Im Interview mit Marie Claire spricht Schauspielerin Alexandra Daddario über ihre Serie „Mayfair Witches“, ihre Mutterschaft und ihre ganz eigenen Superkräfte.
Von hochkarätigen Serien wie „The White Lotus“ und „True Detective“ bis zu Blockbustern wie „Baywatch“ und „Percy Jackson“ hat sich Alexandra Daddario eine stabile Karriere in Hollywood aufgebaut. Privat hingegen blickt die 38-Jährige auf ein turbulentes Jahr zurück – im Guten, wie im Schlechten.
Im Oktober sind sie und ihr Mann Andrew Form Eltern eines Sohnes geworden. Dass sie ein Baby erwartet, hatte sie so lange es ging geheim gehalten. Und das, obwohl sie mitten in den Dreharbeiten zu ihrer Serie „Mayfair Witches“ steckte, als sie davon erfuhr. Für die gebürtige New Yorkerin war es jedoch nicht die erste Schwangerschaft, wie sie 2024 in einem Interview mit der amerikanischen Vogue verriet.
„Es ist eine lange und komplizierte Geschichte, deshalb möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen. Diese Art von Verlusten und Traumata sind sehr schwer zu erklären, wenn man sie nicht selbst durchlebt hat. Ich kann mich wirklich in alle Frauen hineinversetzen, die solche Dinge durchgemacht haben, und zwar auf eine Art und Weise, die ich vorher nicht ganz verstanden habe. Es ist sehr, sehr schmerzhaft“, sagte die Schauspielerin damals.
Das Familienglück, in dem Daddario seit der Geburt ihres Sohnes badet, wurde vor wenigen Tagen durch einen Schicksalsschlag überschattet: Am 16. Januar teilte die Schauspielerin in den sozialen Medien mit, dass ihr Haus den verheerenden Bränden in Los Angeles zum Opfer gefallen sei. „Ich liebe Los Angeles und bin wütend auf die Leute, die wussten, was ich wusste und nichts unternommen haben – ich bin untröstlich über jeden und alles, was verloren gegangen ist“, schrieb sie.
Als Marie Claire die Schauspielerin eine Woche später zum Zoom-Interview trifft, wirkt sie sichtlich niedergeschlagen und erschöpft. Aber die Hoffnung und ein unbeugsamer Lebensgeist scheinen im Gespräch immer wieder hervor.
In der Verfilmung von Anne Rices Horrorromanreihe erfährt die junge Neurochirurgin Rowan (gespielt von Alexandra Daddario), dass sie von Hexen abstammt. Während sie sich mit ihren neu entdeckten Kräften arrangiert, erfährt sie außerdem, dass die Mayfair-Hexen seit Jahrhunderten von derselben unheimlichen Figur heimgesucht werden, die es nun auch auf sie abgesehen hat.
Seit 6. Januar läuft die zweite Staffel bei Magenta TV. Jeden Montag erscheint eine neue Folge bis zum großen Finale am 24. Februar. Die erste Staffel ist bereits komplett bei Magenta TV verfügbar.
Seit Anfang Januar ist die zweite Staffel von „Mayfair Witches“ mit Alexandra Daddario bei Magenta TV zu sehen. Foto: Skip Bolen/AMC
Marie Claire: Sie sind vor kurzem zum ersten Mal Mutter geworden – herzlichen Glückwunsch! Welche Superkraft haben Sie dadurch entdeckt?
Alexandra Daddario: Das Verrückteste ist, dass man all diese Geschichten darüber hört, wie überwältigend es ist ein Kind zu bekommen und dass es dir den Schlaf rauben wird. Aber ich glaube, dass ich durch die Mutterschaft viel ruhiger und weniger neurotisch geworden bin – es ist eine wunderbare Erfahrung.
Marie Claire: Welche übernatürlichen Serien oder Filme haben Sie als Kind fasziniert?
Alexandra Daddario: Ich habe die Serie „Lois & Clark“ mit Teri Hatcher und Dean Cain sehr geliebt, weil ich mit ihrer Romanze mitgefiebert habe. Ich war sehr angetan von der Vorstellung, dass mich ein Mann völlig aus den Socken haut. Aber ich mochte auch Geschichten über Hexen, denn als Jugendliche ist es wunderbar, sich vorzustellen, dass man über Kräfte verfügt, von denen man nichts ahnt. Ich glaube, wenn wir erwachsen werden, entdecken wir, dass es in uns selbst Dinge gibt, die magisch sind, auch wenn es sich nicht gerade um Hexerei handelt.
Marie Claire: In „Mayfair Witches“ spielen Sie eine junge Frau, die erfährt, dass sie eine Hexe ist und sich gegen ein großes Übel stellen muss. War diese Geschichte für Sie nachvollziehbar?
Alexandra Daddario: Es gab einige Momente, in denen ich mich in Rowan hineinversetzen konnte, vor allem in der ersten Staffel, als sie sich schwer tut, mit ihren Kräften klarzukommen. Sie ist sehr verwirrt und überfordert, weil sie inmitten all dieses Chaos um sie herum weitreichende Entscheidungen treffen muss. Ich denke das können die meisten jungen Frauen nachempfinden.
Marie Claire: Die Serie wurde überwiegend von Frauen geschrieben, produziert und inszeniert – was für eine Hollywood-Produktion selten ist. Wie ist es, an einem solchen Set zu arbeiten?
Alexandra Daddario: Ich finde es wirklich wunderbar, mit Frauen zu arbeiten. Natürlich gibt es auch wichtige Perspektiven von Männern, aber es sollte eine gleichberechtigte Vertretung geben, und wir hatten das Glück, ein gutes Gleichgewicht am Set zu haben.
Um ihre Lieben zu schützen, muss Rowan über sich hinaus wachsen. Foto: Skip Bolen/AMC
Marie Claire: Von „Percy Jackson“ über „Baywatch“ bis „The White Lotus“: Im Lauf Ihrer Karriere waren Sie an einigen Projekten von kultureller Durchschlagskraft beteiligt. Fühlen Sie sich als Schauspielerin mächtig?
Alexandra Daddario: Hollywood ist ein interessanter Ort, an dem man ständig die Möglichkeit hat, sich zu beweisen und sich den Respekt der Leute zu verdienen. Ich hatte das Glück, an Projekten beteiligt zu sein, bei denen mir genau das gelungen ist. Und das kann einem das Gefühl geben, sehr mächtig und erfolgreich zu sein, so nach dem Motto: „Wow, das habe ich selbst geschafft!“
Marie Claire: Ihre Figur Rowan Mayfair ist eine Heilerin. Was hilft Alexandra Daddario bei der Heilung?
Alexandra Daddario: Meine Freundschaften, meine Liebsten und mein Baby. Geliebt zu werden und anderen Liebe zu geben, ist sehr heilsam – ich denke, das ist eine Geschichte, die so alt ist wie die Zeit.
Während der Dreharbeiten zu „Mayfair Witches“ Staffel 2 war Alexandra Daddario mit ihrem ersten Kind schwanger. Foto: Skip Bolen/AMC
Marie Claire: Der Mythologie zufolge beziehen Hexen ihre Magie aus ihrer Verbindung zu ihrer Umwelt. Wo fühlen Sie sich am meisten mit der Natur verbunden?
Alexandra Daddario: Ich bin gerade von einer Reise nach Island zurückgekommen, wo ich die Nordlichter gesehen habe, was schon lange auf meiner Wunschliste stand. Die Lichter am Himmel tanzen zu sehen, war eine beinah spirituelle Erfahrung. Es gibt einem wirklich zu denken, dass dieser Planet ganz außergewöhnlich ist. Gleichzeitig kann es sich sehr erdend anfühlen, wenn man nach Hause kommt und durch die Tür seines Hauses geht, in dem so viele Dinge passiert sind und man so viele wunderbare Erinnerungen gesammelt hat.
Marie Claire: Was sind Ihre Pläne für 2025?
Alexandra Daddario: Das Universum macht mir ständig einen Strich durch die Rechnung. Ich musste meine Pläne für dieses Jahr schon zweimal umstellen. Aber ganz allgemein gesprochen: Ich würde gerne an etwas arbeiten, das mir Spaß macht, und ich möchte nach Peru, Thailand und Norwegen reisen.
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