Marie Claire: Welche Möglichkeiten gibt es, seine Zähne optisch zu verschönern, ohne dass sie unnatürlich wirken?
Marlene Schulz: Das hängt immer davon ab, was jemanden konkret stört und wie groß die gewünschte Veränderung überhaupt sein soll. Wenn es zum Beispiel vor allem um Verfärbungen oder die Zahnfarbe geht, reicht oft schon eine professionelle Zahnreinigung, eine Bleaching-Beratung oder ein Bleaching, um die Zähne optisch deutlich frischer wirken zu lassen.
Grundsätzlich sollte man sich in der ästhetischen Zahnmedizin immer fragen: Wie viel muss man wirklich machen? Manche Dinge lassen sich schon mit kleinen Korrekturen aus Komposit lösen, in anderen Fällen ist eine hochwertige Keramikversorgung sinnvoller. Das ist sehr individuell und hängt von der Ausgangssituation, der Funktion und natürlich auch vom Patientenwunsch ab.
Wichtig ist vor allem eine gute Planung und Beratung. Schöne Zähne wirken meiner Meinung nach dann natürlich, wenn sie harmonisch zum Gesicht passen und nicht wie ein standardisierter Einheitslook aussehen. Und idealerweise versucht man dabei immer, die natürliche Zahnsubstanz so lange wie möglich zu erhalten.
Marie Claire: Was würden Sie jemandem raten, der mit seinen natürlichen Zähnen unzufrieden ist?
Marlene Schulz: Ich würde erstmal raten, es nicht einfach Influencern nachzumachen und spontan ein Flugticket ins Ausland zu buchen, um sich invasiv die Zähne behandeln zu lassen. Ästhetische Zahnmedizin sollte keine Schnellentscheidung sein. Stattdessen sollte man sich erstmal einen Termin bei einem Zahnarzt buchen und sich ausführlich beraten lassen.
Die Grundlage für ein gutes ästhetisches Ergebnis ist immer eine gesunde Basis. Das bedeutet: gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Danach muss geschaut werden: Was stört die Person eigentlich genau, was ist realistisch umsetzbar und welcher Weg dafür sinnvoll ist.
Gute ästhetische Zahnmedizin ist immer ein Abwägen. Natürlich möchte man ein schönes Ergebnis erreichen, gleichzeitig sollte man aber die natürliche Zahnsubstanz und die langfristige Gesundheit der Zähne nicht unnötig gefährden. Genau deshalb ist eine ehrliche Beratung so wichtig.
Marie Claire: Was macht ein schönes Lächeln aus?
Marlene Schulz: Ästhetik bedeutet übersetzt die Wahrnehmung von Schönheit. Unser Gehirn reagiert sehr sensibel auf Harmonie, Proportionen und bestimmte Formen oder Verhältnisse. Deshalb wirken manche Gesichter oder Lächeln sofort attraktiv, ohne dass man genau erklären kann, warum.
Bei einem schönen Lächeln spielen viele Dinge zusammen: die Form und Stellung der Zähne, die Lippenlinie beim Lachen, der Verlauf des Zahnfleisches oder wie die Zähne insgesamt zum Gesicht wirken. Oft sind es Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob etwas harmonisch aussieht oder nicht.
Gleichzeitig bedeutet Schönheit aber nicht mathematische Perfektion. Kein Gesicht ist komplett symmetrisch und genau darin liegt oft auch Persönlichkeit und Charakter. Ein schönes Lächeln muss deshalb nicht perfekt sein, sondern vor allem natürlich wirken und zur jeweiligen Person passen.