Open-Air-Ausstellungen: Kunst an der frischen Luft erleben

Raus aus dem Museum und rein in die Natur! Im Sommer bieten Open-Air-Ausstellungen die perfekte Möglichkeit, Kunst und Sonne gleichzeitig zu genießen. Von weitläufigen Skulpturenparks bis hin zu urbanen Installationen – Europas Outdoor-Galerien laden dazu ein, die Werke bekannter Künstler:innen unter freiem Himmel zu entdecken.

Besucher:innen erkunden das Werk "Jardin d'émail" von Jean Dubuffet in der Open-Air-Ausstellung des Kröller-Müller Museums
Im Skulpturenpark des Kröller-Müller Museums kann man das Werk "Jardin d'émail" von Jean Dubuffet erkunden. Foto: © Valerie Spanjers

Open-Air-Ausstellungen in Europa

Für alle, die Kunst, Natur und Architektur gleichermaßen lieben, bieten Open-Air-Ausstellungen die perfekte Symbiose. Schließlich verschmelzen hier Skulpturen, Installationen und konzeptuelle Arbeiten mit weiten Landschaften oder auch urbanen Räumen. Zudem lassen sich die Werke außerhalb der Museumswände auf eine besonders unmittelbarere Art und Weise erleben. Denn sie stehen draußen im direkten Dialog mit Wind und Wetter, ihrer Umgebung und ihren Betrachter:innen. Immerhin sind viele der Freiluft-Exponate nicht nur dafür gemacht, um sie zu begutachten, sondern auch, um sie zu betreten und mit allen Sinnen zu entdecken.

Egal ob in Skandinavien, mitten in Deutschland oder unweit der Mittelmeerküste: Outdoor-Kunst lässt sich mittlerweile an zahlreichen Orten Europas entdecken. Die Bandbreite reicht dabei von weitläufigen Skulpturenparks bis hin zu urbanen Arealen, die Kunst im öffentlichen Raum erlebbar machen. Wer also 2025 eine Kulturreise durch Europa plant, sollte diese inspirierenden Open-Air-Ausstellungen unbedingt auf dem Radar haben.

Henry Moore, "Large Two Forms" im Yorkshire Sculpture Park
Im Yorkshire Sculpture Park genießen Besucher:innen den Blick in die Ferne und auf Henry Moores "Large Two Forms", 1969. Courtesy Henry Moore Foundation. Foto: © Jonty Wilde, courtesy Yorkshire Sculpture Park

Kunst unter freiem Himmel auf dem Purple Path in Chemnitz

Bei einer Kunst-Reise im Sommer 2025 gehört ein Stopp in Europas diesjähriger Kulturhauptstadt Chemitz fast schon zum Pflichtprogramm. Hier wurde mit dem Purple Path ein Projekt ins Leben gerufen, das Kunst auf innovative Weise in den öffentlichen Raum einbindet. Mit Werken von über 60 Künstler:innen verbindet der Kunst- und Skulpturenweg Chemnitz mit den umliegenden Gemeinden. Dabei treffen Stars der zeitgenössischen Kunstszene auf lokale Künstler:innen und internationale Größe wie Rebecca Horn, Daniel Buren oder James Turrell.

Deren Arbeiten sind schließlich in den verschiedensten Kontexten zu finden – vom historischen Stadtzentrum übers Industriegebiet bis in die Feldmark. Der Purple Path lädt dazu ein, die Werke auf Wanderungen oder Radtouren zu entdecken und dabei auch die landschaftliche sowie kulturelle Vielfalt der Region zu erkunden. Der Purple Path ist als permanente Attraktion angelegt und wird daher auch über das Kulturhauptstadt-Jahr hinaus bestehen bleiben.

„Twister Again“ von Alice Aycock ist Teil des Purple Path im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.

Open-Air-Art auf dem Purple Path – Oben: „Twister Again“ von Alice Aycock, Foto: © radar studios / Ernesto Uhlmann; Links: Olaf Holzapfel, „Zwei in ein ander Gewobene“, Foto: © Johannes Richter; Rechts: „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein, Foto: © Ernesto Uhlmann 

Outdoor-Kunst im Ekebergparken in Oslo

Umsonst und draußen: Der Ekebergparken in Oslo bietet auf rund 25 Hektar eine breit aufgestellte Sammlung von über 40 Skulpturen und zeitgenössischen Open-Air-Kunstinstallationen. Hier lohnt sich mehr als ein Besuch. Schließlich ist die Anlage das ganze Jahr über geöffnet und kostenlos zugänglich. Zu sehen sind Arbeiten von norwegischen Künstler:innen, aber auch von großen internationalen Namen wie Auguste Rodin, Damien Hirst, Louise Bourgeois oder James Turrell.

Dabei ist das zentrale Thema, das alle Werke der Kollektion verbindet, die Weiblichkeit. Neben der Kunst gibt es im Ekebergparken auch Spuren von Oslos Geschichte zu entdecken, wie zum Beispiel Petroglyphen, Grundmauern aus der Steinzeit und alte Grabplätze. Da der Skulpturenpark auf einem Hügel gelegen ist, bietet er zudem einen atemberaubenden Panoramablick auf die Stadt und den Oslofjord.

Dan Grahams "EKEBERG PAVILLION" ist Teil der Open-Air-Ausstellung im Ekebergparken

Kunst im Freien im Ekebergparken – Oben: Dan Graham, „EKEBERG PAVILLION“, 2013; Links: Inge Bjørlo, „INDRE ROM VI – LIVSLØPET“; Rechts: Diane Maclean, „OPEN BOOK“, 2010. Fotos: Ekebergparken / © Ivar Kvaal

Yorkshire Sculpture Park: Open-Air-Ausstellung im Herzen der Natur

Viel Platz für Kunst bietet der Yorkshire Sculpture Park in Großbritannien. Dieser liegt rund 20 Kilometer südlich von Leeds. Auf dem Gelände eines Anwesens aus dem 18. Jahrhundert erstreckt sich über stattliche 200 Hektar eine einzigartige Open-Air-Ausstellung. Inmitten der weitläufigen Parkanlage kann man über 40 Skulpturen international bekannter Künstler:innen bewundern. Zu diesen zählen zum Beispiel Henry Moore, Barbara Hepworth oder Ai Weiwei. 

Viele der Exponate sind dauerhaft im Park zu sehen, andere sind nur zeitlich begrenzt ausgestellt, so dass es im Yorkshire Sculpture Park immer etwas Neues zu entdecken gibt. Dabei können Besucher:innen hier kostenfrei die Verbindung von Kunst und Natur genießen und sich bei einem ausgedehnten Spaziergang von den vielfältigen Werken inspirieren lassen.

Henry Moores "Large Spindle Piece" im Yorkshire Sculpture Park

Outdoor-Werke im Yorkshire Sculpture Park – Oben: Henry Moore „Large Spindle Piece“, 1968. Courtesy of the Henry Moore Foundation. Foto: © David Lindsay, courtesy Yorkshire Sculpture Park; Links: Barbara Hepworth, „The Family of Man“, 1970. © Bowness. Courtesy Yorkshire Sculpture Park; Rechts: Jaume Plensa, „Wilsis“, 2016. Courtesy the artist. Fotos: © Jonty Wilde, courtesy Yorkshire Sculpture Park

Freiluft-Kunst in den Niederlanden: Skulpturenpark des Kröller-Müller Museums

Im niederländischen Otterlo, nur rund 50 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, befindet sich der Skulpturenpark des Kröller-Müller Museums. Dieser zählt mit über 160 Werken auf 25 Hektar zu den größten Skulpturenparks in Europa. Die Anlage liegt im Nationalpark De Hoge Veluwe und bietet daher eine einzigartige Kombination aus Kunst, Architektur und Natur. 

Die Open-Air-Sammlung umfasst Arbeiten von Künstler:innen wie Henry Moore, Auguste Rodin oder Richard Serra. Zu den Highlights zählt die begehbare Skulptur „Jardin d’émail“ von Jean Dubuffet, die die Besucher:innen dazu einlädt, Kunst auf interaktive Weise zu erleben. Neben der Freiluft-Galerie bietet das Kröller-Müller Museum aber auch eine sehr sehenswerte Indoor-Sammlung. Immerhin verfügt das Haus mit 87 Gemälden von Vincent van Gogh über die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt.

Evert Strobos Werk "Palissade- Palisade" in der Open-Air-Ausstellung des Kröller-Müller Museums

Exponate im Skulpturenparks des Kröller-Müller Museums – Oben: Evert Strobos, „Palissade- Palisade“, 1973-1991; Links: Cornelius Rogge, „Tentenproject – Tent project“, 1975. Fotos: © Eva Broekema; Rechts: Claes Oldenburg, „Troffel – Trowel“, 1971. Foto: © Valerie Spanjers

Outdoor-Galerie im Grünen: Wanås Konst in Schweden

Wer Kunst jenseits der Museumswände entdecken möchte, sollte einen Abstecher in den Skulpturenpark Wanås Konst in der schwedischen Gemeinde Östra Göinge machen. Hier werden, rund 100 Kilometer nördlich von Malmö, zeitgenössische Werke in einem weitläufigen Schlossgarten präsentiert. Die Outdoor-Ausstellung umfasst knapp 80 Arbeiten, darunter Installationen von Yoko Ono und Marina Abramović. 

Bei Wanås Konst legt man besonderen Wert auf ortsspezifische Kunstwerke, die in enger Verbindung zur Umgebung stehen. Deshalb finden jedes Jahr auch speziell für den Park konzipierte temporäre Ausstellungen statt. Zu der Open-Air-Kunst, die 2025 neu präsentiert wird, zählt zum Beispiel die Skulptur „Puruma“ des südafrikansichen Künstlers Atang Tshikare. Besucher:innen können sein Werk und viele weitere bei einem entspannten Spaziergang durch Wälder und Wiesen entdecken und auch selbst bei offenen Workshops kreativ werden.

Atang Tshikares "Puruma" in der Open-Air-Ausstellung im Skulpturenpark Wanås Konst

Naturnahe Kunst bei Wanås Konst – Oben: Atang Tshikare, „Puruma“. Foto: © Robert Damisch; Links: Youmna Chlala, „This Feeling, Oceanic“, 2024; Rechts: Eduardo Navarro, „I Found a Forest at the Bottom of the Ocean“, 2024.⁠ Fotos: © Ander Norrsell

Fundación NMAC: Open-Air-Ausstellung in Andalusien

Oft dient die Natur als Inspirationsquelle für die Kunst und manchmal gehen beide sogar eine dauerhafte kreative Verbindung ein. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut in der Fundación NMAC in Vejer de la Frontera in Spanien beobachten. Rund 60 Kilometer südlich von Cádiz präsentiert der Skulpturenpark auf etwa 30 Hektar zeitgenössische Installations-, Konzept- und Performance-Kunst sowie Land-Art-Projekte. 

Eingebettet in schattige Pinienwälder finden sich bei der Open-Air-Ausstellung unter anderem Werke von Marina Abramović, Olafur Eliasson oder James Turrell, der hier ein unterirdisches, begehbares Architektur-Objekt erschaffen hat. Besonders eindrucksvoll ist auch die weiße Arena von Gunilla Bandolin, die auf die einstmals römische Herrschaft und die Bautradition in Andalusien verweist.

James Turells “Second Wind" in der Open-Air-Ausstellung der Fundación NMAC

Highlights der Open-Air-Ausstellung der Fundación NMAC – Oben: James Turrell. Second Wind, 2005, 2009; Links: Gunilla Bandolin, „Sky’s Impression“, 2001. Foto: © Daniel Schäfer; Rechts: Shen Yuan, „Bridge“, 2004. Fotos: © Daniel Schäfer

Kunst im urbanen Raum im Skulpturenpark Köln

Nicht nur in den Weiten der Natur, sondern auch in der städtischen Umgebung lässt sich Kunst unter freiem Himmel erleben. Das beste Beispiel dafür ist der Skulpturenpark Köln. So zeigt der ca. 3 Hektar große Park zeitgenössische Werke im Herzen der Stadt. Neben dauerhaft im Park installierten Skulpturen und Architekturen gibt es hier alle zwei Jahre wechselnde Ausstellungen zu entdecken.

So haben im Skulpturenpark Köln seit seiner Eröffnung 1997 bereits zahlreiche Arbeiten von bekannten nationalen und internationalen Künstler:innen Halt gemacht. Dazu gehören zum Beispiel Yves Klein, Jörg Immendorff oder Julian Schnabel. Die derzeitige Ausstellung läuft noch bis Juni 2026 und präsentiert unter dem Titel „KölnSkulptur #11“ unter anderem neue Werke von Olga Balema, Georgia Sagri oder Frances Scholz. Durch den regelmäßigen Wechsel der Exponate bietet die Open-Air-Ausstellung den Besucher:innen immer wieder neue künstlerische Perspektiven auf die Themen unserer Zeit.

Olga Balemas Installation im Skulpturenpark Köln

Kreative Arbeiten im Skulpturenpark Köln – Oben: Olga Balema, Loop 1A, Loop 34A, Loop 15A, Loop 7A, 2024; Courtesy of the artist; Trautwein Herleth, Berlin; Bridget Donahue, New York; Croy Nielsen, Wien; Galerie Fons Welters, Amsterdam; Hannah Hoffman, Los Angeles © Stiftung Skulpturenpark Köln, 2024; Links: Georgia Sagri, „Sitting with my Breath“, 2024; Courtesy of the artist; The Breeder, Athen © Stiftung Skulpturenpark Köln, 2024; Rechts: Julian Göthe, „Within the realm of a dying sun“, 2024; Courtesy of the artist; Galerie Buchholz, Köln / Berlin / New York © Stiftung Skulpturenpark Köln, 2024. Foto: Mareike Tocha; Fotos: Mareike Tocha

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