Trotzdem gab es einige wichtige Veränderungen, vor allem bei der 80-Prozent-Regel, der Suche nach meinem Lebenssinn und beim Stressabbau. Im Folgenden beschreibe ich, wie sich Veränderungen in diesen drei Bereichen auf meine Gesundheit und mein Glück ausgewirkt haben.
Die 80-Prozent-Regel
Ich sage es ganz offen: Mein Verhältnis zum Essen war über die Jahre sehr wechselhaft. Ich weiß, dass sich viele Frauen darin wiederfinden. Ich habe diverse restriktive Diäten und unzählige Versuche hinter mir, meinen Körper kleiner zu machen – und das führt bis heute dazu, dass es mir schwerfällt, meine eigenen Hunger- und Sättigungssignale wahrzunehmen. Oft lasse ich es so weit kommen, dass ich extrem hungrig bin, nur um dann weit über das Sattsein hinaus zu essen, als hätte ich Angst, nie wieder etwas zu bekommen.
Deshalb fand ich die Idee, nur bis zu 80 Prozent satt zu essen, ziemlich einschüchternd. Ich will auf keinen Fall wieder in restriktives Essverhalten zurückfallen, und so schrillten bei dem Gedanken, mir Regeln für die Essensmenge zu setzen, zunächst die Alarmglocken.
Schnell habe ich jedoch gemerkt: Wenn man auf Regeln verzichtet, die Snacks zwischen den Mahlzeiten oder einen späteren Nachschlag bei anhaltendem Hunger verbieten, ist es gar kein Problem, nur bis zu 80 Prozent satt zu essen. Man fühlt sich nach dem Essen weniger träge, weniger aufgebläht oder unwohl – und es hilft sogar dabei, gar nicht erst extrem hungrig zu werden, bevor man isst.
Den eigenen Lebenssinn finden
Was soll ich sagen – ich bin eben auch nur eine Frau Ende zwanzig. Natürlich ringe ich mit der Frage nach meinem Lebenssinn. Ist mein Job sinnvoll genug? Verpasse ich etwas, weil ich nicht in einer Beziehung bin? Will ich irgendwann eine Familie? Sollte ich die Welt bereisen? Diese Fragen schwirren mir fast täglich im Kopf herum.
Auch wenn ich nicht behaupten kann, im letzten Monat auch nur annähernd Antworten gefunden zu haben, habe ich mehr Zeit damit verbracht, über meine Leidenschaften nachzudenken, darüber, worin ich gut bin, und was das Leben lebenswert macht. Dabei herausgekommen ist unter anderem:
- als Journalistin das Bewusstsein für Frauengesundheit zu stärken
- Menschen in meinem Lauftreff einen sicheren, unterstützenden Raum zu bieten, in dem sie sich bewegen können
- mir Zeit zu nehmen, meinen Horizont zu erweitern: durch Lesen, durch Recherche zu Themen, mit denen ich mich nicht auskenne, und durch Begegnungen mit neuen Menschen und Perspektiven
Das ist wahrscheinlich ein lebenslanges Projekt. Trotzdem kann ich Ihnen nur empfehlen, sich regelmäßig Zeit zu nehmen, um über Ihren Lebenssinn nachzudenken – zumindest hat man dann das Gefühl, ihm ein Stück näherzukommen.
Stress reduzieren
Ich bin von Natur aus ziemlich angespannt und gerate leicht in Stress (ja, ich bin die älteste Tochter). Termindruck, zu viele E-Mails, geänderte Pläne, eine unterkühlte Nachricht von einer Freundin – all das kann mein Gedankenkarussell in Gang setzen, und zwar nicht auf gute Weise.
Mein Ziel in diesem Monat war nicht, mir dauerhafte Gelassenheit aufzuzwingen – das ist unrealistisch und würde mich nur noch mehr stressen. Stattdessen wollte ich stärker darauf achten, wie sich mein Körper unter Stress anfühlt, das meinem Umfeld mitteilen und mir zwischen dem Chaos aus Arbeit, Verabredungen und Reisen kleine Ruhemomente schaffen.
Für mich hieß das: acht Stunden Schlaf, morgens und abends lesen, Tagebuch schreiben, regelmäßig Yoga und wöchentliche Therapie. Das funktioniert eben für mich; bei Ihnen sieht das vielleicht anders aus. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der erste Schritt im Umgang mit Stress darin besteht, auf den eigenen Körper zu hören – ganz gleich, wie Sie das tun. Es braucht Übung, aber glauben Sie mir: Es lohnt sich.