Chanel, Gucci und Co. sagen schon jetzt voraus: Muster-Mix ist 2026 wieder voll im Trend. Was auf den ersten Blick nach viel aussieht, ist beim genaueren Hinsehen durchdacht und punktgenau aufeinander abgestimmt. Wer allerdings wild und planlos kombiniert, wird auch ein visuelles Chaos erzielen. Die besten Tipps und Inspos für einen gelungenen und garantiert lässigen Print-on-Print-Look gibt es hier.
Ein Blick auf die aktuellen Laufsteg-Kollektionen verrät, dass Muster-Mix in diesem Jahr wieder lautstark ausgelebt werden darf. Einige bekannte Styling-Regeln werden sogar gebrochen und verpassen dem schrillen Trend ein ganz neues, zeitgemäßes Image. Früher gab es fast schon biblische Regeln, als wäre der Muster-Mix eine Gottheit. Auch ich habe mich lange Zeit nicht an die Musterkollision getraut, doch hat man einen Look einmal durchdacht kuratiert und kombiniert, wird schnell klar, dass die Modeerscheinung gar nicht mal so kompliziert in der Umsetzung ist.
Lange Zeit war Muster-Mix ein modisches Minenfeld mit wenig Konzept, doch eigentlich ist er ein ziemlich cooles Werkzeug. Ein Werkzeug für Ausdruck, Freiheit und Fashion, die wieder neugierig macht. Man selbst entscheidet, wie dezent das Styling sein soll, denn nur weil Prints gemixt werden, heißt das nicht, dass das immer bunt und laut ist. Dezente Farben bringen selbst in die wildesten Muster Ruhe und sorgen für ein souveränes Gesamtbild.
Foto: No. 21, Pre-Fall 2026/Launchmetrics
Als ich mich durch die neuesten Kollektionen der einzelnen Fashion Weeks und Kollektionen für 2026 geklickt habe, ist mir sofort aufgefallen: Da sind ziemlich viele Muster. Und das betrifft nicht nur die Laufstege in New York und Paris, auch die dänische Modewoche setzt dieses Jahr auf mehr statt weniger. Schon länger habe ich mich immer mal wieder durch sämtliche Styling-Regeln gewühlt (Spoiler: es gibt viele!) und das Fragezeichen in meinem Kopf wurde immer größer. Ist es wirklich so kompliziert? Muss ich dafür gefühlt ein komplettes Bachelorstudium plus Master und Doktor absolvieren, um gekonnt Muster zu kombinieren? Bevor es in meinem Kopf weiter ratterte, habe ich mir einfach meinen gestrickten Langarm-Polo-Pulli mit Braun, Beige und Pastellgrünen Streifen geschnappt und mein kürzlich gekauftes Lieblingsteil, eine weiße Oversized-Bluse mit ausladendem, gepunkteten Bubikragen. Die Punkte sind ebenfalls Braun, Beige und Grün (Zufall?). Beim ungeduldigen Stylen vor meinem monströsen Wohnzimmerspiegel wird schnell klar: Das sieht ziemlich gut aus! Und was soll ich sagen, das war der Startschuss für meine Muster-Obsession.
Von Animalprints wie Zebra, Leo und Kuh über geometrische Muster wie Punkte, Streifen und Karo bis hin zu Naturmotiven wie Blätter, Blumen und Pflanzen – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist jedoch:
Foto: Baum und Pferdgarten, Pre-Fall 2026/Launchmetrics
Wenn man mich fragen würde, in welches Outfit ich mich auf den ersten Blick verliebt habe, dann wäre es die lässige Kombi aus der Pre-Fall Kollektion von Baum und Pferdgarten. Der Mix aus einem braunen geschmockten Poloshirt, dem dezent karierten Blazer mit Schleifen-Detail und einer weiten Jeans mit zarten Streifen greift den Trend optimal auf. Das Karo-Muster sowie die Streifen wirken geradlinig und alles andere als wild. Der farbliche rote Faden ist in diesem Fall Braun, was mit dem Blauton der Jeans perfekt harmoniert.
Chanel setzt auf knallige Farben und stylt gleich zweimal Karo mit Orange – der Schmuck ist prunkvoll und das i-Tüpfelchen. Eigentlich besagt eine Regel, dass der Schmuck dezent und eher zurückhaltend sein soll, doch die bricht Chanel gekonnt und zeigt, dass wir das ab jetzt auch tun sollten. Bei Gucci hingegen wird es blumig. Eine eng geschnittene Bluse mit kleinen floralen Prints wird mit einem Rock mit größeren Blumen und Blättern getragen. Dem Muster-Mix sind keine Grenzen gesetzt und wer sich einmal in die Welt dieser Ästhetik begibt, kommt so schnell nicht wieder von ihr weg.
Als kleiner Nachtrag: Es gibt tatsächlich auch eine einfache Erklärung, warum wir uns erst gegen neue Trends wehren, sie dann aber doch irgendwann spannend finden. Je öfter wir etwas sehen, desto vertrauter wird es uns. Was zunächst irritiert, sogar leicht überfordert, beginnt mit der Zeit Sinn zu ergeben. Muster-Mix funktioniert genau so. Anfangs wirkt er wild, doch mit jeder Wiederholung verschiebt sich unsere innere Grenze, was wir als schön empfinden und was nicht. Plötzlich erscheint das früher Gewagte logisch und das einstige Chaos harmonisch. Gerade heutzutage haben wir uns daran gewöhnt, dass Dinge nicht sofort gefallen müssen, um richtig zu sein. Der Muster-Mix profitiert davon enorm. Er wächst durch ständige Präsenz und irgendwann ertappt man sich dabei, wie man denkt: Oh, den Look möchte ich nachstylen.
Fotos: Launchmetrics
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