Der Zauber des Nichts

Im Norden Chiles liegt eine der außergewöhnlichsten Landschaften der Welt: die Atacama-Wüste. Dünen, Vulkane, Geysire, Salzseen, gewaltige Felsformationen und einer der klarsten Himmel der Welt machen die Region zu einem besonderen Reiseziel, um die Weite der Natur wirklich zu spüren

Foto: Fernando Gomez Dossena

Alles in Atacama ist intensiver: monumentaler, trockener, schöner, unwirtlicher und sternenreicher. Die trockene Luft, die intensive Sonne am Tag, die großen Temperaturschwankungen und der wolkenlose Himmel voller Sterne bilden die Kulisse für ein außergewöhnliches Abenteuer im Norden Chiles.

Zuerst fliegt man nach Calama. Von dort fährt man noch etwa eineinhalb Stunden mit dem Auto bis San Pedro de Atacama, einem kleinen Ort, der als Ausgangspunkt für die Erkundung der ganzen Region dient.

Atacama gehört zu den trockensten Regionen der Erde, ist aber keineswegs eine leblose Wüste. Auf dem Altiplano leben Vikunjas, Lamas und Flamingos. Auch verschiedene Pflanzenarten haben sich an die Höhe, die kalten Nächte und den extremen Wassermangel angepasst. Wo auf den ersten Blick kein Leben zu existieren scheint, ist es trotzdem da – und genau das macht diese Landschaft so überraschend.

Unvergessliche Wege

Auf den Straßen und Wegen dieser Region unterwegs zu sein, ist schon ein Erlebnis für sich. Die scheinbar endlosen Landschaften, ihre Farben und vor allem ihre großen Unterschiede ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich. San Pedro de Atacama liegt zwischen den Anden, dem Domeyko Gebirge und dem Salzgebirge. Diese besondere Geografie sorgt dafür, dass sich die Landschaft ständig verändert.

Zu den interessantesten Ausflügen gehören:

  • Die Geysire von El Tatio: Der Ausflug dauert etwa einen halben Tag. Man startet noch in der Nacht, um bei Sonnenaufgang auf mehr als 4.300 Metern Höhe in den Anden anzukommen. Dort kann man heiße Quellen und große Dampfsäulen erleben. Wegen der Höhe sollte man sich vorher gut akklimatisieren. Außerdem muss man sehr warme Kleidung mitnehmen, denn die Temperaturen können dort oben bis auf etwa –10 °C fallen.

  • Der Salar de Atacama: Auf etwa 2.300 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt sich eine riesige Salzfläche. Dazwischen liegen Lagunen, in denen verschiedene Flamingoarten leben. Der Geruch von Schwefel gehört ebenso zu dieser Landschaft wie der weite, tiefblaue Himmel, der kein Ende zu nehmen scheint.

  • Ckamur: Dieser Teil des Valle de la Luna eignet sich besonders zum Erkunden, Wandern und Klettern – und am Ende des Tages auch dazu, den Sonnenuntergang zu beobachten. Ckamur liegt in der Cordillera de la Sal und führt mitten hinein in einige der schönsten Landschaften der Region und zu den Dünen von Atacama. Besonders beeindruckend sind die weiten Ausblicke und die Möglichkeit, die Salzberge aus nächster Nähe zu sehen.

  • Die Hochlandlagunen: Auf mehr als 4.100 Metern über dem Meeresspiegel liegen Miscanti und Miñiques wie riesige Wasserspiegel zwischen Vulkanen und scheinbar endlosen Landschaften.

  • Garganta del Diablo und Quebrada de los Cardones: Zwei Orte, die mit ihren Schluchten, Farben und ihrer Vegetation stark an die argentinische Puna erinnern.

Außerdem kann man jeden Abend an zwei verschiedenen Uhrzeiten an einer astronomischen Erfahrung teilnehmen. Auf einem kleinen Hügel liegt Ckepi – „Auge“ in der Sprache Kunza –, der astronomische Aussichtspunkt des Dorfes. Dort gibt es ein professionelles Teleskop. Ein Experte erklärt den besonderen Himmel dieser Region. Schon mit bloßem Auge kann man unglaublich viele Sterne, Meteore, die Milchstraße und Nebel sehen.

Atacama hat diese besondere Fähigkeit: Man hat das Gefühl, dass es dort nichts gibt und gleichzeitig alles da ist. Es gibt keinen Lärm, keinen Überfluss und keine Ablenkung. Dafür gibt es Berge, Salz, Wind, einen unendlichen Himmel und eine Natur, die einen dazu bringt, genauer hinzuschauen.

Stay In Touch

Be the first to know about new arrivals and promotions