Zwischen Business und Selbstfürsorge: Warum wir über Brustkrebs-Früherkennung reden müssen

Auf der herCareer in München leitete Chefredakteurin Nicola Le Vourch von Marie Claire einen Panel-Talk, der sich genau diesem wichtigen Thema widmete

Wir haben jährlich über 70.000 Neuerkrankungen an Brustkrebs in Deutschland und die Anzahl junger Patientinnen nimmt zu. Neben der genetischen Veranlagung sind auch Faktoren wie Stress und mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung wesentliche Einflüsse, die eine Brustkrebserkrankung begünstigen. Es trifft nicht nur ältere Frauen, sondern Frauen, die mitten im Beruf stehen. Daher benötigen wir dringend eine Gesellschaft, in der über Brustkrebs offen gesprochen wird und der Früherkennung mehr Beachtung geschenkt wird. Denn Früherkennung ist wichtig, Früherkennung ist einfach und sollte von Frauen selbst in die Hand genommen werden. Von Selbstabtastung, über Arztbesuch bis hin zum Stressmanagement.

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„Ran an die Brüste“ – ein Statement von Frauen für Frauen

Am Panel-Talk auf der herCareer im MOC in München nahmen diese spannenden Frauen teil, die alle einen Beitrag für mehr Sichtbarkeit zu diesem Thema leisten wollen. Denn Kampagnen von z.B „dasBUUSENKOLLEKTIV e.V.“ werden derzeit auf Social Media oft noch geblockt (von META), da in der Kampagne Brüste zu sehen sind und in den sozialen Netzwerken als sexualisierte Beiträge wahrgenommen werden. Dieses und weitere Punkte machen es schwer, Reichweite für dieses wichtige Thema zu erzielen und umso wichtiger sind solche Talks und Frauen, die mit diesem Thema in die Öffentlichkeit gehen.

Frauen, die dem Thema Brüste und Früherkennung mehr Sichtbarkeit schenken

Steff Rödl

von dasBUUSENKOLLEKTIV e.V., Betroffene und Aktivistin

Marketing-Expertin, Brustkrebspatientin und engagierte Mitgestalterin eines neuen, offenen Umgangs mit Krebs. Ihre persönliche Krankheitsgeschichte beginnt 2019 mit der Diagnose Brustkrebs – zwei Jahre später folgt ein Rezidiv, 2024 eine dritte Erkrankung. Doch anstatt sich zurückzuziehen, wird Steff zur informierten, selbstbestimmten und vernetzten Patientin. Heute ist sie Vorständin von dasBUUSENKOLLEKTIV e.V., einem gemeinnützigen Verein, der sich für Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und Aufklärung rund um das Thema Brustkrebs einsetzt. Zudem ist sie aktives Mitglied der yeswecan!cer-Community, einer Plattform für Menschen mit Krebs. Aktuell befindet sie sich in Therapie ihrer dritten Krebserkrankung – und bleibt dennoch aktiv, präsent und engagiert. Sie will nicht Heldin sein, sein sondern als Frau gesehen werden.

Ihr Statement: Wir lehren schon im Sexualkundeunterricht, wie man ein Kondom überzieht, aber nicht, wie man die Brust abtastet.  

Fazit: Wir müssen Brustkrebs-Vorsorge noch viel sichtbarer machen. So wie die Grippeimpfung schon bei vielen Unternehmen angeboten wird, sollte auch die Brustkrebsvorsorge angeboten werden. Aufklärung schon bei Teenagern sollte dazu gehören, denn immer noch tasten sich lediglich 10-15% der Frauen regelmäßig selbst ab. Unsicherheit spielt dabei eine große Rolle, hier sollen Kampagnen wie „Touchmycancer“ Abhilfe schaffen und viel Sichtbarkeit sowie offene Gespräche.

Julia Gottinger

von Brustkrebs betroffene Rechtsanwältin, heute Atemtrainerin & Stressmanagement-Coach

Erkrankte 2020 selbst am Brustkrebs und feierte gerade, wie sie selbst sagt, ihren 5. Geburtstag. Vor ihrer Erkrankung war sie in einer internationalen Großkanzlei tätig. Heute hat sie ihr Leben komplett umgekrempelt: Eine systemische Coaching-Ausbildung gemacht und dann zu einem Zeitpunkt, als sie gemerkt hat, sie will ihren Körper mehr mitnehmen auf die Reise und alte Stressmuster loslassen, ist sie zum Atmen gekommen.

Dafür hat sie eine einjährige Ausbildung ergänzt und ist seit 2 Jahren als Atemtrainerin und Stresscoach selbständig.

Ihr Statement: Inzwischen ist klar, Stress kann ein wesentlicher Faktor sein, der den Krebs begünstigt.

Fazit: Für uns alle ist es wichtig, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir unserem persönlichen Stress entfliehen. Manchmal reicht dafür ein Jobwechsel, meistens ist es aber viel Arbeit an sich selbst, denn man nimmt sich und seine Arbeitseinstellung ja mit zum nächsten Job. Julia Gottinger will dafür ein Bewusstsein schaffen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten als Coachin und Atemtrainerin sowie mit ihren persönlichen Erfahrungen.

PD Dr. med. Evelyn Klein

Geschäftsführende Oberärztin, Leiterin Senologie Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde TUM Klinikum Rechts der Isar, München

Ärztin, Gynäkologin, mit dem Spezialgebiet Brust, sprich Senologie. Sie beschäftigt sich medizinisch mit allem, das mit der Brust zu tun hat: gutartig, bösartig, Systemtherapie, aber auch die operative Therapie. Sie leitet die Abteilung Senologie an der TU München und ist geschäftsführende Oberärztin am Klinikum rechts der Isar. Auch mit ihrer Forschung hat Sie sich dem Themengebiet Brustkrebs verschrieben.

Ihr Statement: Ran an die Brüste, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, kann Leben retten.

Fazit: Viele Faktoren sind für ein gesundes Leben wichtig, dazu gehört eine gute Ernährung , Sport (auch wenn man bereits an Brustkrebs erkrankt ist), Stressreduktion, etc. Doch auch wer alles beachtet, hat keine Garantie, nicht an Brustkrebs zu erkranken, daher ist die Früherkennung immens wichtig. Selbst abtasten und Vorsorgetermine beim Arzt wahrnehmen sind das A und O.

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