Zusammenkommen, reden, aber bitte auch machen!
Journalistin Nena Brockhaus (34) und Unternehmerin Franca Lehfeldt (37) luden am Donnerstag, den 17. September, zu ihrer WoMen-on-Top-(WOT)-Veranstaltung – erstmals nach Hamburg. Die Gründerinnen der Medieninitiative WOT sowie ihre Mitarbeiterin Valentina Günnewig vernetzen Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um ein Herzensanliegen mit viel Verve voranzutreiben: Bildungsgerechtigkeit.
Ein zunehmend brisantes Thema, spätestens seit Veröffentlichung der PISA-Studie 2025 und dem offensichtlich schwachen Abschneiden deutscher Schüler:innen. Die 15-Jährigen schnitten so schlecht ab wie nie seit Beginn der Studie: Etwa ein Drittel verfehlt in Lesen und Mathematik die Basiskompetenzen. Und in kaum einem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft so stark über den Bildungserfolg wie in Deutschland.
Vor 50 Gäst:innen sprach Nena Brockhaus mit FDP-Präsidiumsmitglied Nadin Zaya. Selbst im Asylbewerberheim aufgewachsen, liegen der Juristin die Bildungschancen in Deutschland besonders am Herzen – ein brisanter wie relevanter Anlass.
„Der Staat schuldet dir faire Startchancen. Du schuldest dir selbst, etwas daraus zu machen. Die Aufsteigerrepublik war eines der großen Versprechen der Bundesrepublik. Dies gilt nicht mehr. Es besteht Handlungsbedarf“, erklärt Nena Brockhaus kämpferisch.
„Die Postleitzahl darf nicht mehr zählen als der Fleiß“, sagt Franca Lehfeldt. „Wir brauchen Ehrgeiz und klare Standards, aber auch echte Chancengerechtigkeit. Bildung ist das Aufstiegsversprechen einer Leistungsgesellschaft.“
Nadin Zaya, 27, kam als Kind aus dem Irak nach Deutschland. Heute ist die Rechtsreferendarin Mitglied im Präsidium der FDP. Mit ihrer Parteitagsrede über das Aufstiegsversprechen wurde sie bundesweit bekannt.
„Die Kinder müssen vor Schuleintritt Deutsch sprechen. Das muss Pflicht werden“, sagte Zaya. Auch die Inklusion sieht sie als gescheitert und fordert vehement den Erhalt von Förderschulen.
Sympathisch: Die Anwesenden wurden motiviert, schriftlich Ideen und konkrete Vorschläge zusammenzutragen – von früher Sprachförderung bis zu Mentoring durch Unternehmen. WoMen on Top wertet die Ideen aus, bringt sie in die Debatte ein und wird beim nächsten Event eine davon ausführlich präsentieren.
Nena Brockhaus bedankte sich am Ende des Abends ausdrücklich für die Zeit, die sich die Eingeladenen nicht nur für das Event, sondern auch für das Thema genommen haben.
Bildung ist für sie und Franca Lehfeldt kein neues oder gar einmaliges Thema: Mit dem WOT Award zahlt die Initiative seit 2021 Studienkredite junger Frauen zurück. Das Ziel: eine Million Euro. Bislang konnten 180.000 Euro an Studienkrediten zurückgezahlt werden – auch die Meisterausbildung im Handwerk wird seit 2026 gefördert.
Marie Claire ist stolzer Medienpartner dieser Initiative.
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