Ein Spektakel der modischen Extraklasse: Die Paris Fashion Week in der letzten Septemberwoche für die Mode im Frühjahr/Sommer 2025 war voller Premieren, Comebacks, der Schwere (beziehungsweise Leichtigkeit?) des Vermächtnisses und dem kunstvollen Spiel mit Tradition und Innovation. Mit einem zauberhaften Abschluss im Disneyland Paris geht nach Modetagen in New York, London und Mailand schließlich in Paris eine weiterer Modewoche zu Ende.
Bevor wir aber „Au Revoir, Paris“ sagen, lassen wir die letzte Woche nochmal Revue passieren. Hier sind unsere Highlights der Paris Fashion Week Frühjahr/Sommer 2025.
Fotos: Alessandro Lucioni/launchmetrics.com/spotlight
Am 7. Tag der Pariser Modewoche feierte Alessandro Michele sein heiß erwartetes Valentino-Laufstegdebüt. Die Kollektion „Pavillon des folies“ (deutsch: Pavillon des Wahnsinns) für Frühjahr/Sommer 2025 stellt die Frage: „What is beauty anyway?“
Mit glitzernden Verzierungen, schwingenden Röcken, verspiegelten Sonnenbrillen sowie Ringen an Nase und Lippen bleibt der ehemalige Gucci-Kreativdirektor dabei seiner extravaganten Handschrift treu.
Layering, Rüschen, Strumpfhosen und Handschuhen aus Spitze sowie zahlreiche Schleifen runden den opulent-glamourösen Wahnsinn mit einer romantischen Note ab.
Eine weitere Premiere stand bei Dries Van Noten an: Die erste Kollektion ohne den gleichnamigen Gründer, der sich nach 38 erfolgreichen Jahren an der Spitze seiner Brand verabschiedet hatte, würdigt das Vermächtnis genauso wie es neue Perspektiven bietet.
Das In-House Designteam liefert mit der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 einen kraftvollen Mix aus Animalprints, Mustern, raffinierten Schnitten, Stickereien und fließenden Silhouetten in kräftig bunten Farben gemäß der Marken-DNA. Zarte Spitzendetails und Slipkleider sorgen zudem für frischen Wind.
Van Noten selbst? Saß in der Front Row und beobachtete alles aus nächster Nähe.
Anthony Vaccarellos Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 ist genauso eine Hommage an den Gründer Yves Saint Laurent selbst als auch an die vielseitigen Archetypen der Saint Laurent Frau, die sich im Stil des Designers wiederfinden.
Übergroße fließende zweireihige Anzugjacken, teilweise unter Bomberjacken, und die typischen Brillen erinnern einerseits an die Garderobe des im Jahre 2008 verstorbenen Designers. Andererseits bilden opulente, wallende Röcke und kurze Kleider das restliche Archetyp-Spektrum ab. Rüschen, Spitze, auffälliger Schmuck sowie bestickte Blazer mit spitzen Schulterpolstern vervollständigen die Looks.
Ein weiteres Highlight? Bella Hadids spektakuläres Laufsteg-Comeback nach zweijähriger Pause.
Video: launchmetrics.com/spotlight
Sportliche Funktionalität begegnet graziler Eleganz: Inspiriert von Olympia und Diors Archivschätzen bringt Maria Grazia Chiuri athletischen Chic und moderne Weiblichkeit auf den Pariser Laufsteg. Sie legt dabei den Fokus auf die Beziehung zwischen Körper und Kleidung. Leichte Stoffe und klare Schnitte bieten derweil Bewegungsfreiheit, ohne die feminine Silhouette zu verhüllen.
Wer auch absolute Frauenpower verkörpert? Die Künstlerin und Bogenschützin SAGG Napoli, die während der Show beeindruckend Pfeile abfeuerte.
Peter Dos Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 „Grounded“ ist eine stilvolle Hommage an seine vietnamesischen Wurzeln. Im Musée Guimet präsentiert er zwischen Skulpturen asiatischer Kunst Textilien, die er gemeinsam mit dem Thai-Designer Philip Huang mit natürlichen Materialien wie Blättern und Baumrinde eingefärbt hat.
Ob ausgeklügelt drapierte Kleider und Mäntel sowie maßgeschneiderte Hemden und Anzüge oder zerfetzter Denim und Sweatshirts: Do beweist, dass er strukturierte Schneiderkunst ebenso wie die Dekonstruktion beherrscht. Die vietnamesisch-amerikanische Dragqueen Plastique Tiara beendete die Show.
Im Frühjahr/Sommer 2025 beweist die Maison Hermès ihre Wandlungsfähigkeit. Mit anderen Worten: Sie verbindet ihre traditionsreiche Schneiderkunst mit moderner Eleganz in zeitloser Art und Weise. Klassische Formen werden folglich in moderne Silhouetten verwandelt und Markenzeichen wie die Birkin Bag rekonstruiert.
Das Ergebnis? Luxuriös-lässige Looks, die eine Freiheit ausstrahlen, welche dem Gefühl des Sommers gleichkommt.
Fotos: launchmetrics.com/spotlight
„Ich wollte diese Sehnsucht nach dem Sommer einfangen und die Gefühle, die der Sommer in uns weckt“, erklärt Chloé-Designerin Chemena Kamali zur Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025.
Und das gelingt ihr: Die „Freedom Collection“ versprüht mit ihren Spitze- und Häkeldetails, gerüschten Lagen, flatternden Chiffons, Bubble-Skirts, fließenden Kleidern und von der Sonne ausgeblichenen Farben absolute 70er-Jahre-Sommer-Vibes. Florale Prints, inspiriert von einem Kunstwerk aus 1977, große Sonnenbrillen sowie die ikonischen Chloé Bloomer ergänzen die zarte Bohème-Romantik der Kollektion elegant.
Video: launchmetrics.com/spotlight
Louis Vuitton bringt mit der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 das Konzept von „Soft Power“ auf die Paris Fashion Week.
Artistic Director Nicolas Ghesquière kreiert dynamische, harmonische Designs, die durch den Mix aus gegensätzlichen Silhouetten und Stoffen sowie der Balance zwischen Symmetrie und Asymmetrie ständig in Bewegung wirken.
Die Krönung? Über 1.000 gestapelte Louis Vuitton Koffer, die den Runway bildeten.
Fotos: launchmetrics.com/spotlight
Inspiriert von Morning of the Earth, einem Surf-Kultfilm der 70er Jahre, übersetzt Zimmermanns Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 „Illumination“ den freien Lebensstil der Surfer:innen in harmonische Looks. Dabei ist die Verbindung zur Natur und die Stimmung des Films deutlich spürbar.
Sanft flatternde Stoffe und wellenförmige Silhouetten erinnern an Wellen. Jersey sowie Badeanzüge unter strukturierten Jacken und weiten Maxiröcken schaffen dagegen einen spannenden Kontrast an Land.
Durch das Spiel mit Texturen, Rüschen, Layering sowie einer sanften Farbpalette in den Tönen des Sonnenaufgangs fängt Zimmermann das Gefühl der Unbeschwertheit gekonnt modisch ein.
Fotos: launchmetrics.com/spotlight
„Material Girls“ heißt die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 der französischen Maison Rabanne. Damit setzt Creative Director Julien Dossena die „Dualität von Alltäglichem und Exquisitem“ fort, wie es in den Shownotes heißt.
In diesem Sinne mischen sich starke Lagenlooks aus Blazern, Streifenhemden, Hoodies und Parkas zu schimmernden Kleidern.
Definitiv exquisit? Die „teuerste Tasche der Welt“ aus reinem 18-karätigem Gold. Übrigens: Sie ist eine Anspielung auf das „teuerste Kleid der Welt“ von Paco Rabanne aus dem Jahr 1968.
Fotos: launchmetrics.com/spotlight
Nachdem Ganni auf der Copenhagen Fashion Week fehlte, präsentiert die dänische Brand für Frühjahr/Sommer 2025 zum ersten Mal in Paris.
Die Kollektion ist von der Idee der modernen Alchemie geprägt und nutzt mehr als 20 innovative Stoffalternativen, welche mutig miteinander kombiniert werden. In der kommenden Saison experimentiert Creative Director Ditte Reffstrup jedoch nicht nur mit Texturen und Farben. Ebenfalls die Silhouetten werden durch Drapierungen, Schnitte und Gürtel variiert.
Gannis Must-Have-Accessoire? Ein elegantes Halstuch, das den Looks eine spielerische Note verleiht.
Video: launchmetrics.com/spotlight
Nach vierjähriger Pause kehrte Chanel in das ikonische Grand Palais zurück, das seit 2005 Schauplatz der ikonischen Shows des Hauses war.
Für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025, noch ohne neuen Creative Director, inszenierte das Creative Team eine Show vor einem riesigen Vogelkäfig.
Die Looks? Signature-Tweed-Ensembles, fließende Chiffon-Capes, luftige Strickwaren, zarte Federelemente, Overalls im Aviator-Stil und Fliegerjacken geben ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit.
Fotos: Andrea Adriani/launchmetrics.com/spotlight
Copernis Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 entführte uns schließlich ins Pariser Disneyland, dem „Most Magical Place on Earth“, für ein Fest der Jugend, Nostalgie und Fantasie.
Das Designerduo Sébastien Meyer und Arnaud Vaillant ließ sich von ihrer Kindheit sowie Disney-Figuren inspirieren und präsentierte eine dreiteilige Show. Von der unschuldigen Kindheit mit Rüschen, Vintage-Disney-Shirts und 3D-Schmetterlingen, über rebellische Teenie-Jahre in dunklen, strukturierten Looks, ging es bis hin zur Verwandlung in eine Disney-Prinzessin in märchenhaften Kleidern. Kylie Jenner beendete die Show in einem dramatischen, schwarzen Ballkleid.
Die Daten sprechen für sich: Instagram-Account @databutmakeitfashion berechnete eine Popularitätssteigerung der Brand um 151 % nach der Show.
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