Die Mode-Karten werden mal wieder neu gemischt. Nach den großen Designer:innenwechseln im letzten Jahr folgt nun die nächste Welle. Wer kommt und wer geht? Hier sind die spannendsten Fashion-Umbrüche der letzten Wochen.
Es scheint, als würde fast jeden Tag ein Abschied oder Wechsel der wichtigen Kreativdirektor:innen bekannt gegeben werden. Bereits 2024 war beispiellos: Virginie Viard verließ Chanel, dafür kam Matthieu Blazy, der damit bei Bottega Veneta den Platz für Louise Trotter frei machte. Und so startete der Fashion Month für Herbst/Winter 2025/26 mit zahlreichen Debütkollektionen von Haider Ackermann (Tom Ford) bis Sarah Burton (Givenchy).
Das Wechselspiel ist aber noch lange nicht vorbei. Das sind die wichtigsten Änderungen der letzten Wochen:
Nach neun Jahren als Kreativdirektorin für die Haute Couture-, Ready-to-Wear- und Accessoire-Kollektionen verlässt Maria Grazia Chiuri Dior. In ihren Kollektionen stand dabei stets die Frau und das Frausein im Mittelpunkt. Delphine Arnault, Vorsitzende und CEO von Christian Dior Couture, dankte Chiuri für ihre „inspirierende feministische Perspektive und außergewöhnliche Kreativität“ im Rahmen ihrer Arbeit bei dem französischen Modehaus.
Als Nachfolger ernennt Dior nun Jonathan Anderson zum neuen Creative Director für die Damen-, Herren- und Haute-Couture-Kollektionen. Damit übernimmt erstmals seit Monsieur Dior ein Designer alle kreativen Bereiche des Hauses. Es sei ihm eine große Ehre. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den legendären Ateliers das nächste Kapitel dieser außergewöhnlichen Geschichte zu gestalten“, so der Designer über seine neue Aufgabe.
Im März wurde bereits Andersons Abschied bei Loewe bekannt.
Foto: launchmetrics.com/spotlight
Als Jonathan Anderson weder mit seiner gleichnamigen Marke JW Anderson in London noch mit Loewe in Paris am Fashion Month teilnahm, brodelte die Gerüchteküche. Dann wurde bekannt: Nach 11 Jahren bei Loewe verlässt der Creative Director das spanische Modehaus.
Auf Instagram zeigte sich der britisch-irische Modedesigner dankbar: „In den letzten elf Jahren hatte ich das Glück, von Menschen umgeben zu sein, die über die Vorstellungskraft, die Fähigkeiten, die Hartnäckigkeit und den Einfallsreichtum verfügen, um einen Weg zu finden, zu all meinen ehrgeizigen Ideen ‚Ja‘ zu sagen.“
Die kreative Vision von Loewe werden die Proenza Schouler Gründer Jack McCollough und Lazaro Hernandez übernehmen.
Nach fast drei Jahrzehnten im Familienunternehmen tritt Donatella Versace als Creative Director von Versace zurück. Als sie 1997 nach dem tragischen Tod ihres Bruders die kreative Vision übernahm, gab es viele Zweifler:innen. Doch sie bewies sich und wurde zur internationalen Modeikone.
Jetzt bricht eine neue Ära an: Erstmals in der Geschichte von Versace übernimmt ein Nicht-Familienmitglied das kreative Ruder: Miu Mius ehemaliger Design-Direktor Dario Vitale wird Kreativdirektor von Versace.
Foto: launchmetrics.com/spotlight/Courtesy of VERSACE
Foto: © Demna
Demna Gvasalia ist seit 2015 Balenciagas Kreativdirektor. Im Juli wird er seine letzte Coutoure-Kollektion für Balenciaga zeigen, bevor er zu Gucci wechselt.
Demnas (der Designer verzichtet seit 2021 auf seinen Nachnamen) kreative Stärke sei „genau das, was Gucci braucht“, so LVMH-Chef Francois-Henri Pinault. Demna selbst freue sich „ein neues Kapitel der erstaunlichen Geschichte von Gucci zu schreiben.“ Der in Georgien geborene Designer folgt auf Sabato De Sarno. Wer ihn bei Balenciaga ersetzen wird, ist noch unklar.
Lucie und Luke Meier zeigten auf der Mailänder Modewoche mit der Herbst/Winter 2025 Kollektion ihre letzte kreative Vision für Jil Sander. Die beiden designten fast acht Jahre lang für das für seinen raffinierten Minimalismus bekannte Modehaus.
Nun übernimmt Simone Bellotti die kreative Spitze. „Ich fühle mich unglaublich geehrt, zu Jil Sander zu kommen, einem traditionsreichem Haus, das mit seinem einzigartigen Ansatz und seiner starken Identität eine neue Ästhetik geschaffen hat“, so der Italiener, der zuvor in gleicher Position bei Bally tätig war.
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Foto: launchmetrics.com/spotlight/Paolo Lanzi
Casey Cadwallader verlässt Mugler nach sieben Jahren bei der Brand. In der Zeit hat er viel bewegt. Seine extravaganten avantgardistischen Designs setzten neue Maßstäbe und machten Mugler zum Synonym ultra-inklusiver und wagemutig glamouröser Mode. Zu seinen prominenten Anhänger:innen zählen Beyoncé, Lady Gaga, Dua Lipa, Megan Thee Stallion oder auch Cardi B.
In seine Fußstapfen tritt Miguel Castro Freitas. Der Portugiese ist vielen bisher kein ein Begriff, trotzdem verfügt er über 20 Jahre Erfahrung in der Modebranche. Unter Raf Simons leitete er die Schneiderei bei Christian Dior, war verantwortlich für die Damenmode bei Dries van Noten und Kreativdirektor von Sportmax.
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