Japan – 5 Städte in zwei Wochen. Teil 1

Dass in Japan nicht nur Tokyo eine Reise wert ist, sondern
auch andere Städte erlebenswert sind, spricht sich zunehmend
herum. Unsere Genz Z-Redakteurin Lola hat sich vor Ort
umgesehen und Sehenswertes gesammelt.

Shibuya Crossing bei Nacht: Menschenmassen und Lichtermeer im Herzen Tokyos. Foto: privat
Shibuya Crossing bei Nacht: Menschenmassen und Lichtermeer im Herzen Tokyos. Foto: privat

Zocken in Tokyo und Matcha trinken in Kyoto

Tokyo – 3 Nächte im Takt der Hauptstadt-Metropole

Drei Nächte. Nicht viel Zeit in einer Stadt, die sich anfühlt wie ein Universum, aber gerade genug, um Tokyo auf seine ganz eigene Weise zu inhalieren. Unsere Unterkunft? Ein charmantes Airbnb in einer ruhigen Seitenstraße unweit von Shibuya, dem pulsierenden Herzschlag dieser Megametropole.

Los geht’s mit einem Spaziergang zum Shibuya Crossing dem ikonischen Zebrastreifen, der mehr als nur eine Straße ist. Es ist ein Schauspiel aus Bewegung, Licht und Rhythmus. Gleich ums Eck: der Mega Don Quijote. Eine Reizüberflutung der schönsten Sorte von quietschbunter Kosmetik bis zu skurrilen Souvenirs, hier findet man alles, was man nicht gesucht hat, aber mitnehmen muss. Es ist ein Leichtes, sich in diesem bunten Wahnsinn zu verlieren. Zwischen quietschenden Maskottchen, glitzernden Eyelinern und sprechenden Haushaltsgadgets verschwimmen Raum und Zeit und ehe man’s merkt, sind zwei, vielleicht drei Stunden einfach weg. Aber wer will hier schon auf die Uhr schauen?

Don Quijote Megastore: Bunt, verrückt, unendlich – Shopping im Tokyo-Style. Foto: privat

Don Quijote Megastore: Bunt, verrückt, unendlich – Shopping im Tokyo-Style. Foto: privat

Für eine Verschnaufpause lohnt sich das Blue Bottle Café Shibuya es ist minimalistisch, ruhig, mit exzellentem Kaffee und überraschend guten Sandwiches.

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Blue Bottle Café in Shibuya: Kaffee-Pause im minimalistischen Stil. Foto: privat

Ichiran Ramen Kabine: Allein, aber nie einsam – Ramen mit Fokus. Foto: privat

Ichiran Ramen Kabine: Allein, aber nie einsam – Ramen mit Fokus. Foto: privat

Hungrig?

Dann ab zu Ichiran Ramen. Man sitzt allein in kleinen Kabinen, um sich ganz der Suppe zu widmen. Sie ist intensiv, würzig, einfach hypnotisch gut. Eine Erfahrung, die fast schon meditativ wirkt. Der perfekte Einstieg in die Japanische Küche

Ein Must: An der Harajuku Station aussteigen und einfach loslaufen, vorbei an bunten Boutiquen, Vintage-Läden und skurrilen Fashion-Statements. Der Weg führt bis zur Omotesando Station, Tokyos Antwort auf den Pariser Boulevard, nur futuristischer. Zwischen diese beiden Stationen kann man alles im Bereich Mode finden, was man sich vorstellen kann. Ob Marken die international sind, wie auch lokale Brands alles ist hier vertreten.

Und wer es etwas entspannter mag: Shimokitazawa. Ein Viertel wie aus einem Indie-Film. Rund um die Station reihen sich Cafés, Vintage-Boutiquen und Plattenläden aneinander. Man verliert sich in den kleinen Gassen, auf die schönste Weise. Hier lohnt es sich, einfach zu bleiben und auch mal eine Auszeit sich zu gönnen von den ansonsten etwas stressigeren Vierteln.

Gassen in Shimokitazawa: Cafés, Plattenläden und ganz viel Vintage Klamotten. Fotos: privat

Für alle Tech-Nerds, Gamer-Girls oder einfach Neugierige: Akihabara ist kein Stadtteil, es ist ein elektrisierender Overload. Neon flackert in allen Farben, Games piepen, Gadgets blinken, und alles wirkt ein bisschen wie Science-Fiction – nur echt. Wer je in Anime-Welten oder durch Pixelträume geschwebt ist, muss hierher. Punkt.

Vergesst, was ihr aus Serien oder YouTube kennt, live ist es einfach anders. Krasser, lauter, größer. In den Spielhallen türmen sich sechs Stockwerke voller Automaten, grell und endlos. Tausende Menschen zocken synchron, der Sound ist ein einziges, vibrierendes Rauschen aus Zukunft und Nostalgie.

Man steht mittendrin ob überfordert, fasziniert, komplett wach oder einfach alles. Akihabara ist ein Erlebnis, das man nicht einfach abhakt. Man fühlt es.

Akihabara Spielhalle: Zocken zwischen Neon und Nostalgie. Fotos: privat

Wer’s traditioneller mag, sollte morgens Richtung Tsukiji Market schlendern. Straßenstände, dampfende Fischsuppen, saftige Tamago-Spieße – Streetfood, welches besser ist, als alles was ich davor je gesehen habe. Stände mit frischem Fisch, frischen Wagyu Fleisch und dann auch noch günstig. Kann man sich etwas Besseres vorstellen?

Wer es traditioneller mag und dabei auf neue Geschmäcker steht sollte sich frühmorgens zum Tsukiji Markettreiben lassen. Schon beim ersten Schritt weht einem der Duft von frisch gegrilltem Fisch und dampfender Miso-Brühe entgegen. Zwischen klappernden Pfannen und rufenden Verkäufern reihen sich Straßenstände aneinander, eine Ware köstlicher als die andere.

Tamago-Spieße, süß und fluffig. Frischeste Sashimi-Stücke, die auf der Zunge zergehen. Wagyu-Fleisch, so zart, dass man es fast mit einem Blick schneiden könnte und das Beste: alles überraschend bezahlbar.

Streetfood auf dem Tsukiji Market. Fotos: privat

Jetzt ein Tipp für Abends : Shinjuku. Die größte Bahnstation der Stadt ist ein Labyrinth, das sich zu beiden Seiten in unterschiedliche Welten öffnet. Am Westausgang wartet ein echter Geheimtipp: Omoide Yokocho (Memory Lane) – schmale Gassen voller Mini-Restaurants, rauchige Luft, köstliches Yakitori, ehrliches Bier wie natürlich auch Sake. Besonders empfehlenswert: das kleine Restaurant たっちゃん (Tatchan) – unbedingt auf Google Maps suchen.

Omoide Yokocho bei Nacht: Yakitori, Rauch und das echte Japan-Gefühl. Fotos: privat

Kabukicho Leuchtreklamen. Foto: privat

Ein Katzensprung

Von dort ist es nur ein Sprung ins benachbarte Kabukicho Tokyos wildes Ausgehviertel. Laut, grell, vibrierend. Hier wird nach der Arbeit gelebt, gelacht, getrunken. Clubs, Izakayas, Karaoke einfach ein energetischer Rausch, in dem die Nacht niemals müde wird.

Hakone – Mount Fuji (eine Nacht in der Natur)

Von der Shibuya Crossing bis zur Odawara Station sind es etwa 1 Stunde und 30 Minuten mit den J-Lines und plötzlich fühlt sich alles anders an. Der Lärm Tokyos verblasst, die Luft wird klarer, die Gedanken langsamer.

Unser Ziel: das Hotel Hakone Ashinoko Hanaori – eine moderne Oase mit traditioneller Seele. Beim Ankommen bekommt man nicht nur einen Zimmerschlüssel, sondern auch ein ganz neues Gefühl für Zeit: Ein Yukata (japanischer Pyjama) und ein leichter Kimono liegen bereit und ja, man trägt sie ganz selbstverständlich durchs gesamte Haus. Es ist, als würde man für einen Moment Teil von etwas Ursprünglicherem werden.

Hakone: Ankommen, abschalten, runterfahren. Foto: privat

Hakone: Ankommen, abschalten, runterfahren. Foto: privat

Das Onsen: pure Poesie. Naturwarmes Thermalwasser, Blick auf die umliegenden Berge, und dieses Gefühl, dass selbst Gedanken zur Ruhe kommen. Entspannung, wie ich sie vorher nicht kannte.

Das Hotel liegt direkt am See, perfekt für eine kleine, heilsame Pause nach der Großstadt. Auch wenn wir nur eine Nacht hier waren, hat es gereicht, um aufzutanken und sich zu stärken für die Städte die vor uns standen.

Die Busfahrt vom Bahnhof zum Hotel dauert ca. 40 Minuten, und dabei kommt man an einem Aussichtspunkt für Gänsehautmomente vorbei: der Aussichtsplattform mit Blick auf den Mount Fuji. Wir hatten Glück der Himmel war klar und dadurch unser Blick frei war. Und plötzlich ist er da: der Fuji. Riesig. Majestätisch. Still. Ein Anblick, der bleibt.

Mount Fuji vom Aussichtspunkt oder aus dem Bus. Ein Moment für die Ewigkeit. Fotos: privat

Und wer noch ein bisschen höherhinaus will: Die Seilbahnstation liegt nur 5 Gehminuten vom Hotel entfernt, ideal für alle, die sich den Fuji auch von oben anschauen wollen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Fun Fact: So gigantisch er auch ist, den Mount Fuji kann man tatsächlich nur an etwa 80 Tagen im Jahr klar sehen. Der Rest? Versteckt hinter Wolken, Dunst oder einfach gutem alten Wetterdrama.

Also: Ich drücke jedem die Daumen, der die Reise extra auf sich nimmt, möge es einer dieser 80 Tage sein. Es lohnt sich. Versprochen.

Kyoto – die Stadt des Matcha (3 Nächte)

Drei Nächte in Kyoto, im eleganten Hilton Hotel ein Ort, der das alte und neue Japan fast beiläufig zusammenbringt. Zwischen Zen-Gärten und Einkaufsstraßen, alten Schreinen und hippen Cafés pulsiert Kyoto in einem ganz eigenen Rhythmus.Direkt ums Eck: die große Einkaufsstraße, wo sich alles trifft: Vintage, Streetwear, Designer, Souvenir. Shoppen in Japan? Nicht nur erlaubt, sondern fast Pflicht. Man wird fündig. Immer. Vertraut.

Ein Highlight: der Nishiki Market. Eine schmale, überdachte Gasse, voll mit Food-Ständen, Gewürzen und Streetfood, die man in keinem Guide findet. Und dann war da dieses eine Topping:

Kyoto Crunchy Hot Chili Oil Rice Sesame, ja, klingt TikTok, war TikTok, aber manchmal haben diese Videos recht. Ich war skeptisch, aber nach dem ersten Bissen war klar: Das ist kein Trend – das ist ein neues Gewürz-Lebensgefühl. Nicht nur Ich war am Ende überzeugt und dann wurden schnell mal einige von den Gewürz Mischungen gekauft.

Nishiki Market, Kyoto: Streetfood trifft Tik Tok. Fotos: privat

Und natürlich: Matcha. Kyoto ist die Stadt des Matchas also machten wir uns auf die Suche nach dem besten. Doch das war schwieriger als gedacht. Ich musste schnell lernen, dass der Iced Matcha Latte, wie wir ihn aus Deutschland kennen? Gibt’s hier nicht so. Zu süß. Zu bitter. Zu irgendwas. Aber dann, kam ein kleiner Teeladen, fast versteckt, direkt rechts neben dem Crochet Kyoto Main Store (achte auf die kleinen Schilder draußen). Zwei Sorten Matcha, zwei kleine Tassen und plötzlich war klar: Hier weiß jemand, was er tut. Und es schmeckt. Ich nahm mir gleich eine Packung Matcha mit, überzeugt, dass ich gerade den einen gefunden hatte. Und was soll ich sagen? Ich durfte recht behalten. Nichts kam bisher auch nur annähernd ran.

Wer Kyoto besucht, kommt an den Schreinen nicht vorbei und sollte es auch gar nicht wollen. Besonders magisch: der Kiyomizu-dera Tempel, hoch oben, mit weitem Blick und einem Pfad, der sich bergab durch kleine Gassen schlängelt, vorbei an Läden, Cafés, Souvenirs, Geschichte. Dieser Weg führt direkt ins Viertel Sannenzaka und Ninenzaka, zwei der schönsten alten Straßen Kyotos.

Kiyomizu-dera Tempel: Aussicht, Geschichte und kleine Gassen. Fotos: privat

Und dann: Gion. Abends. Wenn die Laternen am Fluss entlang leuchten und aus den kleinen Restaurants Stimmen, Lachen und Musik dringen. Es ist ein Viertel voller Atmosphäre ideal zum Schlendern, Staunen, Entdecken.

Abendstimmung in Gion. Fotos: privat

Dann kommen wir zu zwei meiner Lieblings Dinner Erfahrung in ganz Japan:

Dinner-Tipp #1:

魚々鶏夜 – Authentisch, herzlich, voll mit Locals. Keine Show, einfach gutes Essen und Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Sehr zu empfehlen.

Dinner-Tipp #2:

Ponshu-ya Santoku Rokumi – Gojo Takakura. Ein kleines, cooles Restaurant, geführt von fünf oder sechs Leuten, die alles selbst machen – vom Grill bis zum Sake. Offene Küche, großartiges Interior, ein Ort, der bleibt. Ein Erlebnis zum Zuschauen, Mitfühlen, Genießen.

Dinner in Kyoto: Lokale Küche, große Begeisterung. Fotos: privat

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