London Fashion Week Frühling/Sommer 2026: Hier kommen die modischen Highlights

Unter neuer Leitung erlebte die London Fashion Week bei den Präsentationen der Frühjahr/Sommer 2026 Kollektionen mehr Shows, frische Talente und ein großes Comeback. H&M feierte ein spektakuläres Runway-Revival, während Burberry, Richard Quinn, Simone Rocha, Dilara Fındıkoğlu und weitere Labels zwischen opulentem Glamour und edgy Coolness modische Highlights setzten.

Tove präsentierte auf der London Fashion Week die neue Kollektion für Frühjahr/Sommer 2026. Foto: launchmetrics.com/spotlight
Tove präsentierte auf der London Fashion Week die neue Kollektion für Frühjahr/Sommer 2026. Foto: launchmetrics.com/spotlight

London: Der zweite Stopp im Fashion Month

Traditionsgemäß geht es während des Fashion Months der Big Four als erstes nach New York, bevor das internationale Modepublikum in London landet. Dieser Stopp gilt als besonders edgy und experimentell, aber die Londoner Designer:innen zeigen in dieser Saison einmal mehr: Auch sie können mühelose Eleganz und luxuriöses Handwerk und stehen damit ihren großen Schwestern Mailand und Paris in nichts nach.

Das passierte auf der London Fashion Week Frühling/Sommer 2026

Mit Laura Weir als neue CEO des British Fashion Council weht frischer Wind durch die London Fashion Week. Die ehemalige Chefredakteurin des Londoner Evening Standard Magazines schaffte die Teilnahmegebühren ab und stockte Stipendien und Fördermittel für junge Labels auf. Mit spürbarem Effekt: 18 Prozent mehr offizielle Schauen und zahlreiche neue Gesichter.

Aber damit nicht genug. Die London Fashion Week startete mit einem spektakulären Comeback: Zum ersten Mal seit sieben Jahren zeigte H&M eine offizielle Runway-Show. Rund 700 Gäst:innen, darunter Stars wie Gabbriette, Emily Ratajkowski, Central Cee und Little Simz, verfolgten die Show. Wie bereits COS auf der New York Fashion Week, präsentierte auch das skandinavische Label die aktuelle Herbst/Winter 2025 Kollektion. Unterstützt wurden sie dabei von Models wie Lila Moss, Iris Law, Alex Consani, Amelia Gray, Paloma Elsesser und Romeo Beckham, der sein Catwalk-Debüt feierte.

Es folgten die großen Namen der britischen Modewoche wie Chopova Lowena, Tove, Simone Rocha, Emilia Wickstead, Roksanda, Dilara Fındıkoğlu, Erdem und Burberry. Jonathan Anderson verzichtete in dieser Saison auf eine Laufsteg-Präsentation seiner gleichnamigen Brand.

H&M präsentierte seine HW25 Kollektion in London

H&M präsentierte Pieces aus den aktuellen Herbst/Winter 2025 Kollektionen auf der London Fashion Week. Fotos: Courtesy of H&M

Was im kommenden Frühling und Sommer getragen wird

Das waren die Highlights der Frühling/Sommer 2026 Kollektionen der London Fashion Week:

Burberry

Wenn es nach Burberry geht, ist die Festivalsaison noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil: Sie geht im Frühjahr 2026 erst richtig los. Dafür verknüpft Designer Daniel Lee Großbritanniens Festivalkultur mit dem Erbe des Hauses und verleiht dem Traditionslabel so frischen Schwung. Mit den erschwinglicheren „Scarf Bars“ hatte Burberry nach schwierigen Zeiten bereits zuletzt neue Kundschaft gewonnen. Klar ist: Die Festivalgarderobe für 2026 steht. Dazu gehören Trenchcoats mit feinem Makramé. Blumenprints, schmale Schals, Mini-Häkelkleider, Lederjacken, karierte Outerwear und reichlich Fransen.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Simone Rocha

Inspiration fand Simone Rocha für ihre Frühjahr/Sommer 2026 Kollektion unter anderem in Justine Kurlands Fotoserie „Girl Pictures“. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1997 und 2002 und erzählen von ausgerissenen Teenagerinnen, junge Frauen, die am Rande von Städten eigene Gemeinschaften gründen. Es geht um das Teenagersein und Erwachsenwerden, um Unsicherheiten und Selbstfindung. Die irische Designerin beschreibt ihre Kollektion als „unzufriedene Debütantinnen. Eine junge Frau, die die Kleidung ihrer Mutter tragen muss.“ Das zeigt sich in erwachsenen Satin-Abendkleidern genauso wie in überraschend widersprüchlichen Styling-Kombinationen. Und so treffen florale Jacquard-Anzüge und Reifröcke auf Seidenorganza oder sichtbare Lingerie auf transparente Plastikumhänge.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Patrick McDowell

Seine erste Kollektion seit dem Gewinn des renommierten Queen Elizabeth II Award for British Design widmete Patrick McDowell seiner verstorbenen Großmutter. Auf ihrer Nähmaschine lernte er einst sein Handwerk, das nun als Hommage in klaren Silhouetten im Stil der 40er- und 50er-Jahre (die Zeit ihrer Jugend und Hochzeit), taillierten Schnitten und üppigem Tüll auflebt. Zarte Rosenprints zieren transparente Capes, strukturierte Mäntel und Anzüge unterstreichen präzises Tailoring und fließende Schnitte eine zeitlose Weiblichkeit. Nachhaltiger Luxus zeigt sich in den Accessoires: Die mit Aspinal of London kreierten Taschen mit juwelenbesetzten Rosen sind vollständig rückverfolgbar.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Talia Byre

Auch Talia Byre ehrt das Familienerbe. „Mein Großonkel besaß von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre das Label Lucinda Byres in Liverpool, und ich wollte diese Tradition mit Talia Byre weiterführen, indem ich die Frauen von heute einkleide“, erzählt die Jungdesignerin. Was diese trägt? Gestreifte Oberteile, voluminöse Rüschen-Schultern, fließende Röcke und enganliegende Leggings. Das Key-Accessoire: Individuell gestaltete UGG-Modelle, darunter die Zora Ballet Flat, die Classic Esmee Lace-Up Boot, die Classic Esmee Boot und die Esmee Clog aus der aktuellen Herbst/Winter Kollektion der in Südkalifornien beheimateten Brand.

Fotos: Ben Broomfield

Dilara Fındıkoğlu

2017 präsentierte die türkische Designerin Dilara Fındıkoğlu zum ersten Mal auf der London Fashion Week. Heute gilt sie mit ihren detailreichen, von Punk geprägten Couture-Looks als fester Kultname der britischen Modewoche. Für Frühjahr/Sommer 2026 wagte sie jedoch einen neuen Ansatz. Eine hellere Farbpalette, Rüschenmanschetten und Babydollkleider verliehen der Kollektion eine ungewohnte Verspieltheit. Ihr Ziel? Gegensätze deutlicher herauszuarbeiten. Ihre unverwechselbare Handschrift blieb dabei unangetastet: dekonstruierte Silhouetten, schwarze Materialien, Latex, Nieten und extravaganter Kopfschmuck ergänzten die neuen Akzente.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Mithridate

Daniel Fletcher beschreibt seine zweite Kollektion für Mithridate selbst als eine Mischung aus „städtischem Partyflair der 1980er Jahre und britischem Sporterbe“. Und so verschmolzen Stadt- und Landästhetik vor der Kulisse Royal Opera House zu Klängen von Stevie Nicks‘ „Edge of Seventeen“. Funktioniert wie? Durch bewusste Kombination von scharfem Tailoring, Sportshirts, Ballonröcken, Pailletten-Microshorts und Bomberjacken. Gestreifte Hemden, Socken zu Loafern und Pullover über den Schultern setzen einen weiteren Preppy Akzent, während glitzernde Pailletten die Londoner Partyszene der Achtziger zitieren und Caps die sportliche Note verstärken.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Tove

Camille Perry und Holly Wright lernten sich in ihren Positionen als Design- und Einkaufschefinnen bei der britischen Brand Topshop kennen. 2019 gründeten sie dann Tove als Label für stilbewusste Frauen. Mit zusammen 35 Jahren Branchenerfahrung verbinden sie hier zeitlose Eleganz mit nachhaltigem Ethos. Für Frühjahr/Sommer 2026 präsentieren sie auf der London Fashion Week vielmehr selbstbewusste Femininität: kobaltblaue Statements, zarte Dekonstruktion maskuliner Schnitte, taillierte Drapierungen und Krokoprägungen in Creme und Himmelblau. Eine Kooperation mit Pandora feiert außerdem Neurodiversität. Die Models trugen Schmuck der „Talisman“-Kollektion als Zeichen von Individualität und Stärke.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Richard Quinn

Designer Richard Quinn inszenierte seine Frühjahr/Sommer 2026 Kollektion unter dem Thema „A Night at the Opera“ als spektakuläre Opernbühne der modischen Extraklasse. Supermodel Naomi Campbell eröffnete die Show in schwarzem Samt mit skulpturalem weißem Kragen und Kamelienblüte. Es folgten dramatische Silhouetten, glamouröser Ballkleider, voluminöse Reifröcke und Abendkleider im Stil der 1950er Jahre in Schwarz-Weiß, Pastell und leuchtendem Rot sowie, für Quinn selbstverständlich, eine Reihe von Brautkleidern. Strass, große Schleifen, Kamelien-Details und andere Verzierungen unterstrichen den von Haute Couture inspirierten Glamour, während ein Live-Orchester die dramatische Atmosphäre vollendete.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

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