Filmkultur, Glanz und eine unerwartete Unterbrechung: Am Freitag wurden die 76. Deutschen Filmpreise verliehen. Das sind die diesjährigen Preisträger:innen
In Berlin wurde am Freitagabend, 29. Mai 2026, zum 76. Mal der Deutsche Filmpreis verliehen. Wegen einer technischen Panne musste die Gala zeitweise für rund 40 Minuten unterbrochen werden. „Das werden wir unseren Kindern und Enkelkindern erzählen, was hier passiert ist“, scherzte Christian Friedel, der durch den Abend führte. Zugleich griff er auch die kulturpolitischen Debatten der vergangenen Monate auf und plädierte für die Kunstfreiheit. Diese (genauso wie die Vielfalt des deutschsprachigen Kinos) würde beim Deutschen Filmpreisgefeiert.
Mit insgesamt elf Nominierungen galt das Historiendrama „In die Sonne schauen“ bereits im Vorfeld als vielversprechender Favorit des Abends. Bei der Verleihung des 76. Deutschen Filmpreises erfüllte der Film schließlich alle Erwartungen. „In die Sonne schauen“ war der große Abräumer des Abends. Neben der Goldenen Lola durfte sich das Filmteam um Regisseurin Mascha Schilinski über neun weitere Preise freuen.
Das vielfach prämierte Drama (zuvor unter anderem in Cannes) erzählt die Geschichte von vier Mädchen und jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Epochen auf demselben Bauernhof in der Altmark leben. Obwohl ihre Leben durch Jahrzehnte getrennt sind, scheinen ihre Schicksale auf geheimnisvolle Weise miteinander verwoben zu sein.
Die Regiseur:innen Maren Schmitt, Lucas Schmidt und Lasse Scharpen wurden für „In die Sonne schauen“ mit der Goldenen Lola für den besten Spielfilm geehrt. Foto: Eventpresse Fuhr
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Senta Berger als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle der Großmutter in der Verfilmung des Romans „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Regie führte ihr Sohn Simon Verhoevens, der sie zuvor auf der Bühne ehrte.
„Wenn man mit seiner Mutter einen Film dreht, so führt das natürlich dazu, dass man als Regisseur am Set ständig ‚Mama‘ sagt. Was nicht unbedingt ideal ist oder autoritätsfördernd, aber in diesem Fall war es ganz wunderbar.“ Der Film konnte auf sieben Ehrungen hoffen und erhielt die Lola in Bronze für den besten Film.
Die 85-jährige Schauspielerin zeigte sich sichtlich bewegt und erhielt im Saal Standing Ovations. Foto: Eventpresse Fuhr
Der Regisseur und Fotograf Wim Wenders („Perfect Days“, „Der Himmel über Berlin“) erhielt den Ehrenpreis. Florian Gallenberger, der Chef der Deutschen Filmakademie, beschrieb das Werk von Wenders als „grenzenlos und gleichzeitig so unverwechselbar“. Wenders selbst sprach die Debatte um die umstrittene Nackszene in seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975. Die damals 13-jährige Natassja Kinski versucht heute die Szene entfernen zu lassen. Er würde die Szene heute nie mehr so drehen, frage sich aber auch, wie man mit Filmerbe umgehen solle. Darüber wolle er mit der Filmakademie diskutieren.
Wim Wenders wurde für sein Werken zu Gunsten des deutschen Films geehrt. Foto: Eventpresse Fuhr
Diese deutschen Filme wurden in diesem Jahr nominiert und ausgezeichnet. Die Gewinner:innen sind gefettet.
„In die Sonne schauen“ (Goldene Lola)
„Gelbe Briefe“ (Silberne Lola)
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Bronzene Lola)
„22 Bahnen“
„Amrum“
„Das Verschwinden des Josef Mengele“
Filmproduzent Ingo Fliess bedankt sich für die Silberne Lola für seinen Film „Gelbe Briefe“. Foto: Eventpresse Fuhr
Senta Berger für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Luna Wedler für „22 Bahnen“
Özgü Namal für „Gelbe Briefe“
Lena Urzendowsky für „In die Sonne schauen“
Laura Tonke für „22 Bahnen“
Claudia Geisler-Bading für „In die Sonne schauen“
August Diehl für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Bruno Alexander für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Tansu Biçer für „Gelbe Briefe“
August Diehl wird für seine Rolle des Josef Mengele in „Das Verschwinden des Josef Mengele“ geehrt. Foto: Eventpresse Fuhr
Michael Wittenborn für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Jannis Niewöhner für „22 Bahnen“
Peter Kurth für „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“
Thorsten Merten für „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“
Leonard Kunz für „Der Tiger“
Mascha Schilinski für „In die Sonne schauen“
Simon Verhoeven für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
İlker Çatak für „Gelbe Briefe“
„In die Sonne schauen“ (Mascha Schilinski und Louise Peter)
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Simon Verhoeven)
„Gelbe Briefe“ (İlker Çatak, Ayda Meryem Çatak und Enis Köstepen)
Anne-Marie Walther, Irina Schwarz für „In die Sonne schauen“
Maike Heinlein für „Amrum“
Mariia Tutukina für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Sabrina Krämer für „In die Sonne schauen“
Birgit Missal für „Amrum“
Tatiana Dolmatovskaya für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Cosima Vellenzer und Maike Kiefer für „In die Sonne schauen“
Vladislav Ogay für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Zazie Knepper für „Gelbe Briefe“
Claudio Demel, Billie Mind, Kai Tebbel, Sebastian Heyser und Jürgen Schulz für „In die Sonne schauen“
Eckhard Kuchenbecker, Dominik Schleier, Nico Krebs, Christoph Merkele und Hanse Warns für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Joern Martens, Tobias Fleig, Corinna Fleig und Richard Borowski für „Amrum“
David Almeida-Ribeiro, Olivier Touche und Olivier Goinard für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Jacques Kieffer, Tobias Koch, Bertin Molz für „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“
Marvin Miller für „Gelbe Briefe“
Dascha Dauenhauer für „22 Bahnen“
Stefan Goetsch alias Hainbach für „Amrum“
Lorenz Dangel für „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“
Michael Wortmann und Frank Schlegel für „Momo“
Tomer Eshed, Dennis Rettkowski und Frank Kaminski für „Die Schule der magischen Tiere 4
Max Riess und Mona Mohr für „Woodwalkers 2“
Fabian Gamper für „In die Sonne schauen“
Karl Walter Lindenlaub für „Amrum“
Vladislav Opelyants für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Judith Kaufmann für „Gelbe Briefe“
Evelyn Rack für „In die Sonne schauen“
Gesa Jäger für „Gelbe Briefe“
Maxine Goedicke für „Siri Hustvedt – Dance around the self“
„Siri Hustvedt – Dance around the self“ (Irene Höfer)
„Im Prinzip Familie“ (Britta Strampe und Laura Klippel)
„Soldaten des Lichts“ (Karoline Henkel, Jasper Mielke und Arto Sebastian)
„Zirkuskind“
„Das geheime Stockwerk“
Ehrenpreis: Wim Wenders
Besucherstärkster Film der Saison: „Das Kanu des Manitu“ von Michael „Bully“ Herbig
Bernd Eichinger Preis: Thomas Wöbke und Philipp Trauer
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