José Ignacio: Südamerikas stilvoller Strandort

Nicht weit von Punta del Este entfernt, dem exklusivsten Reiseziel Uruguays, hat sich ein Fischerdorf zu einer schicken Sommerdestination mit besonderen Hotels, Kunstgalerien, Restaurants und Villen entwickelt

Foto: Pexels

Einsamkeit, breite Strände und Exklusivität – all das bot Punta del Este (Uruguay). Der Strandort, von vielen als der exklusivste Südamerikas (manche sagen sogar ganz Amerikas), galt seit den 1970er-Jahren als die Perle der südlichen Sommer. Doch mit der Zeit, dem wachsenden Tourismus, dem Immobilienboom und den Fünf-Sterne-Hotels veränderte sich sein Charakter.

Viele Liebhaber der uruguayischen Küste begannen daher, im Sommer nach einem ruhigen Gegenpol zu suchen – und fanden ihn nur 45 Minuten entfernt, in José Ignacio.

Dort, wo ein kleines Fischerdorf lag, entwickelte sich eine Sommerdestination mit einem anderen Profil: weniger Lärm, weniger Inszenierung, dafür mehr Weite, Natur und zurückhaltende Eleganz. José Ignacio wurde zum Refugium für alle, die den Sommer nicht nur verbringen, sondern bewusst erleben wollten.

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Mit der Seele eines Fischerdorfes

Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen des Ortes. Er wurde im Jahr 1877 errichtet, um Seeleuten auf dem Weg nach Montevideo und Buenos Aires Orientierung zu bieten. In den 1990er-Jahren wurde José Ignacio von internationalen Reisenden aus den USA und Europa entdeckt – viele der heutigen Bewohner stammen aus diesen Ländern – und entwickelten sich allmählich zu einem exklusiven Rückzugsort.

José Ignacio hat keine Gehwege. Die Straßen bestehen aus Sand und sind nicht beleuchtet – der Nachthimmel ist entsprechend beeindruckend. Umgeben von Dünen und dem dichten Wald von La Juanita bewahrt der Ort bis heute seine ursprüngliche Atmosphäre. Die Strände sind öffentlich, unbebaut und teilen sich auf zwei Seiten: La Mansa, mit ruhigem Wasser und dem schönsten Sonnenuntergang der Region, und La Brava, mit offener See. Boutique-Hotels und private Villen bieten direkten Zugang zum Meer an.

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Foto: Gurisa Restaurante

À la carte!

Während der Sommersaison öffnen zahlreiche raffinierte Restaurants. La Huella gilt als das bekannteste Beach-Restaurant von José Ignacio und überzeugt mit einer ebenso ungewöhnlichen wie attraktiven Mischung von Pizza und Sushi. Es ist der Place-to-be, wenn man gesehen werden will.

Der weltweit bekannte argentinische Koch Fernando Trocca betreibt hier sein Restaurant Mostrador Santa Teresita, das tagsüber geöffnet ist und saisonale Gerichte in entspannter Atmosphäre serviert – die Einrichtung erinnert an die Reiseziele der Côte d’Azur. Noch ein Klassiker ist Osaka, das Nikkei Restaurants, das auch in Dubai, Buenos Aires, Chicago und Miami ist. 

Neu ist Bliss, eröffnet von dem deutsch-österreichischen Paar Katrin Wondra und Max Hauf, den Köpfen hinter dem Wiener Ramen-Restaurant Maka. Ihr Konzept verbindet eine feine, zeitgenössische Küche mit asiatischen Einflüssen.

Design-Dorf am Meer

Für die Kunstliebhaber gibt es auch einen Rundgang durch verschiedene Kunstateliers, wie zum Beispiel, Galería Los Caracoles, Fundación Cervieri Monsuárez y Atelier Carlos Vignolo. Die Amalia-Amodeo-Stiftung setzt sich für soziale Inklusion und den Zugang zu grundlegenden Rechten durch Bildungs-, Kultur- und Gemeinschaftsprojekte ein, mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche und hat ein buntes und modernes Gebäude in der Nähe von La Mansa Strand.

Fotos: Amalia-Amodeo-Stiftung & Ta Khut

Posada Ayana -gegründet von einem österreichischen Ehepaar, Edda und Robert Kofler- ist es richtig ein Boutique-Hotel voll Kunst. Mit dem Ziel, ein an die Posada angrenzendes Grundstück zu bewahren, bauten sie den ersten unabhängigen Skyspace von James Turrell in Südamerika auf, mit dem Titel Ta Khut (das Licht, auf Ägyptisch).

Ein fast fünf Meter großer Ausschnitt des Himmels wird hier zur Leinwand. Die Installation ruht auf einer mit Erde und Gras bedeckten, offenen Struktur – ruhig, klar, zeitlos.

Fotos: Posada Ayana

Nur wenige Straßen weiter, im Wald von La Juanita, unterstützt das Paar ein weiteres Kunstprojekt. Der belgische Künstler Fons De Muynck schuf Dark Matters Pinus, eine Installation, die mit Licht, Dunkelheit und Wahrnehmung spielt. Auf den Prinzipien der Camera Obscura basierend, verwandelt die Arbeit den Wald in einen besonderen Erfahrungsraum.

Wer einkaufen möchte, gibt brasilianische, argentinische und uruguayische Design Marken mit viel Stil für den Strand, die Partys und die Sunsets, aber auch sehr schöne Dekoration (A.mar, Marhaba und The Happy House) und Schmuckgeschäfte.

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Foto: Anushka Elliot y Cecilia Mendez

José Ignacio drängt sich nicht auf, es lässt sich entdecken. Zwischen Meer und Dünen bewahrt dieser Ort eine seltene Ruhe und eine Identität, die nichts beweisen muss. Ein Platz mit Seele, an dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint – und zu dem man immer wieder zurückkehren möchte.

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