Freundschaften sind also eindeutig gut für uns alle. Aber woran merken wir, dass es uns guttut, Zeit, Gefühle und Erlebnisse mit Gleichgesinnten zu teilen? Ein Überblick.
1. Sie erden uns
Nichts geht über ein Wiedersehen mit alten Freunden – mit denen, die dich in all deinen Versionen und Lebensphasen gekannt und geliebt haben. Wer das Glück hat, langjährige Freundschaften zu haben, kennt dieses Gefühl, zutiefst verstanden und angenommen zu werden. Es erdet ungemein.
„Langjährige Freundschaft bietet etwas, das ich für ziemlich tiefgreifend halte“, sagt Dr. Goddard Crawley. „Jemand, der dich seit Jahrzehnten kennt, wird zur Hüterin oder zum Hüter deiner Geschichte. Diese Menschen erinnern sich an Versionen von dir, an die du dich selbst kaum noch erinnerst. An die Person, die du warst vor dem Job, der Beziehung, den Kindern, den schweren Jahren oder was auch immer danach kam. Es hat etwas enorm Erdendes, über all diese verschiedenen Versionen deiner selbst hinweg gekannt zu werden.“
2. Sie helfen uns, uns selbst zu regulieren
„Wir wissen, dass unser körperliches und emotionales Wohlbefinden eng miteinander verbunden sind“, sagt die Psychotherapeutin und Beraterin Georgina Sturmer. „Ein soziales Netz kann uns helfen, ruhiger zu werden, und uns dabei unterstützen, auf unser körperliches Wohlbefinden zu achten, wenn das Leben schwierig wird. Emotionale und körperliche Regulation ist nicht nur ein innerer Vorgang. Wir co-regulieren unser Nervensystem mit den Menschen um uns herum – das heißt, die Anwesenheit anderer kann uns auch helfen, uns selbst zu beruhigen.“
3. Sie unterstützen gesunde körperliche Funktionen
Ja, wirklich. Die meisten Vorteile von Freundschaft sind zwar psychologischer Natur, aber Freunde zu haben bringt auch physiologische Vorteile.
„Sichere, positive Beziehungen können Isolation verringern und unser Zugehörigkeitsgefühl stärken. Sie helfen aber auch, unsere emotionalen und körperlichen Reaktionen auf Stress zu regulieren“, sagt die Psychotherapeutin und Trauma-Coachin Hannah McKimm. „Unser Nervensystem nimmt ständig Signale von anderen auf und reagiert darauf, oft noch bevor wir bewusst darüber nachgedacht haben. Mit jemandem zusammen zu sein, dem wir vertrauen, kann unserem Nervensystem helfen, zur Ruhe zu kommen: Vielleicht merken wir, dass unser Atem langsamer wird, die Schultern sinken oder der Körper weicher wird. Das kann die körperliche und emotionale Energie verringern, die wir aufwenden, um auf mögliche Bedrohungen zu reagieren – und lässt mehr Kapazität für Ruhe, Erholung und den Alltag.“
4. Sie helfen uns, ein Selbstbild zu entwickeln
Die Menschen, mit denen wir uns umgeben, prägen in vieler Hinsicht, wer wir sind. Die besten Freunde unterstützen uns nicht nur in guten Zeiten, sondern fordern uns (hoffentlich) auch in schwierigeren Zeiten heraus und stellen uns Fragen.
„Vom Moment unserer Geburt an suchen wir bei unseren Bezugspersonen nach Sicherheit und Geborgenheit – und auch danach, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wer wir als Mensch sind“, sagt Sturmer. „Und das setzt sich das ganze Leben fort: Unsere Freundschaften helfen uns, uns gekannt und verstanden zu fühlen und unser Selbstbild zu entwickeln.“
5. Freundschaften begleiten uns durch gute und schlechte Zeiten
„Freundschaft ist nicht nur dann wichtig, wenn es uns schlecht geht“, sagt McKimm. „Freude, Lachen, Spiel, Perspektive und gemeinsame Erlebnisse sind ebenfalls wichtige Bestandteile des Wohlbefindens. Und wenn das Leben schwer ist, geben uns gute Freundschaften einen Ort, an dem wir die emotionale Last teilen können.“