Golden Globes 2026: Diese Filme und Darsteller:innen sollte man jetzt im Blick haben

Preisverleihungen sind selten objektiv, aber oft aufschlussreich. Die Golden-Globe-Nominierungen 2026 lesen sich wie ein Stimmungsbild der Branche: weniger Eskapismus, mehr Ambivalenz; weniger Helden, mehr innere Konflikte. Auffällig ist vor allem die Stärke weiblicher Perspektiven – vor und hinter der Kamera

Jacob Elordi als The Creature. Foto: John Wilson/Netflix © 2025 | PR
Jacob Elordi als die Kreatur. Foto: John Wilson/Netflix © 2025 | PR

Hier ein Überblick zu den Nominierungen und den Begründungen der Golden Globe Awards 2026 in den Kategorien Bester Film sowie Beste Hauptdarstellerin und Bester Hauptdarsteller.

Bester Film – Drama: Kino mit Haltung

„Hamnet“
Dieser Film ist der leiseste unter den Nominierten – und vielleicht gerade deshalb der nachhaltigste. Die Geschichte über Verlust und Trauer wird konsequent aus weiblicher Perspektive erzählt und verzichtet auf jede Form von Pathos. Ein Film, der Vertrauen ins Publikum hat und emotionale Tiefe nicht erklärt, sondern zulässt.

„Sentimental Value“
Ein Beziehungsdrama, das sich mit Erinnerung, familiären Bindungen und emotionalem Erbe auseinandersetzt. Präzise beobachtet, klug geschrieben und getragen von starken Darsteller:innen. Ein Film, der zeigt, wie politisch private Geschichten sein können.

„Frankenstein“
Keine klassische Neuverfilmung, sondern eine existenzielle Interpretation des Stoffes. Fragen nach Verantwortung, Schöpfung und Einsamkeit stehen im Zentrum. Visuell ambitioniert, emotional kühl – und gerade dadurch diskussionswürdig.

„The Secret Agent“
Politischer Thriller mit psychologischem Tiefgang. Der Film verhandelt Loyalität, Macht und moralische Kompromisse – und bleibt dabei überraschend persönlich. Besonders interessant: die ruhige, fast zurückgenommene Inszenierung.

Weitere nominierte Filme in dieser Kategorie:
Ein einfacher Unfall (It Was Just an Accident)
Sinners (Blood & Sinners)

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Foto: A24 Films

Bester Film – Musical oder Komödie: Leichtigkeit mit Substanz

„Bugonia“
Skurril, intelligent, mit einem scharfen Blick auf gesellschaftliche Abgründe. Emma Stone zeigt erneut, wie viel Tiefe Komik haben kann, wenn sie nicht auf Pointen, sondern auf Beobachtung setzt.

„Marty Supreme“
Ein Film über Ehrgeiz, Selbstbild und öffentliche Erwartung. Timothée Chalamet spielt einen Mann, der zwischen Talent und Selbstinszenierung schwankt. Unterhaltsam – aber nicht harmlos.

„One Battle After Another“
Leonardo DiCaprio in einer Rolle, die bewusst mit dem eigenen Starimage spielt. Der Film verbindet politische Allegorie mit persönlichem Drama und bleibt dabei überraschend zugänglich.

Weitere nominierte Filme in dieser Kategorie:
Blue Moon
No Other Choice
Nouvelle Vague


Die Performances, über die man sprechen wird


 

Beste Hauptdarstellerin – Drama

Jessie Buckley („Hamnet“)
Eine Darstellung, die über Blicke, Körperhaltung und Stille funktioniert. Buckley spielt Trauer nicht aus, sondern hält sie aus – und genau das macht ihre Leistung so eindringlich.

Renate Reinsve („Sentimental Value“)
Reinsve gelingt erneut das Kunststück, Verletzlichkeit und Kontrolle gleichzeitig zu zeigen. Ihre Figuren wirken nie erklärt, sondern erlebt.

Julia Roberts („After the Hunt“)
Eine späte, überraschend kantige Rolle, die mit Erwartungen bricht. Roberts zeigt eine Frau, die sich nicht mehr entschuldigt – und genau das macht die Performance so interessant.

Weitere nominierte Darstellerinnen in dieser Kategorie:
– Jennifer Lawrence (Die My Love)
– Tessa Thompson (Hedda)
– Eva Victor (Sorry, Baby)

Emma Stone stars als Michelle in BUGONIA. Foto: Atsushi Nishijima/Focus Features © 2025 All Rights Reserved.

Emma Stone als Michelle in BUGONIA.
Foto: Atsushi Nishijima/Focus Features © 2025 All Rights Reserved.

Beste Hauptdarstellerin – Musical oder Komödie

Cynthia Erivo („Wicked: For Good“)
Großes, emotionales Schauspiel innerhalb eines opulenten Musicals. Erivo verleiht ihrer Figur Tiefe und Ambivalenz – und hebt den Film weit über reines Spektakel hinaus.

Emma Stone („Bugonia“)
Stone bleibt eine der spannendsten Schauspielerinnen ihrer Generation, weil sie Risiken eingeht. Ihre Performance ist scharf, körperlich und bewusst unbequem.

Weitere nominierte Darstellerinnen in dieser Kategorie:
– Rose Byrne (If I Had Legs I’d Kick You)
– Kate Hudson (Song Sung Blue)
– Chase Infiniti (One Battle After Another)
– Amanda Seyfried (The Testament of Ann Lee)

Bester Hauptdarsteller – Drama

Oscar Isaac („Frankenstein“)
Isaac trägt den Film mit einer intensiven, innerlich aufgeladenen Darstellung. Er spielt keine Figur, sondern einen Zustand – zerrissen, getrieben, isoliert.

Michael B. Jordan („Sinners“)
Eine Rolle, die Macht, Gewalt und Verletzlichkeit miteinander verwebt. Jordan zeigt, wie brüchig klassische Männlichkeitsbilder geworden sind.

Weitere nominierte Darsteller in dieser Kategorie:
– Joel Edgerton (Train Dreams)
– Dwayne Johnson (The Smashing Machine)
– Wagner Moura (The Secret Agent)
– Jeremy Allen White (Springsteen: Deliver Me from Nowhere)

Oscar Isaac als Victor Frankenstein. Foto: Frank Ockenfels/Netflix © 2025.

Oscar Isaac als Victor Frankenstein. Foto: Frank Ockenfels/Netflix © 2025.

Bester Hauptdarsteller – Musical oder Komödie

Timothée Chalamet („Marty Supreme“)
Chalamet nutzt seine Leichtigkeit, um einen zutiefst unsicheren Charakter zu zeigen. Ein Spiel mit Charisma und Selbstzweifel, das lange nachhallt.

Leonardo DiCaprio („One Battle After Another“)
Weniger dominant, dafür reflektierter als früher. Eine Performance, die zeigt, wie sehr sich auch etablierte Stars neu erfinden können.

Weitere nominierte Darsteller in dieser Kategorie:
– George Clooney (Jay Kelly)
– Ethan Hawke (Blue Moon)
– Lee Byung-hun (No Other Choice)
– Jesse Plemons (Bugonia)

LEONARDO DI CAPRIO as Bob Ferguson in “One Battle After Another.” A Warner Bros. Pictures Release.

LEONARDO DI CAPRIO als Bob Ferguson in “One Battle After Another.” Foto: A Warner Bros. Pictures Release.

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