1. Das Gehirn hält Hitze schlecht aus
„Unser Kopf arbeitet in einem sehr engen Temperaturfenster optimal. Steigt die Körpertemperatur, muss der Kreislauf umverteilen, mehr Blut in die Haut zum Kühlen, weniger für alles andere. Dass wir an heißen Tagen langsamer denken, uns schlechter konzentrieren und vielleicht schneller gereizt sind, ist deshalb keine Einbildung.”
2. Trinken ist der einfachste Gehirnschutz, den es gibt.
„Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel verschlechtert Konzentration, Reaktionszeit und Stimmung. Wasser und ungesüßter Tee sind die Basis; bei starkem Schwitzen darf auch eine Prise Salz oder eine leichte Brühe dazukommen, weil mit dem Schweiß auch Mineralstoffe verloren gehen. Mein Tipp: die Flasche sichtbar hinstellen, statt sich auf das Durstgefühl zu verlassen. Das lässt im Alter und bei Hitze nämlich nach.”
3. Die wichtigsten Stunden für das Gehirn sind die Nachtstunden.
„Im Schlaf, besonders im Tiefschlaf, regeneriert das Gehirn und räumt Stoffwechselprodukte ab. Genau dieser Tiefschlaf leidet als Erstes, wenn das Schlafzimmer nicht unter etwa 20 Grad kommt. Nachts und früh morgens querlüften, tagsüber konsequent verdunkeln, abends eine lauwarme statt eiskalte Dusche.”
4. Migräne und Kopfschmerzen haben im Sommer Hochsaison.
„Hitze, grelles Licht, Flüssigkeitsmangel und schlechter Schlaf sind allesamt bekannte Auslöser, im Sommer kommen sie gern im Rudel. Wer zu Migräne neigt, sollte deshalb gerade jetzt auf Regelmäßigkeit achten: feste Mahlzeiten, ausreichend trinken, eine gute Sonnenbrille. Und den Tagesrhythmus nicht komplett über den Haufen werfen, auch nicht im Urlaub.”
5. Manche Medikamente bremsen die körpereigene Klimaanlage aus.
„Entwässernde Mittel, bestimmte Blutdruck- und Herzmedikamente, einige Antidepressiva sowie Mittel gegen Allergien oder Blasenschwäche können das Schwitzen oder die Kreislaufanpassung beeinflussen. Das ist kein Grund, etwas eigenmächtig abzusetzen. Aber es lohnt sich, vor dem Sommer einmal mit der Ärztin oder dem Arzt durchzugehen, ob Dosis und Trinkmenge angepasst werden sollten.”
6. Alkohol ist an heißen Tagen doppelt ungünstig.
„Er entzieht dem Körper Flüssigkeit, erweitert die Gefäße und stört zusätzlich den Tiefschlaf. Der Cocktail in der Abendsonne wirkt bei 34 Grad also spürbar anders als im Winter. Wer nicht verzichten möchte, trinkt konsequent ein großes Glas Wasser dazwischen.”
7. Diese Warnzeichen gehören ärztlich abgeklärt – sofort.
„Ein Hitzschlag kündigt sich nicht durch Schwitzen an, sondern oft durch das Gegenteil: heiße, trockene Haut, dazu Verwirrtheit, Verwaschensein der Sprache, Unruhe, Torkeln oder Bewusstseinstrübung. Das ist ein Notfall — Notruf 112! die Person in den Schatten bringen, Beine hoch, aktiv kühlen. Ebenfalls sofort abklären lassen: plötzliche einseitige Schwäche, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörungen. Hitze und Flüssigkeitsmangel erhöhen das Schlaganfallrisiko, und hier zählt jede Minute.”