9 gute Bücher, die queere Liebe zelebrieren

Von „Gestalten der Tiefe“ bis „Royal Blue“: Hier kommen neun Leseempfehlungen für gleichgeschlechtliche Romanzen, die mitten ins Herz treffen.  

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Auch die Verfilmung von "Royal Blue" wurde für den Streamingdienst Prime Video zum Hit. Bild: Jonathan Prime / Prime Video

Liebe ist bunt!

Die folgenden queeren Romane feiern Liebe in all ihren Facetten. Sie erzählen von Menschen, die ihren Platz in der Welt suchen, sich selbst entdecken und in unerwarteten Momenten füreinander entflammen. Diese stürmischen und leidenschaftlichen Geschichten öffnen Herzen, sprengen Grenzen und zeigen: Liebe leuchtet in vielen verschiedenen Farben.

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„Gestalten der Tiefe“ von Julia Armfield darf auf dieser Liste nicht fehlen. Bild: Penguin Randomhouse

Queere Romane über lesbische Liebe

„Gestalten der Tiefe“ von Julia Armfield

Meeresbiologin Leah sinkt bei einer Forschungsreise im U-Boot mit ihrem Team auf den Ozeanboden ab und bleibt nach dem Unfall sechs Monate lang verschollen. Als Leah wieder nach Hause kommt, ist ihre Frau Miri überglücklich. Doch schnell wird ihr klar, dass sie ihre Liebste kaum noch erkennt.

Julia Armfield macht greifbar, wie schmerzhaft es ist, um einen Menschen zu trauern, den man emotional nicht mehr erreichen kann, obwohl er physisch noch anwesend ist. Und wie furchtbar einsam man sich in einer Beziehung fühlen kann, wenn die Kommunikation abbricht. Die Schwere, die aus ihrer Sprache klingt, hallt lange nach.

„Hungerstone“ von Kat Dunn

Le Fanus Kurzgeschichte „Carmilla“ gilt als Inspiration für Bram Stokers Schauerroman „Dracula“. Basierend auf diesem Erbe erzählt Kat Dunn eine mitreißende Geschichte über weibliche Begierde und Selbstbestimmung.

Nach zehn Jahren Ehe ziehen Lenore und ihr Mann Henry von London auf ein abgelegenes Anwesen im Peak District. Als der Stahlunternehmer eine Jagdgesellschaft ausrichten will, soll Lenore das verfallene Haus herrichten – ihre Zukunft hängt daran. Doch als das zerrüttete Paar durch die trostlose Landschaft reist, bringt ein schockierender Kutschenunfall eine mysteriöse Frau in ihr Leben. Carmilla, die tagsüber schwach und blass ist, nachts jedoch voller Energie, weckt tiefe Sehnsüchte in Lenore, derer sie sich nicht einmal bewusst war. Als der Tag der Jagd näher rückt, beginnt Lenore zu zerbrechen und hinterfragt die Rolle, die sie all die Jahre gespielt hat – und entdeckt dabei eine Dunkelheit in ihrem Haushalt, die sie in große Gefahr bringt…

„Vardo“ von Kiran Millwood-Hargrave

Weihnachtsabend 1617: Die junge Maren sieht einen plötzlichen, heftigen Sturm über dem Meer aufziehen. Vierzig Fischer, darunter ihr Vater und Bruder, zerschellen an den Felsen von Vardø, einer abgelegenen norwegischen Insel. Maren und die restlichen Frauen bleiben allein zurück. Drei Jahre später soll der Geistliche Absalom Cornet die unabhängigen Insel-Frauen bändigen. Stattdessen fühlen sich seine Frau Ursa und Maren auf eine Weise zueinander hingezogen, die sie beide überrascht – und plötzlich scheint es, als würde sich die Insel ihnen nähern. 

Seien Sie gewarnt: „Vardo“ ist alles andere als ein Wohlfühlbuch. Insbesondere die Härte und Hysterie, mit welcher der selbstgerechte religiöse Führer gegen die Unabhängigkeit der Insulanerinnen vorgeht, sind schwer zu ertragen – und wirken leider sehr gegenwärtig.

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„Vardo: Nach dem Sturm“ von Kiran Millwood Hargrave. Foto: Penguin Random House Verlagsgruppe

„Plain Bad Heroines“ von Emily Danforth

In den frühen 1900er Jahren verlieben sich die Schülerinnen Flo und Clara unsterblich ineinander, verbunden durch ihre Besessenheit für eine skandalöse Autobiografie. Einige Monate später wird das Paar nach einem schrecklichen Wespenangriff tot im Wald aufgefunden. Und neben ihren ineinander verschlungenen Leichen: ihr Lieblingsbuch. Es folgen weitere grausame Todesfälle, die mit dem Buch in Verbindung zu stehen scheinen und schließlich muss die Brookhants School for Girls ihre Türen schließen.

Ein Jahrhundert später verwandelt sich das Schulgelände zum Set einer Hollywood-Produktion über den vermeintlichen Fluch von Brookhants. Doch sobald die Dreharbeiten beginnen, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart auf unheimliche Weise. Bald können die jungen Schauspielerinnen nicht mehr sagen, ob das, was sie erleben nun inszenierter oder leibhaftiger Horror ist. 

„Salz und sein Preis“ von Patricia Highsmith

Sie kennen diese Geschichte vielleicht aus dem Hollywood-Film „Carol“ mit Cate Blanchett: Das Buch erzählt von der neunzehnjährigen Therese, die während der Weihnachtszeit in einem Kaufhaus aushilft. Dort lernt sie die 13 Jahre ältere Carol kennen und verliebt sich in sie. Doch ihre Liebe muss einige Krisen bestehen. 

„Salz und sein Preis“ ist Patricia Highsmiths einziger Roman, der von erfüllter Liebe handelt, die als Glück empfunden wird und nicht als böser Wahn. Und: Er wurde von einer persönlichen Begegnung der Autorin inspiriert. Im Amerika der 1950-er-Jahre war die lesbische Liebesgeschichte so skandalös, dass sie unter Pseudonym erscheinen musste. Highsmith gab ihre Autorenschaft erst 1990 preis und veröffentlichte den überarbeiteten Roman nun unter dem Titel „Carol“. 

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Patricia Highsmiths queerer Roman „Carol“ wurde mit Cate Blanchett und Rooney Mara verfilmt. Bild: Diogenes

Queere Romane über schwule Liebe

„Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ von Rainbow Rowell

Sie haben J.K. Rowlings „Harry Potter“-Reihe gelesen und sich gewünscht, dass darin mehr LGBTQ-Liebe vorkäme? Dann sind Sie bei dieser Romantrilogie an der richtigen Adresse. Denn Rainbow Rowell verbindet Magie, Action und Fantasy-Elemente mit Sehnsucht, Identitätssuche und ganz viel Knutschen. 

Die Geschichte handelt vom verwaisten Zauberschüler Simon Snow, der sich an der Watford School of Magicks ein Zimmer mit seinem Rivalen teilt. Doch als Baz verschwindet, ist Simon überrascht darüber, wie viele Sorgen er sich auf einmal um ihn macht…

„Royal Blue“ von Casey McQuiston

Präsidentinnen-Sohn Alex Claremont-Diaz ist charmant, ehrgeizig, politisch engagiert und genießt es im Rampenlicht zu stehen. Prinz Henry von Wales dagegen ist ein zurückhaltender, öffentlichkeitsscheuer Royal mit glattem Image. Das Einzige, was die beiden verbindet, scheint ihre gegenseitige Abneigung füreinander zu sein. Doch dann beschert ein peinlicher Vorfall auf einer Hochzeit ihren Familien einen PR-Skandal – und zwingt die beiden dazu, der Öffentlichkeit eine Freundschaft vorzutäuschen. Was als inszenierte Annäherung beginnt, entwickelt sich bald zu echter Zuneigung. Aus ruppigen Nachrichten werden vertrauliche Gespräche. Aus Necken wird echte Fürsorge. Und bald stehen Alex und Henry vor einer Erkenntnis, die nicht nur ihr Leben sondern auch die Beziehungen ihrer Länder für immer verändern soll.

Übrigens: 2023 erschien die Verfilmung von Casey McQuistons queerer Enemies-to-Lovers-Geschichte. Die charmante Romanze mit Nicholas Galitzine und Taylor Zakhar Perez in den Hauptrollen ist eine der meist gesehenen und bestrezensierten Eigenproduktionen des Streamingdienstes. Aktuell wird die Fortsetzung gedreht. 

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„Royal Blue“ ist ein modernes Märchen über gleichgeschlechtliche Liebe. Bild: Droemer Knaur

„Ruf mich bei deinem Namen“ von André Aciman

Der 17-jährige Elio verbringt den Sommer mit seinen Eltern in Norditalien. Als der Harvard-Absolvent Oliver für sechs Wochen bei ihnen einzieht, steht die Welt des Jugendlichen plötzlich Kopf: Oliver ist weltgewandt, intelligent und schön. Er ist alles, was Elio will, und das vom ersten Moment an. Tatsächlich beruht die Zuneigung auf Gegenseitigkeit doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt. Die Verfilmung mit Timothée Chalamet aus dem Jahr 2017 wurde mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch geehrt. 

„Das Lied des Achill“ von Madeline Miller

Achill, Sohn der Meeresgöttin Thetis und des König Peleus, ist stark, anmutig und schön – niemand, dem er begegnet, kann seinem Zauber widerstehen. Patroklos ist ein unbeholfener junger Prinz, der nach einem schockierenden Totschlag aus seinem Heimatland verbannt wird. Ein Zufall führt die beiden als Kinder zusammen, und je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto enger wird das Band zwischen den Jungen. Nach ihrer Ausbildung in der Kriegs- und Heilkunst durch den Zentauren Chiron werden sie einberufen, um gegen Troja in den Kampf zu ziehen. Noch ahnen beide nicht, welches schmerzhafte Schicksal sie in der befestigten Stadt erwartet. 

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Madeline Millers Neuerzählung der „Iliad“ trifft mitten ins Herz. Bild: Ullstein

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