Was wäre, wenn Schönheit nicht länger ein Privileg, sondern eine ansteckende Krankheit wäre? Wenn makellose Haut, perfekte Proportionen und ewige Jugend plötzlich kein Versprechen mehr, sondern ein Risiko wären? Genau an diesem Punkt setzt „The Beauty“ an – die neue, hochästhetische Thriller-Serie von Ryan Murphy, die ab dem 22. Januar exklusiv auf Disney+ zu sehen ist
„The Beauty“ führt uns zunächst dorthin, wo Perfektion zu Hause ist: in die schillernde Welt der High Fashion. Laufstege, Supermodels, Luxus – alles wirkt makellos. Doch der schöne Schein bekommt schnell Risse, als internationale Models unter mysteriösen Umständen sterben. Die Bilder bleiben luxuriös, fast verführerisch, doch unter der Oberfläche brodelt etwas zutiefst Beunruhigendes.
Murphy, bekannt für seine Lust am Exzess und seine Faszination für gesellschaftliche Abgründe, inszeniert Schönheit hier nicht als Ideal, sondern als Währung. Eine Ware, die verspricht, alles besser zu machen – und dabei alles zerstören kann.
Im Zentrum der Handlung steht eine Entdeckung, die aktueller kaum sein könnte: Ein sexuell übertragbares Virus verwandelt gewöhnliche Menschen in Inbilder körperlicher Perfektion. Keine Filter, keine Eingriffe, kein Verzicht – Schönheit auf Abruf. Doch der Preis ist hoch. Zu hoch.
Die FBI-Agenten Cooper Madsen (Evan Peters) und Jordan Bennett (Rebecca Hall) werden nach Paris geschickt, um die Todesfälle aufzuklären. Ihre Ermittlungen führen sie durch die Metropolen der Mode und Macht – von Paris über Venedig und Rom bis nach New York – und direkt zu einem Mann, der das Versprechen der Schönheit zur Ideologie erhoben hat.
Isabella Rossellini als Franny Forst. Foto: Philippe Antonello/FX
Ashton Kutcher spielt den Kopf von „The Corporation“, einen Tech-Milliardär, der hinter dem Wundermittel „The Beauty“ steckt. Er ist kein klassischer Serien-Schurke, sondern erschreckend zeitgemäß: charismatisch, visionär, überzeugt davon, der Menschheit etwas Gutes zu tun. Dass er dafür Leben opfert, ist für ihn lediglich Kollateralschaden.
Mit Anthony Ramos als eiskaltem Vollstrecker „The Assassin“ bekommt die Serie eine zusätzliche, bedrohliche Dynamik. Gewalt ist in „The Beauty“ nie Selbstzweck – sie ist die logische Konsequenz eines Systems, das Perfektion über Menschlichkeit stellt.
So dystopisch die Prämisse auch ist, so vertraut fühlt sie sich an. In einer Welt, in der Filter Gesichter glätten, Schönheits-OPs normalisiert sind und Selbstoptimierung als Lifestyle gilt, trifft „The Beauty“ einen wunden Punkt. Die Serie stellt eine unbequeme Frage: Was wären wir bereit zu opfern, um schön zu sein? Unsere Gesundheit? Unsere Moral? Unsere Identität?
Besonders eindrücklich ist die Figur Jeremy (Jeremy Pope), ein Außenseiter auf der Suche nach Zugehörigkeit. Seine Geschichte zeigt, wie verführerisch das Versprechen von Schönheit gerade für jene ist, die sich unsichtbar fühlen – und wie gnadenlos das System mit ihnen umgeht.
Foto: Disney+
„The Beauty“ ist spannend, stylisch und stellenweise verstörend – aber vor allem ist die Serie ein Spiegel. Einer, der uns unsere kollektive Obsession mit dem perfekten Äußeren vorhält. Ryan Murphy gelingt damit ein Werk, das Unterhaltung und Gesellschaftskritik verbindet, ohne belehrend zu sein.
Oder, um es anders zu sagen: Diese Serie sieht gut aus. Vielleicht ein bisschen zu gut. Und genau das macht sie so gefährlich – und so sehenswert.
„The Beauty“ startet am 22. Januar mit drei Folgen exklusiv auf Disney+.
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