Von der Avantgarde des 20. Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Strömungen: Die Vielfalt der Kunstwelt zeigt die Art Basel 2025 vom 19. bis zum 22. Juni 2025 in ihrer Schweizer Heimatstadt. Hier können sich Besucher:innen neben globalen Positionen auch auf lokale Perspektiven freuen.
Auch wenn die Art Basel mittlerweile weltweite Ableger hat, ist ihr Heimspiel immer etwas ganz Besonderes. So wird vom 19. bis zum 22. Juni 2025 die Messe Basel wieder zum globalen Mittelpunkt für zeitgenössische und moderne Kunst. Dabei bietet die Messe mit 289 führenden Galerien aus 42 Ländern eine hochkarätige Plattform für Werke von über 4000 Künstler:innen. Neben der Schau in den Messehallen erwartet die Besucher:innen außerdem ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Dazu gehören Ausstellungen, Talks und Events in der ganzen Stadt.
Zu den spannendsten Neuerungen bei der diesjährigen Ausgabe zählt die Einführung des „Premiere“-Sektors. Hier werden ausschließlich Werke der letzten fünf Jahre präsentiert – sogenannte „ultra-contemporary“ Positionen. Zudem feiern 19 Galerien ihr Basel-Debüt. Darunter sind unter anderem die Pariser Galerie Le Minotaure, die sich auf geometrische Abstraktion fokussiert, sowie The Third Gallery Aya aus Osaka, die wegweisende japanische Fotografie zeigt.
Ein erstes Highlight erwartet die Kunstinteressierten beim Besuch der Art Basel 2025 bereits auf dem Messeplatz. Kuratorin Natalia Grabowska von der Serpentine Gallery in London hat die deutsche Künstlerin Katharina Grosse für die künstlerische Gestaltung der Außenfläche gewinnen können. Diese hat sich mit ihren überdimensionalen, farbintensiven Arbeiten international einen Namen gemacht. Eigens für die Schau in Basel hat Katharina Grosse das Werk „CHOIR“ kreiert. Mit dieser großflächigen Open-Air-Installation bespielt sie das komplette Areal des Messeplatzes. So werden die Besucher:innen bereits beim Eintreffen mit vibrierenden Farbflächen begrüßt – der perfekte Auftakt für den Messebummel!
Das kreative Epizentrum der Art Basel 2025 bildet der „Galleries“-Sektor. Schließlich zeigen hier weltweit führende Galerien ein vielfältiges Spektrum an Werken bekannter Künstler:innen – von frühen Meisterwerken der Moderne bis hin zu wegweisenden Positionen der Gegenwartskunst. In diesem Jahr präsentiert zum Beispiel die Pace Gallery aus New York mit „Homme à la pipe assis et amour“ ein monumentales Gemälde aus der späten Schaffensphase von Pablo Picasso. Auch Helen Frankenthalers Werk „Acres“ aus dem Jahr 1959 gehört zu den diesjährigen Highlights. Es wird von der New Yorker Galerie Yares Art präsentiert.
Auf der Art Basel 2025 finden sich auch zahlreiche Werken, die es sonst nur in den großen Museen zu sehen gibt. Dazu zählt beispielweise das Triptychon „Sueño de Sirenas“ von Leonora Carrington. Dieses bringen die Di Donna Galleries vom Big Apple mit nach Basel. Auch die Galerie Lehmann Maupin, die unter anderem Standorte in London und Seoul betreibt, zeigt eine Rarität: die großformatige Latex-Arbeit „Wandbehang“ der Schweizer Künstlerin Heidi Bucher.
Kunst, die Grenzen sprengt, gibt es im „Unlimited“-Sektor der Art Basel 2025 zu sehen. Immerhin sind insgesamt 67 großformatige Arbeiten in diesem Jahr in einer eigens dafür konzipierten 16.000 Quadratmeter großen Halle versammelt. Diese bietet genug Raum für überdimensionale Installationen, monumentale Skulpturen, raumgreifende Videoprojektionen und besondere Performances.
Unter den Exponaten finden sich ikonische Arbeiten wie zum Beispiel Félix González-Torres „Untitled (Go-Go Dancing Platform)“. Die performative Installation besteht aus einer beleuchteten Holzplattform, auf der unangekündigt für wenige Minuten ein Go-Go-Tänzer auftritt. Auch Martin Kippenbergers „Transportable Subway Entrance“ ist auf der Art Basel 2025 zu sehen. Die skulpturale Installation ist Teil seines groß angelegten, fiktiven U-Bahn-Netzwerks, das aus mehreren, weltweit verteilten, täuschend echt aussehenden U-Bahn-Eingängen und Lüftungsschächten besteht.
Ergänzt wird die Ausstellung durch brandneue, noch nie zuvor gezeigte Werke. So präsentiert unter anderem die somalisch-schwedische Künstlerin Ayan Farah mit „Desert Seeds“ eine über zwölf Meter lange Landschaftsmalerei aus somalischer Tonerde. Imposant ist auch das Werk der britischen Bildhauerin Nicola Turner. Sie zeigt schließlich mit „Danse Macabre“ eine in der Luft schwebende Skulptur, die von mittelalterlichen Totentänzen inspiriert ist.
Künstler:innen, die die Kunst des 20. Jahrhunderts geprägt und den Grundstein für neue Perspektiven gelegt haben, nimmt der Sektor „Feature“ der Art Basel 2025 in den Fokus. Dabei bietet der Bereich mit 16 Präsentationen von 17 Galerien – darunter sechs Neuzugänge – einen pointierten Blick auf kunsthistorisch bedeutende Positionen.
So zeigt zum Beispiel die Galeria Raquel Arnaud aus São Paulo eine Werkschau des brasilianischen Künstlers Sergio Camargo. Dabei wird Camargos besondere Materialästhetik beleuchtet. Zu sehen sind etwa seine Skulpturen aus Carrara-Marmor und belgischem Schwarzem Stein sowie seine ikonischen Holzreliefs. Auch die frühen Werke des US-Künstlers Franklin Williams zeichnen sich durch die Verwendung innovativer Materialien aus. Daher präsentiert die Parker Gallery aus Los Angeles seine wegweisenden Soft Sculptures und bestickten Gemälde, mit denen er eine eigene kreative Sprache erfand.
Ebenfalls aus L.A. stammt die Galerie Anat Ebgi, die mit Tina Girouard eine zentrale Stimme der amerikanischen Avantgarde der 1970er-Jahre präsentiert. Die Amerikanerin prägte zur damaligen Zeit maßgeblich die Entwicklung der Performance- und Installationskunst. Schließlich ist ein weiteres Highlight die Präsentation zu Judy Chicago, die als Pionierin der feministischen Kunst gilt. Dabei zeigt die Galerie Jessica Silverman aus San Francisco unter dem Titel „Mother Earth“ zentrale Werke aus fünf Jahrzehnten ihres Schaffens.
Arbeiten von Sergio Camargo, Judy Chicago, Tina Girouard und Franklin Williams in der Sektion „Feature“. Fotos: © Courtesy of the artists
Der Förderung aufstrebender Künstler:innen widmet sich der Sektor „Statements“. Dort zeigen die teilnehmenden Galerien in 18 Einzelpräsentationen junge Positionen aus aller Welt. Wie jedes Jahr sind die hier vertretenen Talente zusätzlich für den renommierten Baloise Art Prize nominiert. Dieser ist nicht nur mit je 30.000 CHF dotiert, sondern öffnet auch zwei Kunstschaffenden die Tür zu einer Einzelausstellung in einem führenden Museum in Europa.
Zu einem der Favorit:innen auf den begehrten Kunstpreis zählt der georgische Künstler Nika Kutateladze. Dieser präsentiert eine begehbare Installation, die die Grenzen zwischen Realität und Surrealität verschmelzen lässt. Auch das Werk der Schweizer Künstlerinnen Michèle Graf und Selina Grüter ist ein Geheimtipp. Das Duo dekonstruiert Uhrwerke und transformiert diese in Skulpturen, die unsere lineare Wahrnehmung von Zeit herausfordern.
Dem Thema Diversity widmet sich die Künstlerin Elif Saydam. In ihrer vielseitigen Arbeit, die Malerei, Collage und Installation umfasst, stellt sie queere und transkulturelle Themen in den Mittelpunkt. Auch ein Blick auf das neue Werk der ukrainischen Künstlerin Sana Shahmuradova Tanska lohnt sich. Ihre Mixed-Media-Installation vereint Skulptur und Collage zu einem kreativen Narrativ über kollektive Traumata und die Spuren des Verlusts.
Arbeiten von Michèle Graf & Selina Grüter, Nika Kutateladze, Elif Saydam und Sana Shahmuradova Tanska aus der Rubrik „Statements“. Fotos: © Courtesy of the artists
Mit dem neu geschaffenen Ausstellungsbereich „Premiere“ bietet die Art Basel 2025 eine Plattform für Galerien, die sich zwischen Newcomern und etablierten Blue-Chip-Häusern positionieren – und rückt dabei aktuelle Werke ins Zentrum. So präsentieren in diesem Sektor zehn Galerien handverlesene Projekte mit bis zu drei Künstler:innen, deren Arbeiten in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind.
Zum Beispiel zeigt die Broadway Gallery aus New York mit „Fugue“ von Abbey Williams eine immersive, mehrkanalige Videoinstallation. Auf fünf synchronisierten Monitoren entfaltet sich ein visuell sowie akustisch dichter Rhythmus, der persönliche und kollektive Erfahrungen reflektiert. Eine bildstarke Gegenüberstellung bietet die Gypsum Gallery aus Kairo mit Gemälden von Dimitra Charamandas und analogen Fotografien von Basim Magdy. Dabei beschäftigen sich beide Kunstschaffende in ihren Arbeiten mit Küsten- und Vulkanlandschaften als Orte des Übergangs – geprägt von Erosion und Regeneration.
Die Selma Feriani Gallery mit Sitz in Tunis und London bringt schließlich drei nordafrikanische Positionen zusammen. Sara Ouhaddou, M’barek Bouhchichi und Nadia Ayari arbeiten mit Keramik, Textil, Skulptur und Malerei. Ihnen geht es darum, kulturelle Symbole und Erzählungen aus der Region neu zu verorten. Mit einer Präsentation zweier Künstlerinnen aus dem asiatisch-pazifischen Raum fokussiert sich hingegen die Gallerie Silverlens aus Manila und New York auf geopolitische und ökologische Fragen. So thematisiert Taloi Havini in ihren Kupferarbeiten die Bergbaugeschichte der Insel Bougainville, während Patricia Perez Eustaquio mit ihren Seilskulpturen und digitalen Tapisserien die koloniale Historie der Philippinen abstrahiert.
Aktuelle Werke von Nadia Ayari, Dimitra Charamandas, Patricia Perez Eustaquio und Abbey Williams. Fotos: © Courtesy of the artists
Bei der Art Basel 2025 wird, wie schon in den vergangenen Jahren, nicht nur das Messegelände mit Kunst bespielt. Durch den „Parcours“-Sektor wird der öffentliche Raum der Stadt mit in die Kunstschau einbezogen. So ist von der der Clarastrasse bis zur Mittleren Brücke und dem Münsterplatz ein bunt gespicktes Portfolio an kreativen Werken zu finden. Über 20 ortsspezifische Projekte gibt es dort unter dem Motto „Second Nature“ für Interessierte zu entdecken. Dabei setzen sich die Arbeiten mit den fließenden Übergängen zwischen Natur und Künstlichkeit, Realität und Illusion auseinander.
Zum Beispiel zeigt der deutsche Objektkünstler Thomas Bayrle in einem Pop-up-Store im Manor-Kaufhauses eine Installation seiner ikonischen „Coats“. Zudem lässt der griechische Artist Theo Triantafyllidis in seiner Live-Simulation „Drift Lattice“ Meerestiere und Plastikabfall nebeneinander schwimmen. In den traditionsreichen Räumen des Hotels Rheinfelderhof installiert hingegen Yu Ji aus China skulpturale Fragmente aus Beton. Durch diese und viele weitere Objekte lässt sich schließlich im Rahmen der Art Basel 2025 moderne Kunst auch im Alltag erleben.
Be the first to know about new arrivals and promotions