Sie kennen sich vom Moulin Rouge, sie kennen den Preis des Applauses – und sie warten beide nicht darauf, dass jemand ihre Ideen möglich macht. Über zwei Künstlerinnen, die aus Sichtbarkeit etwas Eigenes bauen: Bühnen, Marken und eine Freundschaft, die beides trägt
„Frauen müssen heute nicht mehr auf eine Gelegenheit warten. Wir können sie selbst erschaffen.“ Als Allie Goodbun diesen Satz sagt, klingt er nicht wie eine Kampagnen-Zeile, sondern wie eine Zusammenfassung ihres Lebens – und wie das Motto des Abends, für den sie am 17. Oktober extra aus Paris nach Berlin reist: Im Punch Line Club eröffnet Lea Toran Jenner ihre erste eigene Show. Zwei Frauen, ein Rampenlicht – und die Entscheidung, es nicht nur zu genießen, sondern in etwas Eigenes zu verwandeln.
Kennengelernt haben sie sich dort, wo die Träume vieler Performerinnen enden, weil sie in Erfüllung gegangen sind: im Umfeld des Moulin Rouge in Paris. Allie Goodbun, 27, Kanadierin, tanzt seit 2021 auf einer der berühmtesten Showbühnen der Welt – und zeigt ihren 690.000 Followern auf Instagram, wie das Leben hinter dem roten Vorhang wirklich aussieht. Lea Toran Jenner, 34, Cyr-Wheel-Weltmeisterin, hat vom Cirque du Soleil bis zum Moulin Rouge so ziemlich jede Bühne bespielt, die dieser Beruf zu bieten hat – und daraus mit ZIRKUSLEA ihre eigene Marke gemacht.
Zwei Karrieren, die sich leicht als Konkurrenz erzählen ließen. Die beiden haben sich für die andere Geschichte entschieden.
Foto: Arne Claussen
„Lea und ich kennen die Realität hinter den glitzernden Bühnen. Genau deshalb verbindet uns so viel“, sagt Allie. Man muss das kurz sacken lassen: Beide wissen, wie viel Disziplin in einer einzigen Minute Leichtigkeit steckt. Beide kennen den Leistungsdruck einer Branche, die jeden Abend Perfektion verlangt. Und beide haben irgendwann dieselbe Entscheidung getroffen – ihre Sichtbarkeit nicht nur für Unterhaltung einzusetzen, sondern für etwas, das bleibt.
Allie gründete mit einer Freundin Ready Freddie: Warm-up- und Dancewear, entstanden nicht am Reißbrett, sondern in der Garderobe – aus dem, was professionellen Tänzerinnen im Alltag tatsächlich fehlte. Lea baute ZIRKUSLEA zur Marke aus und geht mit ihrer eigenen GmbH nun den nächsten Schritt: von der Performerin zur Produzentin. „Ich wollte nie darauf warten, dass jemand meine Ideen möglich macht“, sagt sie. „Irgendwann habe ich beschlossen, sie selbst umzusetzen.“
Am 17. Oktober 2026 feiert ZIRKUSLEA LIVE! im Punch Line Club Berlin Premiere – Leas erste vollständig selbst entwickelte Solo-Show, die moderne Artistik mit persönlichen Geschichten, Live-Podcast-Elementen und Gesprächen über Mut, Kreativität und Selbstständigkeit verbindet. Und genau dort treffen die Welten der beiden Frauen zum ersten Mal auch unternehmerisch aufeinander: mit der limitierten ZIRKUSLEA Collection in Kooperation mit Ready Freddie, exklusiv erhältlich nur an diesem Abend. Allie reist dafür persönlich aus Paris an.
Eine Produktkooperation, gewiss. Aber eben keine, die in einem Marketing-Meeting erdacht wurde. „Die schönsten Kooperationen entstehen nicht aus einem Businessplan, sondern aus gegenseitigem Vertrauen“, sagt Allie. Und Lea ergänzt: „Ich glaube fest daran, dass Frauen erfolgreicher werden, wenn sie sich gegenseitig Türen öffnen, statt sich als Konkurrenz zu sehen.“
Lea Toran Jenner im Moulin Rouge. Foto: Arne Claussen
Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Was früher als Nebenprojekt belächelt wurde, ist heute der Kern einer neuen Generation von Künstlerinnen – Frauen, die Performerin, Gründerin, Creatorin und Markenpersönlichkeit zugleich sind und sich längst nicht mehr über einen einzigen Beruf definieren lassen. „Ich wünsche mir, dass Frauen sehen, dass sie nicht nur eine Karriere haben können“, sagt Lea. „Man kann Künstlerin sein, Unternehmerin werden und trotzdem seiner Leidenschaft treu bleiben.“
Oder, in Allies Worten: Gelegenheiten muss man nicht mehr abwarten – man kann sie selbst erschaffen.
Marie Claire durfte Lea bereits ins Moulin Rouge begleiten – am 17. Oktober schauen wir nun zu, wie sie ihre eigene Bühne eröffnet. Mit einer Freundin aus Paris im Publikum. Und mit dem Wissen, dass die schönsten Karrieren die sind, die zwei Frauen sich gegenseitig möglich machen.
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