Von der Bedeutung der Farbe in Zürich über Quantenkunst in Berlin bis hin zu Cézannes späten Meisterwerken, David Lynchs surrealen Bildwelten, Basquiats ikonischen Köpfen und den indigenen Stickereien von Britta Marakatt-Labba: Diese Ausstellungen sind Pflichttermine für Kunstliebhaber:innen zum Jahresauftakt.
Zu den Neujahrsvorsätzen gehörte in diesem Jahr auch „Mehr Kunst?“ Dann sind Sie hier genau richtig. Jeden Monat suchen wir die Kunst-Highlights in und um Deutschland heraus. Das sind unsere Ausstellungs-Tipps im Januar 2026.
Überall auf der Welt besitzen Farben eine symbolische Bedeutung. So steht Rot im Westen für Liebe, aber auch Wut, in vielen Teilen Asiens für Glück und in Teilen Afrikas für Trauer oder Tod. Zugleich verraten Farbwahl- und vielfalt viel über Herkunft und Entstehungszeit eines Werkes. Und manchmal haben sie eine rein ästhetische Funktion. Im Frühjahr 2026 rückt die Ausstellung in der Park-Villa Rieter die Bedeutung von Farbe in der indischen Malerei und Fotografie in den Mittelpunkt.
Die Ausstellung läuft vom 06. Januar bis 10. Mai 2026.
Das Gelände des Rieterparks. Foto: Rieterpark © Museum Rietberg, Mark Niedermann
Bereit für ein bisschen Wissenschaft? Aus einem Gespräch zwischen dem renommierten Künstler Pierre Huyghe und Wissenschaftler Tommaso Calarco entstand die Idee zu einer immersive Installation, die Quanteneigenschaften in Sinneserfahrungen übersetzen soll. Hierfür werden Outputs von Quantensystemen in Form von Film, Klang, Vibration, Staub und Licht zusammengeführt. Das Ergebnis ist ein Film über ein „hybrides Wesen, einer unendlichen, von Leere geformten Membran“, wie Huyghe die Figur selbst beschreibt.
Die Ausstellung läuft vom 23. Januar bis 8. März 2026.
Pierre Huyghe, 2025, Videostill. In Auftrag gegeben von LAS Art Foundation und Hartwig Art Foundation. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. © Pierre Huyghe / VG Bild-Kunst, Bonn, 2025.
Bauern beim Kartenspiel, paradiesisch anmutende Badende, leuchtende Äpfel und Birnen auf Tischen oder die Kulisse des Montagne Sain-Victoire. Paul Céuanne, oft als „Vater der modernen Kunst“ gefeiert, schöpfte seine Motive aus seinem Alltag und der ihn umgebenden Natur. Die rund 80 Werke der Ausstellung stammen aus seiner späten Schaffensphase. Die Sehnsuchtslandschaften und Stillleben zeugen von seinem meisterhaften Gespür für Licht, Farbe und Form.
Die Ausstellung läuft vom 25. Januar bis 25. Mai 2026.
„PAUL CEZANNE, LES JOUEURS DE CARTES (DIE KARTENSPIELER)“, 1893–1896. Öl auf Leinwand, 47 x 56,5 cm, Musée d’Orsay, Paris
© Musée d’Orsay, Dist. GrandPalaisRmn / Patrice Schmidt
Blue Velvet, Dune, Mulholland Drive oder Twin Peaks: David Lynch wurde vor allem durch surreale, genreübergreifende Filme bekannt, mit denen er seit den 1970ern die Filmgeschichte neu schrieb. Doch Lynch ist weit mehr als nur Regisseur: Bereits in den 1960ern studierte er an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts und entwickelte eine eigenständige bildkünstlerische Sprache. Die Ausstellung zeigt seine Vision in Form von Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Kurzfilmen.
Die Ausstellung läuft vom 29. Januar bis 22. März 2026.
Jean-Michel Basquiat (1960-1988) war der erste afroamerikanische Künstler, der die bis dato hauptsächlich weiße Kunstwelt eroberte. Aus der New Yorker Street- und Clubszene hervorgegangen, entwickelte er in den frühen 1980er Jahren eine unverwechselbare Bildsprache aus grellen Farben, Graffiti-Elementen, Textfragmenten und anatomischen Motiven. Die Ausstellung in dem architektonisch ebenso eindrucksvollen Museum ist die erste, die sich ausschließlich Basquiats Darstellungen des menschlichen Kopfes widmet.
Die Ausstellung läuft vom 30. Januar bis 17. Mai 2026.
Geboren 1951 während der Wanderung der Rentiere von Norwegen nach Schweden ist die Letzte ihrer Familie, die in einer Kote (das ist die Bezeichnung für die Hütten und Zelte der Samen, einem indigenen Volk im Norden Fennoskandinaviens) geboren wurde. Ihre textilen Kunstwerke erzählen von der Geschichte des Volkes der Sámi und ihrer Vertreibung, ihren Ritualen und ihrem Glauben, der Natur und deren Zerstörung. Die Kunsthalle Mainz zeigt die erste Einzelausstellung Marakatt-Labbas im deutschsprachigen Raum.
Die Ausstellung läuft vom 30. Januar bis 26. Juli 2026.
Britta Marakatt-Labba, Summer, 1987, Embroidery on linen, 39 x 39 cm. Courtesy the artist and Gallery Helle Knudsen
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