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Oura Ring 4 im Langzeittest: Lohnt sich der gehypte Smart-Ring?

Smartwatches und Fitness-Tracker sind längst Alltag. Doch wer es minimalistischer mag, landet schnell beim Oura Ring – einem unauffälligen Ring, der Schlaf, Aktivität und Gesundheit trackt. Unsere Autorin hat ihn ein halbes Jahr lang getestet und das ist ihre Meinung dazu

zwei hände mit goldfarbenem oura ring am rechten zeigefinger
© Oura/ PR

Vor gut zehn Jahren begann der große Boom der Wearables. Mit den ersten Fitness-Armbändern und später den Smartwatches wollten Tech-Unternehmen unseren Alltag gesünder, smarter und besser organisiert machen. Plötzlich zählten wir Schritte, verglichen Pulsfrequenzen und ließen uns von kleinen Vibrationen daran erinnern, aufzustehen oder Wasser zu trinken. Gesundheitstracking wurde zum Mainstream und spätestens seit Apple Watch und Oura Ring auch zum Lifestyle-Statement. Die neue 4. Generation des Oura Rings verspricht noch präzisere Daten und ein Design, das mehr nach einem Mode-Accessoire, als nach einem Smart-Device aussieht. Aber wie gut funktioniert das wirklich im Alltag? Ich habe den Oura Ring 4 sechs Monate lang getragen – hier mein Fazit.

Was ist der Oura Ring 4?

Der Oura Ring ist ein Smart-Ring, der anstelle einer klassischen Uhr oder eines Fitnessarmbands getragen wird. Entwickelt in Finnland, hat er sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Gadget für Menschen entwickelt, die Wert auf Gesundheit, Lifestyle und Performance legen, ohne dabei ständig ein Display am Handgelenk zu tragen. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, dass in dem markanten Ring, den es in sechs verschiedenen Farben gibt, so viel Technik steckt. Genau das ist auch die Intention dahinter: Der Oura Ring soll nicht wie ein Tech-Device aussehen, sondern wie ein Schmuckstück, das sich unauffällig ins Outfit integriert. Nur die kleinen Sensoren auf der Innenseite des Rings lassen vermuten, dass hier mehr drin steckt. 

frau im lotussitz mit silberfarbenem oura ring am rechten zeigefinger
© Oura/ PR

Oura Ring 4: Funktionen im Überblick

Auf der Innenseite des Rings sitzen mehrere optische Sensoren, die mit Infrarot-LEDs arbeiten. Diese leuchten je nach Messung grün oder rot. Grünes Licht wird vor allem tagsüber verwendet, um die Herzfrequenz bei Aktivität oder im Ruhezustand zu messen. Rotes Licht kommt vor allem nachts zum Einsatz, da es die Blutzirkulation tiefer im Gewebe erfasst. Das sorgt für genauere Daten beim Schlaf-Tracking und SpO₂-Messungen (Sauerstoffsättigung). Der Ring misst kontinuierlich im Hintergrund, ohne dass man aktiv etwas einschalten muss. Besonders nachts arbeitet er intensiv, da die Qualität des Schlafs einer der Kernbereiche des Oura-Trackings ist. Am Morgen bündelt die App diese Daten und zeigt Schlafphasen, Tiefschlaf, REM-Phasen und eventuelle Unregelmäßigkeiten an. Das grüne und rote Leuchten ist typisch für solche Devices und im Vergleich zu anderen Wearables, stört das Licht nicht – auch wenn es bei Dunkelheit nachts leuchtet.

Doch auch tagsüber ist der Ring aktiv: Er registriert Bewegungen, Schritte, Pausen und kleine Veränderungen der Körpertemperatur. Aus all diesen Informationen entstehen drei zentrale Bereiche, die den Alltag strukturieren:

  • Schlafqualität: Schlafphasen, Erholung, Ruhezeit
  • Herzfrequenz & HRV: Herzratenvariabilität als Indikator für Stress und Erholung
  • Körpertemperatur: Schwankungen können frühe Hinweise auf Krankheit oder den Zyklus geben
  • SpO₂-Messung: Sauerstoffsättigung im Blut, besonders wichtig für die nächtliche Erholung
  • Aktivität & Schritte: Tägliche Bewegung, Trainingsintensität, geschätzter Kalorienverbrauch

Diese Messungen fließen schließlich in den bekannten Readiness-Score ein, der einem jeden Morgen in der App verrät, ob man fit für Sport und volle To-do-Listen ist oder ob der Körper lieber einen Gang runterschalten sollte.

Neu beim Oura Ring 4: verbesserte Sensoren, eine noch präzisere Schlafanalyse und eine bessere Batterielaufzeit.

Zyklustracking mit dem Oura Ring 4

Ein besonderes Feature des Oura Rings ist das Zyklus-Tracking, das über die kontinuierliche Messung der Körpertemperatur funktioniert. Während viele Fitness-Tracker oder Apps auf die manuelle Eingabe von Symptomen angewiesen sind, erfasst der Ring ganz automatisch kleinste Temperaturveränderungen, die im Verlauf des Menstruationszyklus auftreten. Bereits ein halbes Grad Unterschied kann darauf hinweisen, dass der Eisprung bevorsteht oder die Periode bald beginnt. Als verlässliches Verhütungsmittel sollte man den Ring natürlich nicht nutzen, aber es ist ein guter Indikator, um den Überblick zu haben. In Kombination mit Herzfrequenz- und Aktivitätsdaten erstellt die App personalisierte Vorhersagen für die nächste Periode oder fruchtbare Tage. Besonders spannend: Auch Abweichungen vom gewohnten Muster – etwa durch Stress, Schlafmangel oder eine beginnende Erkältung – werden sichtbar. Oura arbeitet hier eng mit wissenschaftlichen Studien zusammen, um die Genauigkeit zu verbessern. Zwar ersetzt der Ring keine ärztliche Beratung und ist offiziell kein Verhütungsmittel, doch für viele Frauen kann er eine hilfreiche Ergänzung sein, um besser zu verstehen, wie sich ihr Körper im Laufe des Monats verändert.
© Oura/PR

Design & Komfort

Im Gegensatz zu sperrigen Smartwatches ist der Oura Ring dezent, elegant und in verschiedenen Farben erhältlich (z. B. Silber, Schwarz, Gold). Er ist wasserfest und wiegt kaum mehr als ein normaler Schmuckring. Im Vergleich zu den ersten Modellen des Oura Ring, ist die Innenseite flach und damit sehr angenehm zu tragen.

App & Auswertung

Alle Daten laufen in der Oura-App zusammen, die übersichtlich zeigt, wie gut man geschlafen hat, wie fit man für den Tag ist oder ob man eine Pause braucht. Besonders beliebt: der sogenannte Readiness-Score, der eine tägliche Empfehlung gibt, wie viel Energie man für Training oder Arbeit hat. Ganz präzise ist die Auswertung allerdings nicht, aber dazu gleich mehr. 

Preis & Abo-Modell

Der Oura Ring 4 kostet je nach Material und Finish zwischen 349 und 499 Euro. Hinzu kommt ein Abo-Modell für die Oura-Mitgliedschaft. Für 5,99 Euro im Monat (nach einem kostenlosen Testzeitraum) erhält man den vollen Zugriff auf alle Analysen und Trends. Ohne Abo sind die Funktionen eingeschränkt.

Oura Ring 4 im Langzeittest: Mein Fazit

Ich habe nie zu den Menschen gezählt, die ihre Gesundheitsdaten tracken und klobige Smart-Watches am Handgelenk tragen. Zwar trug ich eine Zeit lang die Apple Watch, allerdings hat mich das ständige Akkuladen wahnsinnig gemacht und auch optisch durchkreuzte die sportliche Smartwatch immer wieder meine Outfits. Beim Oura Ring ist das anders: ihn trage ich täglich und das seit über einem halben Jahr. In dieser Zeit habe ich viele Vorteile, aber auch einige Nachteile festgestellt.

Oura Ring 4: Vorteile

Ist der Oura Ring seinen Hype wert? Nach über einem halben Jahr mit dem Smart-Ring, sind das meine Vorteile.

Sleep-Tracking

Tatsächlich ist das Sleep-Tracking, für mich, eines der spannendsten Features des Oura Rings. Morgens fällt mein erster Blick in die App, die mir auf die Minute genau zeigt, wann ich eingeschlafen bin und wann und wie lange meine Tief- bzw. REM-Schlafphasen waren. Jeder Schlaffaktor (z.B. Einschlafzeit, Erholsamkeit oder REM-Schlaf) wird in der App genau erklärt und leuchtet am nächsten Morgen rot, falls er nicht im Lot war.

Akkulaufzeit

Im Vergleich zu anderen Wearables (und dem Oura Ring der ersten Generationen) hält der Akku des Oura Ring 4 erstaunlich lange. Ich trage ihn Tag und Nacht und muss den Ring ca. alle fünf Tage laden. Der Ladevorgang dauert gerade mal 30 Minuten, sodass ich keine großen Unterbrechungen in meiner Timeline habe.

Der Akku des Oura Ring 4 hält bis zu einer Woche und braucht rund 40 Minuten zum Laden © Oura/ PR

Design

Ich bekomme regelmäßig Komplimente für meinen Ring. Profis wissen sofort, dass es sich um den Oura Ring handelt, andere denken, es wäre ein ganz normales Schmuckstück. Das Design ist für mich ein sehr großer Vorteil, weil es nicht nach sportlichem Tech-Device aussieht.

Präzise Gesundheitsdaten

Mehrmals täglich leuchtet mein Ring an der Innenseite grün oder rot. Dann weiß ich, dass er gerade meine Herzfrequenz oder meine Sauerstoffsättigung misst. Im Notfall soll der Ring sogar Alarm schlagen (über eine Benachrichtigung auf dem Handy), wenn er ungewöhnliche Schwankungen feststellt. Was mich positiv überrascht: Der Ring erkennt, wenn z.B. eine Erkältung im Anmarsch ist und warnt mich schon ein paar Tage vorher. Jedes kleine Unwohlsein, das ich spüre, wird in der App tatsächlich sofort sichtbar.

Oura Ring 4: Nachteile

Nach über einem halben Jahr mit dem Oura Ring 4 gibt es allerdings auch einige Nachteile, die ich festgestellt habe. Dinge, die, bei dem hohen Preis, für mich nicht ganz unwichtig sind.

Unpräzise Aktivitätserkennung

Der Oura Ring erkennt automatisch, wenn man sich körperlich betätigt – durch die Bewegung und weil der Puls nach oben geht. Das Problem dabei: In den seltensten Fällen erkennt der Ring bzw. die App meine Aktivität korrekt. Wenn ich morgens Zuhause zwanzig Minuten Yoga mache, wird die Aktivität als “Hausarbeit” erkannt, wenn ich zehn Minuten mit dem Fahrrad ins Büro fahre, deklariert die App meine Aktivität als “45 Minuten Gehen”. Aktivitäten werden nicht automatisch in der Timeline gespeichert, sondern erstmal nur vorgeschlagen, bis man sie in der App bestätigt. Leider ist es sehr zeitintensiv, jede Aktivität zu bestätigen und vor allem zu korrigieren. Hinzu kommt, dass z.B. Kalorienverbrauch nur anhand der Aktivität geschätzt und nicht tatsächlich gemessen wird. Das ist bei Wearables zwar normal, allerdings verfälschen “10 Minuten Hausarbeit”, die mein Ring misst, obwohl ich 30 Minuten Sport getrieben habe, regelmäßig meinen Score.

Ring verliert die Farbe

Eine der größten Enttäuschungen ist für mich die Tatsache, dass mein goldfarbener Ring nach rund drei Monaten komplett an Glanz und Farbe verloren hat. Oura wirbt damit, dass der Ring Tag und Nacht, beim Schwimmen, in der Sauna oder im Eisbad getragen werden kann. Technisch kein Problem, allerdings muss man damit rechnen, dass er nach kurzer Zeit nicht mehr glänzt und stark zerkratzt ist.

Fazit: Für wen lohnt sich der Oura Ring 4?

Der Oura Ring 4 ist vor allem ein Lifestyle-Accessoire für alle, die ihre Gesundheit im Blick behalten wollen, ohne eine Smartwatch zu tragen. Wer Wert auf präzises Schlaf-Tracking und dezentes Design legt, findet im Oura Ring ein tolles Accessoire. Der Ring ist eine spannende Begleitung im Alltag, um einen Einblick in die eigene Gesundheit zu bekommen. Wer allerdings ein Wearable braucht, das vor allem Sport-Daten präzise trackt, ist mit einer Apple Watch oder ähnlichen Smart-Watches besser aufgehoben. Außerdem muss man bereit sein, den hohen Preis und das Abo-Modell zu akzeptieren.

Oura Ring 4

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