Das war das Debüt von Maria Grazia Chiuri bei Fendi

Mit nur 24 Jahren startete Maria Grazia Chiuri ihre Designkarriere bei Fendi. Nach Stationen bei Valentino und Dior, wo sie als erste Frau die kreative Leitung übernahm, kehrt sie nun zu ihren Wurzeln zurück. Als Kreativdirektorin von Fendi präsentierte sie mit der Herbst/Winter 2026 Kollektion nun ihre erste Vision für das italienische Traditionshaus.

Mailands wohl größtes Debüt der Saison: Maria Grazia Chiuri übernimmt die kreative Leitung von Fendi. Foto: launchmetrics.com/spotlight
Mailands wohl größtes Debüt der Saison: Maria Grazia Chiuri übernimmt die kreative Leitung von Fendi. Foto: launchmetrics.com/spotlight

Das Debüt von Maria Grazia Chiuri

Bei Dior schrieb Maria Grazia Chiuri als erste Frau an der Spitze des Hauses Modegeschichte und rückte weibliche Perspektiven sowie kollektive Kreativität konsequent ins Zentrum ihrer Arbeit. Ikonisch bleibt etwa das „We should all be feminists“-Shirt aus dem Jahr 2017.

Diese Haltung prägt auch ihre Rückkehr zu Fendi: Für die Herbst/Winter 2026 Kollektion wird die Geschichte der fünf Fendi-Schwestern Paola, Anna, Franca, Carla und Alda sowie deren kollektive Arbeitsweise zum Wegweiser der Ästhetik. Ein Fußballschal mit der Aufschrift „5 Sisters“ würdigte während der Show ihr Vermächtnis und setzte bewusst ein Zeichen dafür, ihren Einfluss auf das Haus wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Weiblicher Zusammenhalt im Mittelpunkt

Getreu diesem Gedanken formuliert das Motto „Less I, more us“ eine neue Vision der Fendi-Frau: nicht als isolierte Einzelikone, sondern als Teil einer Gemeinschaft, in der Zusammenhalt großgeschrieben wird. Inspiration schöpft Chiuri aus Kunst, Sprache und persönlichen Erfahrungen – ein Ansatz, den sie bereits bei Dior durch die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen prägte und nun konsequent weiterführt. Gemeinsam mit Mirella Bentivoglio und SAGG Napoli öffnet sie in der kommenden Saison den Blick auf eine Weiblichkeit, die sich nicht in Kategorien einordnen lässt. Chiuris Fendi-Frau ist stark und sensibel zugleich, individuell und doch verbunden.

Eine neue Klarheit: Chiuris Vision für Fendi

In Mailand stellt Chiuri für Fendi eine Garderobe für jede Lebenssituation vor – präzise, vielseitig und modern. Feminine und maskuline Codes verschmelzen, verlieren ihre Kontraste. Klares Tailoring wird um romantische Akzente aus Tüll und Spitze ergänzt, identische Schnitte werden lediglich in Größe und Proportion variiert.

Die Silhouetten sollen dabei nicht kontrollieren, nicht einengen. Vielmehr sind sie Symbol der Freiheit. Fließende Stoffe umschmiegen den Körper, statt ihn zu formen und eröffnen Raum für Bewegung sowie Individualität. Bereits der erste Look, ein schwarzes Seidenkleid unter einem schlanken Blazer, setzt den Ton der Kollektion: zurückhaltende Eleganz, reduziert auf das Wesentliche, mit moderner Präzision. Auch die Farbwelt überrascht: Für ein Haus, das für Opulenz und Farbe bekannt ist, dominieren ungewohnt viele monochrome Looks und schwarze Pieces.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Ein traumhaftes Taschen-Meer

(Mamma) Baguette, Spy, Peekaboo: Fendi ist womöglich das Haus mit der höchsten Zahl an It-Bags, wenn es um ikonische Neuinterpretationen geht. In der kommenden Saison führt Chiuri diese Tradition fort. Die Baguette (welche sie 1997 gemeinsam mit Silvia Venturini Fendi entwarf) erscheint reich verziert mit Pailletten, Animal Print und Blumenmusterung sowie mit Zopfmuster. Die Peekaboo greift die Materialien und Texturen der Mäntel auf und verschmilzt so mit dem Gesamtlook der Kollektion, während großzügige XXL-Shopper mit bewusst platziertem Logo ein klares Statement setzen.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Fendis zirkuläre Perspektive auf Fell

Ursprünglich als Kürschnerei gegründet, ist Fendi nicht nur ein Haus der It-Taschen, sondern auch eng mit der Verarbeitung von Fell verbunden. Ein Erbe, das in den vergangenen Saisons kaum auf dem Runway sichtbar war. Nun kehrt das Material in Form von Patchwork-Mänteln und -Westen sowie Fellkragen zurück. Diese stehen im Zusammenhang mit dem neuen Projekt Echo of Love. Dieses lädt Kund:innen dazu ein ihre alten Pelze in die Fendi-Ateliers zu bringen, um sie in neue Kleidungsstücke verwandeln zu lassen. Für Chiuri sei dieser Ansatz eine Form der Kreislaufwirtschaft, um den Wert und die Besonderheit des Materials zu bewahren.

Fotos: launchmetrics.com/spotlight

Meistgelesen in Fashion

  1. Fashion · TrendsDie wichtigsten Farbtrends 2026 der Fashion Weeks
  2. Fashion · DesignerTweed, Tüll und Two-Tone Heels: Matthieu Blazy zeigt Chanel Frühjahr/Sommer 2027 in Paris
  3. Fashion · TrendsTwist happens: Das sind die coolsten It-Pieces im Herbst 2026
  4. Fashion · TrendsBasics, die mitdenken – und jede Reise mitmachen
  5. Fashion · DesignerEine neue Generation an Designerinnen: Diese 5 Frauen denken Berliner Mode neu

Stay In Touch

Be the first to know about new arrivals and promotions