ordnung nicht von allen gemocht zu werden. Und: „Wenn ihr mich nicht wollt, finde ich schon meine Leute.“
Harriet: Ich muss gestehen, dass ich mich bezüglich Freundschaften schon früh ganz gut abgrenzen konnte. Wenn ich das Gefühl hatte, jemand mag mich nicht, war das kein großes Problem für mich – mir ist bewusst, dass diese Fähigkeit ein sehr großes Geschenk ist. Aber ich lerne auf jeden Fall nie aus, wenn es darum geht, für mich einzustehen und Menschen, die nicht gut für mich sind, loszulassen.
Marie Claire: Sie beide haben die „Maxton Hall“-Reise gemeinsam angetreten und einander dadurch besser kennen gelernt. Was bewundern Sie aneinander?
Runa: Für mich ist es ein großes Geschenk, dass wir diesen Riesentrubel zusammen mitmachen. Dass wir miteinander zu 100 Prozent wir selbst sein können und nichts verstecken müssen – und wir sind auch wirklich manchmal bescheuert, wenn wir Zeit zusammen verbringen. Würde man uns dabei beobachten, wie wir zuhause sind, würde sich das öffentliche Bild über uns glaube ich stark verändern.
Harriet: Man selbst zu sein, bedeutet ja auch, einander Makel und Fehler zuzugestehen. Aber auch, dass man an sich arbeitet und bereit ist, sich zu verändern, wenn man merkt, dass man den Mitmenschen mit etwas verletzt. Man will dem anderen schließlich ein guter Begleiter sein.
Runa: Und es bedeutet, Verantwortung für sich selbst und für die andere Person zu übernehmen. Sich dabei anzufeuern, ein besserer Mensch zu werden. Eine Freundschaft ist ja auch eine Art von Beziehung.
Marie Claire: Wie sehr analysieren Sie, wie Sie in den sozialen Medien wahrgenommen werden? Schauen Sie heimlich TikTok Edits von Runa oder Harriet, Ember oder Ruby?
Runa: Harriet kann sich glaube ich besser davon distanzieren als ich. Es gibt auf jeden Fall Momente, in denen ich es mir nicht verkneifen kann, Kommentare zu lesen. Was mir aber dabei hilft, mit negativen Kommentaren klarzukommen: Harriet und ich haben eine Rubrik eingeführt – „Die bodenlosesten Kommentare“ – und schicken uns hin und wieder Screenshots von Kommentaren, die so doof sind, dass sie schon wieder witzig sind. Wenn man sich über Menschen lustig macht, die sich über einen lustig machen, nimmt das dem Ganzen das Gewicht. Gleichzeitig freut man sich natürlich, wenn man Fan-Edits von sich sieht und feststellt, dass sich Leute über einen freuen – das ist Balsam für die Seele.