Sei es ein langfristiger Umzug, ein Auslandsaufenthalt oder Pendeln für den Job: Früher oder später kommt das Bedürfnis, sich einen sozialen Kreis aufzubauen. Aber auch unabhängig von einem Ortswechsel kann der Wunsch nach frischem Wind im Freundeskreis aufkommen. Denn, egal wo wir sind: Ein stabiles soziales Umfeld ist für das eigene Wohlbefinden essenziell.
Freundschaften sind mehr als nette Gesellschaft. Laut einer deutschen Studie steigern soziale Kontakte unser Wellbeing. Lachen, quatschen, sich den Frust von der Seele reden und gemeinsam durch dick und dünn gehen: Freund:innen und Bekannte helfen nicht nur dabei, sich in einer neuen Stadt zurechtzufinden, sondern bieten auch emotionale Unterstützung in allen Lebenslagen. Mit sozialem Kontakt fühlen wir uns glücklich, geliebt und unterstützt, wie der Snapchat Friendship Report zeigt.
Soziale Kontakte und Networking können zudem berufliche Chancen eröffnen und die Lebensqualität steigern. Wer aktiv neue Leute kennenlernt, fühlt sich außerdem schneller heimisch und baut ein stabiles Umfeld auf.
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Sich einzugestehen, neue Freund:innen finden zu wollen, kann sich trotzdem erstmal etwas ungewohnt anfühlen. Das Gefühl, wieder von vorne anfangen zu müssen, kann einschüchternd sein. Wir denken sofort an Kindergarten oder Schulhof, dabei ist es völlig normal, dass sich Freundschaften im Laufe des Lebens verändern.
Trotzdem fällt es uns oft schwer, aktiv auf andere zuzugehen. Wir sind unbeholfen, finden Ausreden aufgrund „fehlender Zeit“, sind ein bisschen eingerostet oder peinlich berührt. Plus: In einer neuen Stadt kommt noch das Unbekannte dazu: neue Umgebung, neue Menschen. So passiert es umso schneller, dass wir uns unsicher und einsam fühlen. Fakt ist: Fast die Hälfte aller jungen Europäer:innen fühlt sich einsam.
Die gute Nachricht? Mit der richtigen Herangehensweise und etwas Geduld lassen sich die Hürden meistern.
Zum Glück gibt es mittlerweile viele digitale Helferlein, um langfristige soziale Kontakte zu knüpfen. Neben den altbekannten Klassikern wie Meetup, Bumble BFF oder lokale Facebook-Gruppen, haben sich in letzter Zeit Apps entwickelt, die sich echte Connections zur Mission gemacht haben.
Jeden Mittwochabend bittet Timeleft weltweit fünf Unbekannte an einen Tisch. Und das mit Erfolg: Laut Umfrage empfanden 96 % die Dinnerpartner:innen als Match! Gestartet wird mit einem kurzen Fragebogen, der sich wie eine Miniversion von 16Personalities anfühlt. Aber keine Sorge, auch wer sich mit Entweder-Oder-Fragen schwertut, kann den Persönlichkeitstest schnell beantworten.
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Wie hört es sich an, gemeinsam mit anderen Frauen neue Hobbies zu entdecken? Die Women Empowerment Community Les Amis organisiert kreative Workshops und Events in verschiedenen Städten – und das nur für Frauen.
Der Ablauf ist ganz einfach: Für das persönliche Profil können wie bei einer Dating-App Interessen ausgewählt, eine Bio erstellt und Fotos hochgeladen werden. Erst dann werden die ersten Veranstaltungen vorgeschlagen. Von Flower Bouquet-Workshops oder einem autarken Ökosystem im Glas über Social Events bis hin zu organisierten Reisen: Bei den Hunderten von Erlebnissen ist für jede etwas dabei. Und wenn mal keine Connection entsteht, dann wurde zumindest eine neue Aktivität ausprobiert.
Die ersten Kontakte sind geknüpft? Perfekt! Aber aus lockeren Bekanntschaften werden nicht automatisch Besties. Laut Prof. Jeffrey A. Hall braucht es 40 bis 60 Stunden, um ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Für eine echte Freundschaft braucht man mindestens 80 bis 100 Stunden. Das sind mehr als 3 Tage.
Ganz wichtig? Authentisch bleiben, den Kontakt pflegen und Treffen aktiv planen.
Und nicht vergessen: Alleinsein bedeutet nicht partout Einsamkeit. Manchmal ist genau das der beste Moment, um sich selbst besser kennenzulernen und das zu tun, worauf wir Lust haben.
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