Ausstellungen im November: Diese Neueröffnungen sollten nicht verpasst werden

Die Museen in Deutschland und der Schweiz widmen sich den großen Themen unserer Zeit, vom Lächeln in der Fotografie über Wohnkultur und Licht bis hin zur neuen Arbeitswelt. Ikonen der Moderne treffen auf zeitgenössische Perspektiven, historische Narrative auf aktuelle Fragen. Hier kommen unsere Ausstellungstipps im November 2025.

Agfa Werbung_smile Fotograf*in unbekannt Agfa-Werbeaufnahme, um 1965 Farbfotografie Archiv Museum Ludwig
Im November eröffnen wieder zahlreiche neue Ausstellungen. Foto: Agfa Werbung_smile, Fotograf*in unbekannt Agfa-Werbeaufnahme, um 1965, Farbfotografie, Archiv Museum Ludwig

Kunst-Tipps im November

Jeden Monat suchen wir die Kunst-Highlights in und um Deutschland heraus. In Köln wird unser Fotogesicht erforscht, in Krefeld die Kunst des Wohnens. Koloniale Blickweisen werden in München hinterfragt, Anni Albers in Bern gewürdigt und in Bonn die „schöne neue Arbeitswelt“ gezeigt. Dem Licht widmet sich Bielefeld und Ravensburg feiert Gabriele Münter.

Das sind unsere Ausstellungs-Tipps im November 2025.

„Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam“, Museum Ludwig Köln

Bitte recht freundlich und „Cheese“ sagen! Ein Lächeln gehört für die meisten zu einem guten Foto dazu. Doch das war nicht immer so. Bis ins späte 19. Jahrhundert galt: Bloß nicht bewegen. Lange Belichtungszeiten führten zu ernsten, starren Gesichtern. Erst im 20. Jahrhundert kam mit Film, Werbung und neuen Idealen das Lächeln und Posieren ins Spiel. Heute bestimmen Social Media Trends wie Smizing oder das Duckface wie wir uns zeigen. Eine Geschichte unserer „Fotografiergesichter“.

Die Ausstellung läuft vom 1. November 2025 bis 22. März 2026.

Man Ray Lippen (Lee Miller), 1930 Print 21 x 25,5 cm Museum Ludwig, Köln Repro: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv © Man Ray 2015 Trust / VG Bild-Kunst, 2025

Man Ray, Lippen (Lee Miller), 1930, Print, 21 x 25,5 cm, Museum Ludwig, Köln. Repro: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, © Man Ray 2015 Trust / VG Bild-Kunst, 2025

„Charlotte Perriand: L’Art d’habiter / Die Kunst des Wohnens“, Kunstmuseen Krefeld

Das visionäre Design der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand prägt das moderne Wohnen bis heute. Von der Art, wie wir wohnen, welche Materialien uns umgeben bis hin zu ihrer Überzeugung, dass innovaties Design für alle zugänglich sein sollte. Ikonische Stücke sind beispielsweise Stahlrohrmöbel wie der Chaise Longue Basculante oder der Fauteuil Pivotant, aber auch die modularen Aufbewahrungssysteme der Nachkriegsjahre. Später prägte sie mit Projekten wie dem Skigebiet Les Arcs ein neues Verständnis von Architektur und Natur.

Die Ausstellung läuft vom 2. November 2025 bis 15. März 2026.

Charlotte Perriand, Salle à manger, Saint-Sulpice, exhibited at the Salon des artistes décorateurs, 1928. Foto: Jean Collas, Archives Charlotte Perriand, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2025

Charlotte Perriand, Salle à manger, Saint-Sulpice, exhibited at the Salon des artistes décorateurs, 1928. Foto: Jean Collas, Archives Charlotte Perriand, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2025

U5, Sissi, Überlagerung von Fotografien von Leonore Mau / layering of photographs by Leonore Mau, 2025. © U5, bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau

U5, Sissi, Überlagerung von Fotografien von Leonore Mau / layering of photographs by Leonore Mau, 2025. © U5, bpk, S. Fischer Stiftung und / and Leonore Mau

„Out of Focus. Leonore Mau und Haiti. Eine Ausstellung von U5“, Lenbachhaus München

„Was man sieht, ist nicht, was es ist“ lautet ein haitianisches Sprichwort. „Out of focus“ bedeutet verschwommen, undeutlich, unklar, unscharf. Den Zwischenzustand zwischen Zeigen und Nichtzeigen, dem Sichtbare und Ausgeblendeten behandelt die von dem Künstlerinnenkollektiv U5 entwickelte Rauminstallation. Im Mittelpunkt stehen die Reisen Leonore Maus nach Haiti in den 1970er Jahren und die Frage, ob eine Ausstellung einer deutschen Fotografin ein Bild eines Landes vermitteln kann, dass nicht von kolonialen Blicken oder Stereotypen bestimmt ist. Zwischen Alltagsleben, Spiritualität, Diktatur und Tourismus entstehen dabei Bilder, die ebenso viel verbergen, wie sie offenbaren.

Die Ausstellung läuft vom 04. November 2025 bis 15. Februar 2026.

„Anni Albers. Constructing Textiles“, Zentrum Paul Klee Bern

Die 1899 geborene Anni Albers war Bauhaus-Visionärin, Textilkünstlerin und Avantgardistin. In einer Zeit, in der die Weberei als weibliche Handwerksdisziplin galt, machte sie diese zur Kunstform. Ihr Werken bewegte sich dabei zwischen Kunst, Design und Architektur: Wandbehänge und Stoffentwürfe aus innovativen Mustern und Materialien machten sie zur Wegbereiterin der modernen Textilkunst – und zur ersten mit einer Ausstellung im MoMA.

Die Ausstellung läuft vom 07. November 2025 bis 22. Februar 2026.

Ausstellungsansicht Anni Albers Textiles, Museum of Modern Art, New York, 1949 Foto: Soichi Sunami © Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Ausstellungsansicht Anni Albers Textiles, Museum of Modern Art, New York, 1949, Foto: Soichi Sunami © Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

„Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“, LVR Landesmuseum Bonn

Wie reagiert die Kunst auf den Wandel der Arbeitswelt? Was heute Flexibilisierung der Arbeitszeit, Fortschritte der Künstlichen Intelligenz sowie der immer lautere Ruf nach einer Vier-Tage-Woche sind, waren vor rund 100 Jahren technologische Innovationen und soziale Verschiebungen. Bereits damals reflektierten Künstler:innen wie Otto Dix, Hannah Höch oder Franz Wilhelm Seiwert über den Zustand der arbeitenden Gesellschaft. Ihre Werke erzählen von Fortschritt und Entfremdung, Vision und Krise – Themen, die heute wieder aktueller sind, denn je.

Die Ausstellung läuft vom 13. November 2025 bis 12. April 2026.

Hanns Kralik, Blick aus meinem Fenster, 1930 © Stadtmuseum Düsseldorf, Foto: Stefan Arendt / LVR-Zentrum für Medien und Bildung
Hanns Kralik, Blick aus meinem Fenster, 1930 © Stadtmuseum Düsseldorf, Foto: Stefan Arendt / LVR-Zentrum für Medien und Bildung

„Alles Licht. Light and Space gestern und heute“, Kunsthalle Bielefeld

Licht ist Ursprung und Voraussetzung allen Lebens, es steht für Erkenntnis, Hoffnung und Sichtbarkeit. Licht schafft Atmosphäre, formt Räume und prägt unsere Weltwahrnehmung. Zugleich ist Licht selbst Material und Werkzeug der Kunst. Das Light and Space Movement der 1960er Jahre in Kalifornien machte es zum zentralen Gestaltungselement. Wie sich der künstlerische Umgang mit Licht seitdem verändert hat, zeigt die Kunsthalle Bielefeld in einer neuen Ausstellung.

Die Ausstellung läuft vom 15. November 2025 bis 01. März 2026.

Olafur Eliasson, Red window semicircle, 2008, Installation view: Studio Olafur Eliasson, Berlin, 2008, Photo: Jens Ziehe Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin © 2008 Olafur Eliasson

Olafur Eliasson, Red window semicircle, 2008, Installation view: Studio Olafur Eliasson, Berlin, 2008, Photo: Jens Ziehe Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin © 2008 Olafur Eliasson

„Gabriele Münter. Aufbruch in Form und Farbe“, Kunstmuseum Ravensburg

Gemeinsam mit Wassily Kandinsky (die später auch ein Paar wurden) und Franz Marc gründete Gabriele Münter die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, eine der einflussreichsten Bewegungen der Klassischen Moderne. Klare Linien und leuchtende Farben prägen ihr Werk, das Einblicke in ihr persönliches Umfeld gewährt. Ob Porträts von Freunden, Stillleben oder Landschaften: Münter reduziert Motive auf ihre Essenz. Neben der Gemälde-Ausstellung zeigt das Kunstmuseum Ravensburg auch ausgewählte Fotografien der deutschen Künstlerin.

Die Ausstellung läuft vom 22. November bis 22. März 2026.

Links: Gabriele Münter, Bootsfahrt mit Kandinsky, um 1910, Öl auf Spanplatte, 39 × 25,5 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025. Rechts: Wassily Kandinsky, Münter am Strand, Holland, Frühsommer, 1904, Inkjet-Druck auf Hahnemühle Papier auf Aludibond, 22,3 × 17 cm, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

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