Ein beobachteter Mord, ein Deal mit dem Teufel, sechs Folgen ohne bequeme Antworten: In der neuen ZDFneo-Serie putzt Aylin Tezel Tatorte, um das Leben ihrer Tochter zu retten. Ein Krimidrama, das einen langfristig den Atem anhalten lässt
Gummihandschuhe, kaltes Wasser, kreisende Bewegungen – Teri Marquard weiß, wie man hartnäckige Flecken entfernt. Bisher waren es die Hinterlassenschaften von Hotelgästen. Jetzt ist es Blut, und es stammt von einem Mord, den sie nicht hätte sehen dürfen. Statt zur Polizei zu gehen, lässt sich Teri auf einen Pakt mit dem Geschäftsmann Vincent Karanz ein: Sie säubert künftig seine Tatorte, er bezahlt die lebensrettende Therapie ihrer immungeschwächten Tochter Luca, die Teri allein großzieht. Aus einer Zeugin wird eine Komplizin – aus purer Mutterliebe.
Sechs Folgen lang seziert „Serial Cleaner“ diesen Deal mit dem Teufel und lässt dabei jede bequeme Antwort weg. Denn Teri tut das Falsche aus dem richtigsten aller Gründe.
Dass diese moralische Gratwanderung funktioniert, liegt vor allem an Aylin Tezel. Die Schauspielerin und Regisseurin, die einem Millionenpublikum als Dortmunder „Tatort“-Kommissarin in Erinnerung ist und zuletzt mit ihrem gefeierten Regiedebüt „Falling into Place“ bewies, wie präzise sie Frauenfiguren zwischen Stärke und Verletzlichkeit zeichnen kann, spielt Teri ohne jede Opferpose: eine Frau, die erschöpft ist und trotzdem funktioniert, die sich schmutzig macht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – und dabei nie ihre Würde verliert.
Gefährlich kompliziert wird es, als sich zwischen Teri und ausgerechnet Vincent (Stefan Gorski) eine Anziehung entwickelt, die sie sich nicht leisten kann – während ihr die Polizei längst auf den Fersen ist. In weiteren Rollen sind unter anderem Rick Okon und Deleila Piasko zu sehen, die kleine Luca spielt Hanna Heckt.
Die Vorlage hat internationale Erfolgsgeschichte geschrieben: „Serial Cleaner“ basiert auf der argentinischen Serie „La chica que limpia“, die auch das US-Remake „The Cleaning Lady“ inspirierte. Die deutsche Adaption inszenierte Andreas Menck nach den Drehbüchern von Andreas Gutzeit, Swantje Oppermann und Florian Puchert – näher dran, rauer und mit einem Blick für die Realität einer Frau, für die das System keine Auffangnetze bereithält.
Genau das macht die Serie zu mehr als einem Krimi: Sie erzählt von Care-Arbeit und unsichtbaren Frauen, von einem Gesundheitssystem, das Verzweiflung produziert, und von Mutterliebe als Kraft, die keine Kategorien wie richtig und falsch mehr kennt.
Alle sechs Folgen von „Serial Cleaner“ sind seit dem 14. September im ZDF-Streaming-Portal abrufbar. Wer linear schaut: Ab Mittwoch, 30. September, zeigt ZDFneo wöchentlich zwei Folgen um 21:45 Uhr.
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