Sie standen auf Altären, schmückten Kronen und Gräber, waren Luxusgut und Liebesbeweis. Sie wurden verehrt, verboten und sogar gehandelt wie Gold. Jede Blume trägt ein Gedächtnis, denn in ihren Formen und Farben spiegeln sich seit Jahrhunderten Mythen, Vorstellungen und persönliche Hoffnungen wider.
Über die Jahre hat sich die Bedeutung der Blume stetig verändert. Heute vergeht kaum ein 14. Februar ohne eine verschenkte Rose oder einen pompösen Strauß. Auch zu Geburtstagen oder ähnlich schönen Anlässen wird gerne mal zu den botanischen Kostbarkeiten gegriffen. In erster Linie entscheiden wir uns für bestimmte Blumen, weil sie uns gefallen – in Form, Farbe oder Duft. Oder aber weil wir wissen, dass die beschenkte Person die gewählte Floralie am liebsten mag. Was viele nicht wissen: Wer sich heute einen Strauß binden lässt, ehrt damit Jahrhunderte an Bedeutung, denn jede Blume trägt ein kulturelles Archiv in sich.
Wir nutzen die bunte Blütenpracht nicht nur zum verschenken, auch im alltäglichen Leben stolpern wir über Blumen. Sie zieren Tapeten, schmücken Tattoos, definieren Parfüms und vollenden Designs. Auch die Modewelt nutzt hin und wieder botanische Details, denn während Kleidung sich ständig neu erfindet, bleiben Blüten erstaunlich stabil. Designeri:nnen greifen seit jeher auf florale Formen zurück, weil sie zugleich weich und strukturiert sind, aber auch organisch und kontrollierbar. Eine Blume kann Opulenz oder radikale Reduktion bedeuten. Nostalgie oder Avantgarde. Ihr kulturelles Gedächtnis macht sie anschlussfähig, denn was auf den Laufstegen erscheint, trägt immer auch Spuren von Historie in sich. Bevor diese Bedeutungen im Einzelnen sichtbar werden, lohnt ein Blick auf jene Blumen, die ihre Geschichten bis heute in Farbe, Form und Duft bewahrt haben.
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Schon im antiken Griechenland wurde die Rose als Königin der Blumen bezeichnet. Ein Mythos erzählt von Adonis, dem Geliebten der Aphrodite, der bei der Jagd starb. Aus seinem Blut, vereint mit den Tränen der Göttin, entstanden die ersten roten Rosen. Im antiken Rom war sie ein wahres Luxusgut: Bankette wurden mit Rosenblättern geschmückt, um Reichtum zu demonstrieren. Im Mittelalter wandelte sich ihr Bild und die rote Rose stand nun für das Blut Christi, die weiße hingegen für Reinheit und Jungfräulichkeit. Später wurde sie zum Emblem rivalisierender Dynastien, die englischen Rosenkriege machten sie zum Machtsymbol. In der Literatur ist die Rose bis heute ebenfalls ambivalent: Sie verspricht Liebe, droht aber mit Dornen.
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Die Lilie steht für Liebe, Unschuld, Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Im alten Ägypten galt sie als Sinnbild der Fruchtbarkeit und des zyklischen Lebens, im antiken Griechenland hingegen krönte man Bräute mit Lilien in der Hoffnung auf reichen Kindersegen und die Römer füllten sogar Kissen mit den Blüten – nicht zuletzt wegen ihres betörenden Duftes. Im Christentum wurde die stilisierte Lilie als Fleur-de-Lys schließlich zum Sinnbild der Heiligen Dreifaltigkeit, deren drei Blütenblätter für Vater, Sohn und den Heiligen Geist stehen. Auch in der Mythologie ranken sich viele Geschichten um die Entstehung der besonderen Blume: Der Legende nach fiel ein Tropfen der Muttermilch von Göttin Hera auf die Erde, woraus eine weiße Lilie entstand. Bis heute fasziniert die Lilie durch ihre herausragende Schönheit und Vielseitigkeit.
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Im Osmanischen Reich galt die Hyazinthe als Sinnbild vollkommener Schönheit. Im europäischen Barock wurde sie zum einen wegen ihres Duftes geschätzt, aber auch wegen ihrer kurzen Lebensdauer, denn kaum eine Blume ist so eng mit einer tragischen Erzählung verknüpft wie die Hyazinthe. In der griechischen Mythologie entspringt sie dem Tod des jungen Prinzen Hyakinthos, Geliebter des Gottes Apollon, der bei einem tödlichen Unfall ums Leben kam. Aus seinem vergossenen Blut wuchs laut Sage die Hyazinthe. Eine Blume, die Schönheit nicht als Versprechen, sondern als Folge von Verlust begreift. Schon früh wurde sie damit zum Symbol vergänglicher Jugend und unerfüllter Liebe. Bis heute steht die florale Schönheit für Sensibilität und Verletzlichkeit.
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Ursprünglich stammt die Tulpe aus Zentralasien und wurde später im Osmanischen Reich verehrt, lange bevor Europa sie entdeckte. Dort stand sie für Reichtum, Macht und vollendete Schönheit. Ihre stilisierte Form fand Eingang in Textilien, Keramiken und höfischer Kunst. Als die Blume schließlich die Niederlande erreichte, führte ihre Seltenheit im 17. Jahrhundert zur berühmten Tulpenmanie. Zwiebeln wurden schnell zu Spekulationsobjekten, denn sie waren plötzlich teurer als Häuser. Die Tulpe war damit eine der ersten Waren, die weniger wegen ihres Nutzens als wegen des symbolischen Wertes gehandelt wurde. Bis heute freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue, wenn die hübschen Blüher im Frühling unsere Tische und Regale zieren.
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Bereits in der Antike wurde die Nelke geschätzt, lange galt sie als Zeichen von Treue und Beständigkeit. Eigenschaften, die sie über Jahrhunderte begleiteten. Im Laufe der Geschichte wurde besonders die rote Nelke zunehmend politisch. Im 19. und 20. Jahrhundert avancierte sie zur Blume sozialer Bewegungen: Arbeiterparteien, Gewerkschaften und Protestkulturen griffen sie auf, weil sie robust, erschwinglich und symbolisch stark war. Sie steckten sie in ihre Knopflöcher oder trugen sie generell an sich. Spätestens mit der Nelkenrevolution in Portugal wurde sie zum Sinnbild friedlichen Widerstands: Die rote Blume im Gewehrlauf als Bild kollektiver Hoffnung. Die Nelke steht seit jeher für Individualität, Haltung und den Mut, neu zu denken. Sie ist keine Blume der großen Romantik, trägt dafür aber ganz viel Geschichte in sich.
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Die Kornblume wächst überwiegend auf Getreidefeldern und da beginnt auch ihre Geschichte. Schon in der Antike galt sie als Begleiterin der Ernte, als Zeichen von Fruchtbarkeit und Schutz. In der Mythologie ist die Kornblume eng mit dem Wissen von Heilkunst und Natur verbunden. Einer Legende nach nutzte der Zentaur Chiron die Kornblume, um Wunden zu heilen. Diese Erzählung brachte ihr den botanischen Namen Centaurea ein. Sie steht damit für eine Form von Wissen und natürlicher Heilkraft. Darüber hinaus wurde die Kornblume in agrarisch geprägten Kulturen als eine art Schutzblume verehrt. Man glaubte, sie bewahre Felder vor Unheil und sichere eine reiche Ernte.
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Schon in der Antike wurde die besondere Blume zurecht verehrt: In Griechenland galt sie als Symbol für Bescheidenheit und geistige Klarheit, in Athen schmückte sie Girlanden und Kränze zu Ehren der Stadt. Laut Mythologie ist das Veilchen die Blume der Liebe und eng verbunden mit der Göttin Aphrodite. Im Mittelalter und besonders im 19. Jahrhundert war das Veilchen noch immer ein Symbol der Liebe. Seine niedrige Wuchsform und der feine Duft machten sie zum Sinnbild diskreter Zuneigung, fern von öffentlicher Geste oder demonstrativer Romantik. Die feine Blume tauchte in Gedichten, Briefen und Malereien auf – oft als Zeichen einer Verbindung, die nicht ausgesprochen werden durfte. Kulturell steht das Veilchen heute für Loyalität, Sanftmut und stille Nähe.
Wer die Bedeutung von Blumen kennt, weiß: Es geht nicht nur um Ästhetik, sondern um Emotionen, Gesten und das bewusste Schenken. Umso schöner ist es, wenn florale Botschaften nicht nur einen Moment begleiten, sondern immer wieder aufs Neue überraschen.
Passend dazu verlosen wir ein 12-monatiges Blumen-Abo von Bloom & Wild. Ein ganzes Jahr lang kommen saisonale, liebevoll zusammengestellte Bouquets direkt nach Hause – frisch, nachhaltig und im Knospenstadium geliefert, damit sie dort aufblühen, wo sie hingehören: bei Ihnen.
Gerade mit Blick auf den Valentinstag setzt Bloom & Wild bewusst ein Zeichen. Statt auf klassische rote Rosen zu setzen, verfolgt das Unternehmen seit mehreren Jahren eine klare „No Red Roses“-Philosophie. Denn Liebe ist nicht perfekt inszeniert, sondern ehrlich, individuell und lebendig. Indem Bloom & Wild auf Klischees verzichtet und stattdessen auf farbenfrohe, außergewöhnliche Arrangements setzt, wird nicht nur echte Emotion gefeiert, sondern auch nachhaltiger gearbeitet – ohne Überproduktion und unnötige Verschwendung nach dem 14. Februar.
Bouquets, die zu Hause aufblühen, stehen hier sinnbildlich für Beziehungen, die wachsen dürfen. Oder kurz gesagt: Blumen, die mehr sagen als tausend rote Rosen. Also schnell mitmachen, das Teilnahmeformular ausfüllen und mit etwas Glück ein ganzes Jahr Blumenfreude gewinnen.
Teilnahmeschluss ist am 14. Februar 2026.
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