Auf der diesjährigen Berlin Art Week gibt es wieder viele spannende Ausstellungskonzepte, aufstrebende sowie bekannte Künstler:innen und jede Menge Veranstaltungen in der gesamten Hauptstadt verteilt zu entdecken. Hier kommen unsere Tipps für die diesjährige Berlin Art Week 2026.
Bereits zum 15. Mal wird die deutsche Hauptstadt zur Kunst-Metropole. Denn ab dem 09. September 2026 startet wieder die Berlin Art Week – das große Kunst-Festival im Herbst. Dreh- und Angelpunkt ist in diesem Jahr der Berlin Art Week Garden im Kulturforum mit der Neuen Nationalgalerie und Gemäldegalerie. Der Treffpunkt bietet Platz für Performances, Filmscreenings, DJ-Sets und kleine Verweilpausen.
Das Programm ist lang. Nicht nur 120 Museen, Sammlungen, Galerien und Projekträume öffnen ihre Tore für Sonderausstellungen, Performances und Events, auch 30 Sonderprojekte in U-Bahnhöfen, Hotelsuiten, im Kino oder im Sommerbad gibt es zu entdecken. Wir haben (einige) unserer Highlights zusammengefasst
Heinz Mack setzte sich jahrelang mit Farbe und Licht auseinander. Die Ausstellung „Spectrum Mundi“ vereint 24 Werke, die dem 24-Stunden-Zyklus des Tages entsprechen. Sichtbar werden diese in vielschichtigen Farben, wechselnden Licht und dunklen Tönen der Nacht inmitten einer Berliner Kirche.
Ausstellung: 03. bis 13. September 2026, St. Matthäus-Kirche
Heinz Mack, Ohne Titel (Chromatische Konstellation), 2025; 143 x 160 cm. Heinz Mack © VG Bildkunst, Bonn 2026. Courtesy of the artist. Photo by Studio Mack._8
POSITIONS Berlin Art Fair, 2025. Foto: Dominik Friess
96 internationale Galerien aus 20 Ländern stellen vor der Kulisse des ehemaligen Flugplatzes Tempelhof ihre spannendsten Werke aus zeitgenössischer und moderner Kunst vor. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Galerien aus der Türkei.
Ausstellung: 10. bis 13. September 2025, Flughafen Berlin-Tempelhof Hangar 5-6
Matt Lamberts „If You Can Reach My Heart You Can Keep It“ zeigt eine Auswahl der Arbeiten des in Berlin lebenden Kunstschaffenden aus den letzten 15 Jahren. Er setzt sich mit queerer Geschichte und Identität auseinander und verarbeitet seine Erkenntnisse in Form von Film, Foto, Theater, Dokumentationen, Live-Performance, Musik und allem dazwischen.
Ausstellung: 09. September 2026, Julia Stoschek Foundation
Matt Lambert: If You Can Reach My Heart You Can Keep It. Foto: Via Julia Stoschek Foundation
„A stutter… can be a musical instrument“, sagt JJJJJerome Ellis, selbst mit einem glottalen Blockstottern sprechend. Als Komponist:in, Produzent:in, Multiinstrumentalist:in und Autor:in wird dieses Stottern durch Pausen, Wiederholungen und gedehnte Zwischenräume zum Teil des musikalischen Werks.
Performance: 13. September 2026, 16-19 Uhr, Haus am Waldsee
Foto: Liz Ligon
Zwei Stücke an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, einen Pavillon auf der Biennale in Venedig, eine Halfpipe-Installation in Hannover – und jetzt eine Filmpremiere auf der Berlin Art Week. 2026 scheint Florentina Holzinger nicht zu bremsen zu sein. Im Film „Eternity“ geht es um Frauen, um Supercars und darum, was wir angesichts eines drohenden globalen Kollapses mit unserer Schuld anfangen.
Filmvorstellung: 13. September, 11 Uhr, Kino International
Foto: © KIOSK International
Foto: Copyright Roman Habler
Einst Treffpunkt der internationalen Kunst- und Filmszene der Goldenen Zwanziger, später erste Adresse der Rockstars – und Schauplatz eines skandalösen Popkulturmoments als Michael Jackson sein Baby aus dem Fenster hielt: Das Hotel Adlon Kempinski. In der Royal Suite inszeniert Sunny Pudert nun gemeinsam mit Kunstkolleg:innen mit „Ordinary Tales of City Madness“ einen Abend zwischen Performance und Lesung.
Performance/Lesung: 11. September, 19-22 Uhr, Hotel Adlon Kempinski
Wer darf eigentlich wütend sein? In „Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin“ macht Sophia Süßmilch weibliche Wut zur treibenden künstlerischen Kraft. Zwischen Horror, Groteske, Tanz und Musik kehrt die Menschenfresserin die Perpsektive um: vom konsumierten Körper zum konsumierenden Subjekt.
Performance: 12. September, 20 Uhr; 13. September, 19 Uhr, HAU1
Foto: Sophia Süßmilch x HAU
Die Prater Galerie nahm in der Kunstszene Ost-Berlins eine bedeutende Stellung ein und ist bis heute ein Raum für Kunst in der Hauptstadt. Die Ausstellung „Courage: Schwestern im Geiste“ greift die Perspektive einer unterrepräsentierten Gruppe auf: Die von weiblichen Kunstschaffenden. Und zwar solche Künstlerinnen, die sich damals wie heute kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzen.
Ausstellung: 04. September 2026 bis 03. Januar 2027, Prater Galerie
Yevgenia Belarousets, An Evening in Kyjiv, 2025/2026 © Yevgenia Belarousets; VG Bildkunst, Bonn 2026
Foto: © Anna Stüdeli, Giant, Aluminiumblech, Latex Print auf Affichenpapier, 2024
Mit „Recording the Gaze“ wird der menschliche Blick – insbesondere der weibliche – in den Mittelpunkt gerückt. Es zeigt sich, wie Wirklichkeit nicht einfach nur abgebildet, sondern je nach Perspektive, Inszenierung und Interpretation immer wieder neu konstruiert wird. Die Ausstellung versteht sich als Gegenentwurf zur algorithmisch perfektionierten Bilderflut unserer Gegenwart.
Ausstellung: 09. September – 18. Oktober, Sammlung Hackelsberger
Im Zentrum der Ausstellung „Life—Death“ steht der gleichnamige Film von Katharina Sieverding aus dem Jahr 1969. Das im damaligen West-Berlin entstandene Werk spiegelt ihre eigenen künstlerischen Anfänge genauso wieder wie die historischen späten 1960er Jahre mit all ihren institutionellen Konflikten und Protestbewegungen.
Ausstellung: 11. September bis 07. November 2026, Galerie Thomas Schulte
Katharina Sieverding, Life-Death, 1969, Digitalisierter 16mm-Film, 29 min , Ton: Kraftwerk, Darsteller*innen: Katharina Sieverding, Stephan Runge, Holger Bombusch, Othello, © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst. Foto © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst
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