In Hamburg wird die jahrhundertealte Symbolik der Katze erkundet, während in München Schrift als künstlerisches Medium neu gedacht wird. Wien zeigt Helmut Langs radikale Neudefinition von Mode jenseits des Laufstegs und Paris wird zum Ort der Begegnung für zwei Meister der Couture: Alaïa und Dior. Hier kommen unsere Ausstellungstipps im Dezember 2025.
Jeden Monat suchen wir die Kunst-Highlights in und um Deutschland heraus. Im Dezember heißt es Katzenkult und Couture. Aber auch Liebhaber:innen von Pop-Art und Schriftkunst kommen auf ihre Kosten.
Das sind unsere Ausstellungs-Tipps im Dezember 2025.
Nicht nur etwas für Cat Ladys! Cat Content überflutet derzeit Social Media. Tatsächlich besteht die Faszination Katze jedoch bereits seit Jahrhunderten. Als Sinnbild königlicher Autorität, kriegerischer Stärke und Mut prägen sie seit jeher zahlreiche Kulturen. Im Alten Ägypten etwa wurde eine Göttin in Katzengestalt als Beschützerin von Müttern verehrt. Dann ist da Sashthi, die hinduistische Göttin der Fruchtbarkeit, die auf einer schwarzen Katze reitet. Doch genau dieser Bezug zu Weiblichkeit und Fruchtbarkeit führte im frühneuzeitlichen Europa zur Dämonisierung: Die schwarze Katze wurde zur Hexenbegleiterin stilisiert – eine Zuschreibung, die bis heute nachwirkt. Die Ausstellung gibt einen Überblick.
Die Ausstellung läuft vom 05. Dezember 2025 bis 29. November 2026.
Foto: Wir verschönern die Scheibe (Johnny Walker, Ivory, Tarzan), Irmgard Töpelmann, Hamburg, 2020 Digitale Fotografie. © Irmgard Töpelmann
Helmut Lang war 1998 der erste Designer, der eine Runway-Show online präsentierte. Um die neue Website zu promoten, wurden rund 1.000 Werbeanzeigen auf Taxidächern platziert, die zum Markenzeichen von New York wurden. Mit seinem medienübergreifenden Zugang sprengte Lang nicht nur tradierte Konventionen in der Mode. Durch seine Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Louise Bourgeois, Jenny Holzer, Robert Mapplethorpe, Jürgen Teller und anderen prägte er vielmehr eine neue Bildsprache, mit der er die Grenzen zwischen den kreativen Disziplinen neu definierte. Sein Einfluss auf Mode und Kultur bleibt bis heute bestehen. Die Ausstellung verzichtet auf eine Präsentation von physischen Kleidungsstücken, sondern inszeniert die Arbeit des Moderdesigners, der sich 2005 aus der Mode zurückzog, in zeitgenössischen, multimedialen Installationen.
Die Ausstellung läuft vom 10. Dezember 2025 bis 3. Mai 2026
Helmut Lang, Probedruck der Helmut Lang Barneys New York Fassadenwerbung, Helmut Lang Collection Hommes Femmes Séance de Travail # Été 97, Fotografie von Elfie Semotan (1997). MAK Helmut Lang Archiv. Courtesy of hl-art.
Lyrik und Poesie gelten ohne Zweifel als Kunst. Doch was passiert, wenn Schrift selbst zum Bild wird? Die „Written Art Collection“ in der Pinakothek der Moderne liefert eine klare Antwort: Ja, Schrift kann Kunst sein. Die Ausstellung zeigt über 60 internationale künstlerische Positionen, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute mit Schrift als Medium und Material arbeiteten. Von handschriftlichen Zeichen über kalligrafische Techniken bis hin zu typografischen Kompositionen wird erforscht, wie Schrift Wahrnehmung formt und Bedeutung erzeugt. Begleitet wird die Schau von einer zweisprachigen Publikation im Hatje Cantz Verlag, die das Phänomen von Schrift und Bild mit Beiträgen über die Geschichte geschriebener Kunst, deren politisches Potenzial sowie gegenwärtigen Perspektiven auf Kalligrafie und Typografie erkundet.
Die Ausstellung läuft vom 11. Dezember 2025 bis 12. April 2026.
Kalimat. 2012. Aquarell, Bunt- und Bleistift auf Papier, Leporello: 60 Seiten je 27 × 9 cm, vollständig, ausgeklappt 27 × 540 cm. Foto: Philipp Ottendörfer © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Hans Ticha zählt zu den wichtigsten künstlerischen Stimmen der DDR-Pop-Art. Hier entwickelte er eine eigene Form der Pop-Art – bunt, plakativ, ironisch. Viele seiner Werke enthalten subtile Kritik an Bürokratie, Machtstrukturen und Gesellschaftsbildern. Bis heute überwindet er die verhärteten Fronten des deutsch-deutschen Kunstdiskurses spielerisch, abstrakt und humorvoll. Aber nicht nur das: Auch für seine Buchillustrationen etwa zu Lyrik von Erich Kästner oder Mascha Kaléko wird Ticha gefeiert.
Die Ausstellung läuft vom 14. Dezember 2025 bis 15. März 2026.
Als Teenager in Tunesien entdeckte der junge Azzedine Alaïa erstmals die Kreationen von Christian Dior. Als er im Sommer 1956 nach Paris kam, absolvierte ein viertägiges Praktikum (eine kurze, jedoch prägende Zeit) bei dem großen Couturier und Schöpfer des New Look. Stets voller Bewunderung für Dior wurde Alaïa über die Jahre selbst zu einem der virtuosesten Couturiers seiner Zeit. Die beiden eint eine Vorliebe für betonte Taillen, modellierte Schultern, geschwungene Hüften und voluminöse Röcke sowie eine Leidenschaft für Farbe genauso wie edles Schwarz. Die Ausstellung zeigt Modelle und Entwürfe von Alaïa sowie einige der 500 Dior-Archivstücke, die der tunesische Couturier über die Jahre sammelte.
Die Ausstellung läuft vom 15. Dezember 2025 bis 24. Mai 2026.
Foto: Christian Dior, Boutique, ca. 1957 (links), Azzedine Alaïa, Haute Couture, 1958 (rechts).© Laziz Hamani
Be the first to know about new arrivals and promotions