Madeleine Saar ist Mental-Health-Expertin für sensible Karrierefrauen. Nach mehr als zehn Jahren im Top-Management weiß sie, was Dauerstress mit Körper und Geist anrichten kann. Heute zeigt sie in Kursen, Workshops und in ihrem Programm „Peace“, wie echte Ruhe zum Karriere-Gamechanger wird und warum innere Balance die unterschätzte Grundlage echter Longevity ist.
Als Dozentin für Positive Psychologie und mit zusätzlichen Ausbildungen in Neurowissenschaften verbindet sie wissenschaftliches Know-how mit praktischen Strategien für ein gesünderes und glücklicheres Leben und zeigt, warum echte Ruhe im Kopf der wahre Luxus unserer Zeit ist.
Laut einer aktuellen McKinsey-Studie von Mai 2025 umfasst der globale Wellness-Markt mittlerweile rund 2 Billionen US-Dollar. In den USA geben Konsumenten jedes Jahr mehr als 500 Milliarden Dollar für ihr Wohlbefinden aus. Das Wachstum scheint unaufhaltsam. Selbst in Zeiten von Rezession oder Pandemie wurde weiter in Vitamine, Achtsamkeitskurse oder Fitnessangebote investiert. Wellness gilt als krisenfest und mittlerweile als Statussymbol. In China bezeichnen 94 Prozent der Menschen das Thema als „wichtig“ oder „sehr wichtig“, in den USA 84 Prozent, in Großbritannien 79 Prozent.
Besonders auffällig ist, dass vor allem jüngere Generationen wie die Gen Z und die Millennials das Thema Wellness für sich stark priorisieren. Sie machen zwar nur etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung aus, auf sie entfällt jedoch ein Anteil von über 40 Prozent bei den Ausgaben.
Nicht nur Hautpflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel, sondern zunehmend digitale Produkte, wie z.B.
Auch Wellness Retreats auf Bali oder in den Alpen boomen. Wellness ist kein Zusatz mehr. Es ist ein Lebensstil und meist auch ein Statement. Wer achtsam lebt, postet es, trackt es, teilt es. Selfcare wird zum Statussymbol.
Fast 30 Prozent der jüngeren Generationen geben an, Wellness heute „viel stärker“ zu priorisieren als noch vor einem Jahr. Wellness bedeutet dabei nicht den Sauna-Besuch am Wochenende, sondern komplette Wellness-Reisen über mehrere Tage.
Doch während das Geschäft weiter wächst, entsteht ein immer größeres Paradox. Die permanente Selbstoptimierung stresst. Wer morgens seinen Schlafscore checkt, mittags die nächste Atemübung tracked, abends die To-do-Liste für Dankbarkeitsrituale abarbeitet und jedes Quartal ein Retreat bucht, landet schnell in einem Hamsterrad der Selbstoptimierung.
Wellness wird zum Pflichtprogramm, Selfcare zum Wettbewerb. Digital Detox, einst Randerscheinung, ist heute Luxus. Das Handy weglegen, nicht erreichbar sein, keine App, die den Puls misst, das klingt für viele fast exotischer als ein Flug nach Bali. Vielleicht ist es genau das, was wir wieder lernen müssen. Erholung benötigt kein High-Tech, High-End oder High-Budget. Es reicht ein Spaziergang im Wald, ein Wochenende ohne Bildschirm und das bewusste Gefühl, einfach mal nichts zu müssen.
In ihrer Arbeit erlebt Madeleine Saar regelmäßig ein erschreckendes Phänomen. Erfolgreiche Frauen kommen zu ihr und sind erschöpft; trotz oder gerade wegen den unzähligen Wellness-Routinen.
Der Tag beginnt meist mit Meditation und Journaling, dann checken sie zwischendurch den Oura-Ring, nehmen die ersten Supplemets, zum Frühstück gibt’s einen Proteinshake, dann geht’s ab zum Yoga, Laufen oder Kraftsport und danach ins Eisbad.
Sie glauben in ihre Gesundheit zu investieren. Doch in Wahrheit lässt genau dieser Selbstoptimierungs-Stress sie schneller altern als die meisten mit ungesunden Lifestyles.
Die typische Klientin hat die nach außen perfekte Morgenroutine und sieht danach müder aus als zuvor. Warum? Ihr Nervensystem ist im Dauerstress, auferlegt durch die eigenen Gesundheitsregeln. Je länger die Wellness-To-Do-Liste, desto erschöpfter das System. Diese Routinen können mehr Stress erzeugen als ein normaler chaotischer Morgen.
Madeleine Saar bringt es nach vielen Jahren Arbeit mit Führungskräften und im Top-Management auf den Punkt. Selfcare ist zum neuen Hamsterrad geworden. Es ist Zeit für einen radikalen Realitätscheck über die dunkle Seite der Longevity-Bewegung.
„Wir messen, tracken und optimieren uns zur Erschöpfung und merken dabei nicht, dass genau das uns krank macht. Was früher Erholung war, ist heute ein To-do auf der Selfcare-Liste. Ruhe ist zum Luxusgut geworden“ erklärt Madeleine Saar.
Foto: Diana Light/unsplash
Nehmen wir das Eisbaden. Vor einiger Zeit wurde es auf Social Media total gehpyt. Auch Wim Hof hat unglaubliche Erfolge damit. Was die meisten jedoch übersehen: Nur weil etwas für Männer funktioniert, heißt das nicht automatisch, dass es auch für Frauen gesund ist. Es hat sicher Gründe, dass Wim Hof mit seiner Methode, die an Extreme geht, vor allem Männer anspricht mit Slogans wie: „Zeig, wie viel du aushältst, überwinde den Schmerz, sei stärker als dein Körper.“
Auch viele Frauen fühlen sich nach dem Eisbaden zunächst euphorisch. Doch diese Euphorie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger ein Zeichen von „Heilung“, sondern eher die biologische Folge einer Extremsituation. Beim Eintauchen ins Eiswasser schaltet der Körper in den Überlebensmodus. Der Blutdruck steigt, Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol schießen hoch, die Muskulatur spannt sich an, der Organismus denkt, dass er gleich erfriert. Kein Wunder, dass man sich danach großartig fühlt. Der Körper feiert schlicht, dass er überlebt hat.
Für Männer kann dieser extreme Reiz in Maßen sogar trainierend wirken, weil ihr Hormon- und Stresssystem anders reguliert ist. Bei Frauen hingegen kann das Eisbad schnell das feine hormonelle Gleichgewicht durcheinanderbringen. Gerade, wenn der Körper ohnehin schon durch Zyklus, Arbeit und Mental Load belastet ist. Trotzdem eifern viele Frauen nach, weil Social Media es suggeriert. Nur wer es ins Eis schafft, ist wirklich „stark“.
Eine Kundin erzählte neulich stolz, dass sie es im Winter dreimal die Woche an den Fluss in der Nähe zum Eisbaden schafft. Sie friert sich die Zeit frei, taucht ab, wärmt sich danach notdürftig auf und beantwortet im Anschluss schon die ersten E-Mails. Jede Sekunde sinnvoll nutzen. Genau hier wird es absurd: Statt echte Erholung zu erleben, wird das Eisbad selbst zum nächsten To-do. Der psychische Druck, täglich „perfekt gesund“ zu leben, kann am Ende dieselben Stresshormone freisetzen wie ein 80 Stunden Burnout-Job.
Der Wunsch nach mehr Selbstoptimierung und Kontrolle endet nicht beim Eisbad.
Was dort noch als Beweis für Stärke und Durchhaltevermögen gilt, setzt sich im Alltag nahtlos als nächste Selbstoptimierungsfalle fort. Es reicht längst nicht mehr, mentale Widerstandsfähigkeit zu besitzen und den Schmerz zu überwinden. Am besten muss auch alles perfekt getrackt und optimiert sein. Ganz egal, ob Schlaf, Ruhezeiten oder Ernährung.
Selbst das Thema Intervallfasten wird inzwischen per App kontrolliert. Doch auch hier gilt, ähnlich wie beim Eisbaden. Der weibliche Körper funktioniert anders als der männliche. Was bei einem Mann mit hohem Übergewicht sinnvoll sein kann, passt nicht automatisch und vor allem dauerhaft für eine Frau mit ohnehin niedrigem Körpergewicht und hoher Stressbelastung. Statt auf die eigenen Körpersignale zu hören und sich zu fragen was braucht mein Körper gerade, wird weiter getrackt und geschaut, ob das Fasten Zeitfenster eingehalten wurde.
Aus dem Gefühl, alles im Griff zu haben, wird so ein Leben in Zahlen, diktiert von Oura-Ringen, Kalorien-Trackern und Schlafscore-Apps.
Was nach Sicherheit und totaler Kontrolle über unseren Körper klingt, führt oft dazu, dass wir unser eigenes Körpergefühl verlieren. All die smarten Ringe und Wearables, die uns angeblich dabei helfen sollen, „gesünder“ zu leben, führen in der Praxis oft zum Gegenteil. Wir verlieren den Kontakt zu unserem Bauchgefühl.
Der Morgen beginnt mit dem Griff zum Handy (das im Schlafzimmer ohnehin nichts verloren hat). Statt sich auf den Tag zu freuen, auf Begegnungen, Ideen und Möglichkeiten, checken wir den Sleep Score. Und plötzlich ist die Stimmung im Keller. „Schlecht geschlafen“ zeigt die App, obwohl wir uns eigentlich fit und erholt fühlen. Der Ring konditioniert unsere Laune, bevor wir selbst in uns hineinspüren konnten.
Und damit nicht genug. Natürlich vergleichen wir unsere Scores auch noch mit anderen. Schlaf wird zur nächsten Wettkampfdisziplin. Wer den höchsten Score hatte, gewinnt, zumindest virtuell.
Auf die Frage „Wie fühlst du dich?“ ist die Antwort dann: „Moment, ich schaue schnell auf meinen Sleep Score.“ Ein Paradebeispiel dafür, wie wir verlernen, uns selbst zu spüren und wahrzunehmen. Vor über 100 Jahren hat Pawlow Hunde mit einer Glocke konditioniert. In der Psychologie immer noch ein Paradebeispiel dafür, wie Reize unser Verhalten steuern können. Heute lassen wir uns von Ringen und Apps konditionieren, bis wir glauben, nur so wüssten wir, wie es uns geht.“
Madeleine Saar arbeitet als Coach und Dozentin für Positive Psychologie und Longevity. Foto: Svenja Floberg Thiel.
Madeleine Saar empfiehlt: Eine Woche lang alle Health-Apps ausschalten. Kein Schlaf-Tracking, kein Kalorien-Counting, kein Ring. Das Ergebnis kann erstaunlich sein. So können wir wieder lernen auf unseren Körper zu vertrauen und unsere Intuition wieder entdecken. Diesen Ansatz vermittelt sie auch in ihren Kursen und Materialien.
Denn am Ende ist die entscheidende Frage: „Was sagt mein Körper?“ – nicht „Was sagt meine App?“ Diese kleine Verschiebung kann das ganze Leben verändern.
Gesundheits-Tracking kann zu einer Form der digitalen Hypochondrie werden, warnt Madeleine Saar. „Menschen orientieren sich mehr an Zahlen als an ihrem natürlichen Körpergefühl. Genau das erzeugt Stress und Selbstentfremdung. Die Ironie daran: Wir geben 500 Euro für Hightech-Ringe aus, nur um Antworten zu bekommen, die unser Körper uns kostenlos gibt, wenn wir endlich wieder zuhören würden.
Während wir mit Oura-Ringen und Apps jede Körperfunktion optimieren, geht die Selbstoptimierung weiter. Auch unser Gesicht, unsere Ausstrahlung und selbst unsere Falten werden permanent „optimiert“, um jugendlich und frisch zu wirken.
Drei Schichten Foundation, Concealer, Highlighter und Glow-Sticks für den „natürlichen“ Look. Parallel dazu immer mehr Botox, Filler und Anti-Aging-Treatments. Viele Frauen investieren heute in immer aufwendigere Routinen. Laut Branchenangaben von Cosmetics Europe nutzt die durchschnittliche Frau 9 verschiedene Kosmetikprodukte am Tag, während minimal-invasive Eingriffe Jahr für Jahr zweistellig wachsen.
Je mehr wir auftragen und spritzen lassen, desto stärker überdecken wir unser eigentliches Strahlen. Statt uns schöner zu fühlen, bleibt oft das Gefühl zurück, dass es immer noch nicht reicht. Denn wie Madeleine Saar regelmäßig in ihrer Arbeit erlebt, steckt hinter all dem oft derselbe Glaubenssatz: „Ich bin nicht genug.“
„Ohne Make-up kann ich mich nicht zeigen“. Sätze wie diese hört Madeleine Saar immer wieder. Doch Haut ist mehr als Oberfläche. Sie reagiert auf Stress, Schlaf und innere Balance. Überpflege kann die natürlichen Regenerationsprozesse stören. Auch hier gilt: Weniger ist meist mehr. Echte Ausstrahlung kommt weder aus dem Labor noch aus dem Kosmetikstudio. Echt Ausstrahlung kommt von innen. Von einem ruhigen und entspannten Nervensystem. Wer innere Ruhe findet und Selbstakzeptanz kultiviert, wirkt automatisch jünger und strahlender, ganz ohne Glow-Stick, so die Expertin. Weitere praxisnahe Impulse dazu gibt Madeleine Saar in ihrem kostenfreien Leitfaden.
In ihrer Freizeit findet man Madeleine Saar beim Marathonlaufen, Tauchen oder in den Bergen. Foto: privat.
Früher war der Friseurbesuch eine Stunde zum Plaudern und Abschalten, die Pediküre ein Moment, um runterzukommen. Heute sitzen viele währenddessen mit dem Handy auf dem Schoß und beantworten nebenbei noch Mails. 24/7 alles „sinnvoll“ nutzen, sogar die kleinen Auszeiten.
Das moderne Longevity-Retreat ist die gesteigerte Version davon. 6 Uhr Meditation, 7 Uhr Yoga, 8 Uhr Vortrag über Biohacking, 10 Uhr Breathwork, 12 Uhr Networking-Lunch, 14 Uhr Massage, 16 Uhr Workshop zu Supplements, Schlaf & Co, 18 Uhr Dinner mit „wertvollen Kontakten“. Drei Tage Programm ohne Pause. Getaktete Erholung wie ein Manager-Meetingplan.
Unter dem Deckmantel der Selbstfürsorge werden Retreats zum neuen Statussymbol. Wer es sich leisten kann, bucht lieber ein Luxus-Retreat auf einer schönen Insel oder ein Wochenende in der exklusiven Wellnessoase. Auf Social Media sieht das nach Achtsamkeit aus, in Wahrheit ist es oft eher ein Lifestyle-Label. Man ist unter Gleichgesinnten, postet Sonnenaufgangs-Yoga und fühlt sich „produktiv entspannt“. Doch was dabei fehlt, ist genau das, was wirklich zählt. Allein im Wald zu stehen, ohne Ablenkung, ohne Publikum, einfach mit sich und den eigenen Gedanken. Echte Erholung kostet keine 5.000 Euro, sondern nur den Mut, das Handy auszuschalten und Langeweile auszuhalten.
Was ursprünglich als „Zeit für sich“ angedacht war, wird unterbewusst zum Networking Event im Wellness-Gewand. Selbstverständlich steuerlich absetzbar. Besonders Frauen in Führungspositionen rechtfertigen ihre Auszeit nur, wenn sie „Mehrwert“ generiert. Neue Kontakte knüpfen, Learnings mitnehmen, Content für Social Media erstellen. Das Retreat wird zur nächsten To-do Liste.
Nach dem Retreat fühlen sich viele kurzfristig euphorisiert, fallen zuhause jedoch schnell in ein Loch. Der Alltag holt sie ein, alte Muster übernehmen wieder die Kontrolle. Viele sind oft noch gestresster als zuvor, da die eigentliche Arbeit liegen geblieben ist. Die Lösung scheint klar. Einfach das nächste Retreat buchen. Ein Teufelskreis, der Entspannung zur Droge macht.
Die nachhaltigere Alternative dagegen könnte so simpel sein. Tägliche Mini-Pausen. Regelmäßige Wochenenden ohne Termine. Zeit zum Nachdenken und Reflektieren. Langeweile ist der Nährboden für Kreativität und emotionale Regeneration. Eigentlich steckt die Lösung schon im Wort: ‚lange weilen‘, also verweilen, statt ständig Neues zu suchen. Doch genau diese Langeweile haben wir verlernt. Wir übertönen sie mit Terminen, Apps und Aktivitäten, anstatt sie als Schlüssel zur echten Erholung zu nutzen.
Auch wenn die Programme perfekt getaktet sind, entsteht wahre Erholung nicht im Kalender, sondern in echten zwischenmenschlichen Verbindungen. Was bringt ein perfekt durchgeplantes Retreat, wenn wir danach wieder allein mit unseren alten Mustern dastehen? Zwischen Workshops, Networking-Lunches und Instagram-tauglichen Sonnenuntergängen fehlt oft das, was uns wirklich trägt: Echte Nähe.
Genau hier liegt das nächste große Missverständnis moderner Selbstoptimierung. Wir jagen oberflächlichen Kontakten hinterher. Dabei sind es die wenigen, tiefen Beziehungen, die laut Forschung wirklich über unser Glück, Wohlbefinden und unsere Lebensdauer entscheiden. Die berühmteste Glücksstudie der Welt – die Harvard Grant Study – begleitet seit fast 90 Jahren generationsübergreifend Hunderte Menschen von der Jugend bis ins Alter. Ihr zentrales Ergebnis ist überraschend einfach und doch so tiefgreifend: Enge, vertrauensvolle Beziehungen sind der stärkste Garant für Gesundheit, Lebensfreude und Langlebigkeit, stärker als Einkommen, beruflicher Erfolg oder Intelligenz. Also genau das, was die meisten wollen, die sich mit Longevity beschäftigen.
Madeleine Saar vermittelt diese Erkenntnisse auch den Teilnehmerinnen in ihren Kursen. „Wenn wir über Longevity sprechen, geht es nicht um noch mehr Routinen oder Tracking-Apps, sondern um das, was Menschen seit Jahrtausenden stärkt. Das sind stabile, gute Beziehungen“, erklärt sie.
Genau das bestätigen auch die Daten. Wer mit 50 eine stabile, glückliche Partnerschaft führt, ist mit 80 gesünder und zufriedener. Umgekehrt gelten konfliktreiche Beziehungen und Einsamkeit als größte Risikofaktoren. Einsamkeit begünstigt Depressionen, beschleunigt den geistigen Abbau und verkürzt die Lebenserwartung. Sie ist ähnlich schädlich wie chronischer Stress, Alkoholismus oder das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag.
Die Botschaft ist klar. Qualität vor Quantität. Ein ehrliches Gespräch mit einer engen Freundin gibt mehr Kraft als zehn oberflächliche Business-Kontakte. Am Ende sind es tiefe Beziehungen, die uns wirklich tragen, nicht die Anzahl der Follower.
Oder, wie der aktuelle Studienleiter Robert Waldinger es zusammenfasst: „Good relationships keep us happier and healthier.“
Nicht der perfekte Körper, nicht die durchoptimierte Routine, sondern die Qualität unserer Beziehungen entscheidet darüber, wie wir altern und wie glücklich wir dabei sind.
Der Teufelskreis ist offensichtlich. Je mehr Routinen wir uns auferlegen, desto größer wird der Druck. Mehr Druck erzeugt mehr Stress. Mehr Stress verschlechtert das Befinden und ist schlecht für das Immunsystem. Das treibt viele dazu, noch mehr Tools, Apps und Retreats zu suchen.
Was ebenfalls oft übersehen wird ist, dass jedes Tracking-Gerät Messfehler und Messtoleranzen hat. Manche Werte sind schlicht ungenau. Und doch lassen wir uns von ihnen die Laune verderben. Plötzlich fühlen wir uns schlecht, obwohl wir uns eigentlich gut gefühlt haben, nur weil die App einen niedrigen Score anzeigt. Eigentlich absurd, oder? Selbst wenn die Werte stimmen, stellt sich die Frage, was wir mit den Ergebnissen machen wollen. Welche Rückschlüsse ziehen wir daraus? Helfen sie uns wirklich, gesünder zu leben?
Am Ende ist die wahre Longevity-Revolution viel simpler, als es Retreats, Apps oder Glow-Sticks versprechen. Sie liegt nicht in der nächsten App oder im teuersten Biohacking-Gadget, sondern im Mut, weniger zu tun.
Drei einfache Wege, die Madeleine Saar jeder Frau ans Herz legt und auch in ihren Kursen vermittelt
Auch Beziehungen brauchen Entlastung. Echte Nähe entsteht nicht beim Austausch von Kontaktdaten oder beim Networking-Dinner, sondern beim Zuhören und regelmäßiger Quality Time mit den Menschen, die uns wirklich guttun. Das bedeutet auch, das Handy öfter mal wegzulegen, besonders beim Essen mit lieben Menschen, in Gesprächen oder Treffen mit Freunden. Und darüber hinaus den Mut zu haben, Energieräuber loszulassen, um Platz für echte Kraftgeber zu schaffen.
Oft halten uns alte Glaubenssätze zurück. „Das kann ich doch nicht machen“ oder „Ich darf keine Grenzen setzen“. Doch genau hier beginnt wahre Selbstfürsorge.
Das Ziel ist klar. Vom ständigen „Ich muss noch …“ zurück zum „Ich bin genug“.
Denn nichts beschleunigt das Altern so sehr wie der Druck, ewig jung bleiben zu müssen. Und nichts lässt uns strahlender wirken als innere Ruhe und Selbstakzeptanz.
„Wir messen, tracken und optimieren uns zur Erschöpfung. Dabei liegt das Geheimnis ewiger Jugend nicht im Labor, sondern längst in uns: Ruhe im Kopf“, fasst Madeleine Saar zusammen.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet unter https://madeleinesaar.com/leitfaden-ruhe-im-kopf ihren kostenlosen Leitfaden für mehr „Ruhe im Kopf.“ Denn das ist der wahre Luxus unserer Zeit. Wer noch tiefer einsteigen möchte, dem sei ihr nächster Kurs „Peace“ empfohlen, der im Januar 2026 startet. Eine Einladung, echte Longevity nicht mit mehr Tun, sondern mit mehr Ruhe im Kopf zu beginnen.
Regelmäßige Inspirationen und praxisnahe Tipps teilt sie außerdem auf LinkedIn und Instagram @madeleine_saar
Zwei Aha-Momente veränderten alles für Madeleine Saar. Der erste: eine Hautklinik, schwere Neurodermitis, Frauen, die stolz ihre Cremes vergleichen. Ihr Gedanke: „No way. Das muss anders gehen!“ Der zweite: eine schlaflose Nacht um 3 Uhr, mitten in der erfolgreichen Managementkarriere und die Frage: „Soll das wirklich für immer so weitergehen?“
Zwei Krisen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, führten zur gleichen Erkenntnis: Es braucht einen neuen Umgang mit Körper, Geist und Erfolg.
Heute hilft sie Frauen, ihre eigenen Kipppunkte zu erkennen und wahren Luxus zu erleben: Ruhe im Kopf. Als Dozentin, Coach und Trainerin für Positive Psychologie & Longevity verbindet Madeleine über 10 Jahre Top-Management-Erfahrung mit ihrer Expertise in Neurowissenschaften und Positiver Psychologie. Sie hat einen Master of Science in BWL und ist Inhaberin von Madeleine Saar HR Consulting.
Wenn sie nicht gerade revolutioniert, wie wir über Gesundheit & Wellness denken, läuft sie Marathon, taucht, fährt Ski und lebt, was sie lehrt – Ruhe im Chaos der Welt.
Foto: NatalliaVPhotography
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