Von Konzepten gegen Einsamkeit und Kommunikationsbarrieren bis hin zu nachhaltigen Ideen für Klima- und Artenschutz: Die Projekte des diesjährigen Rimowa Design Prize verbinden Innovation mit sozialem und ökologischem Anspruch. Insgesamt wurden sieben Teams von Designhochschulen aus ganz Deutschland ausgezeichnet.
Ähnlich wie der renommierte Modepreis des Mutterkonzerns LVMH, versteht sich der Rimowa Design Prize des Premium-Gepäck-Herstellers als Plattform für die neue Generation kreativer Talente. Bereits zum vierten Mal zeichnete die deutsche Traditionsmarke RIMOWA in dieser Woche herausragende Projekte junger Designer:innen aus – verbunden mit einem Preisgeld von insgesamt 55.000 Euro.
Bewerben konnten sich Studierende deutscher Hochschulen mit Arbeiten aus dem Bereich des Social Designs. Der gestalterische Ansatz versteht Gestaltung als gesellschaftliche Verantwortung: Es geht nicht allein um Ästhetik oder Funktion, sondern darum Lösungen zu finden, die soziale Teilhabe, Nachhaltigkeit und ein besseres Miteinander fördern.
Fotos: Courtesy of Rimowa
So setzen sich die Projekte der Nachwuchstalente aus über 40 deutschen Hochschulen mit den zentralen Herausforderungen unserer Gegenwart auseinander – von Klimakrise und sozialer Isolation über Inklusion bis hin zur Katastrophenvorsorge. Mobilität wird dabei nicht allein als Fortbewegung verstanden, sondern geschickt in die Design-Ansätze integriert.
Den ersten Preis erhielten Samuel Nagel und Paul Feiler von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. „Nura“, ein elegantes Armband, übersetzt Gebärdensprache in gesprochene Sprache und geschriebenen Text – und umgekehrt. So entsteht ein System, das hörenden und gehörlosen Menschen Kommunikation ermöglicht.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Insgesamt wurden sechs weitere Finalisten aus den Bewerbungen für ihre Design-Idee ausgewählt.
Eine besondere Auszeichnung erhielt Niklas Henning von der Hochschule Magdeburg-Stendal für sein Projekt „Paludi Harvester“. Das visionäre Erntesystem widmet sich einer ökologischen Herausforderung: der Renaturierung von Moorlandschaften. Entwickelt für den Einsatz unter extremen Umweltbedingungen, ermöglicht das Konzept eine ressourcenschonende Schilfernte und -verarbeitung – ohne dabei landwirtschaftliche Nutzflächen in Vergessenheit geraten zu lassen.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Auch das Projekt „A.R.C. (Adaptive Resilient Cooler)“ von Tobias Kremer und Yannick Stilgenbauer von der Hochschule der Bildenden Künste Saar setzt sich mit aktuellen Krisen auseinander. In diesem Fall: Humanitäre Krisensituationen. Der aufblasbare Kühler kommt vollständig ohne Strom aus und wurde entwickelt, um Medikamente oder Lebensmittel auch in Katastrophengebieten zuverlässig zu kühlen.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Auch die Einsatzkräfte selbst müssen geschützt und unterstützt werden, meinen Tim Kipper und John Roller von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Und so entwickelten sie gemeinsam mit Rettungssanitäter:innen ein System, ausgestattet mit Kamera, Mikrofon, CO₂-Sensor und Alarmfunktion, welches diese in Gefahrensituationen unterstützt.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Mit „HyVe“, ein Wortspiel mit dem englischen Wort „bee hive“ (deutsch: Bienenstock) hat Nicolas Nielsen an der Bauhaus-Universität Weimar einen autonomen Bienenstock entwickelt. Das System soll die Bestäubung fördern und getrennte Ökosysteme wieder vernetzen.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Mit dem Alter kommt für viele Menschen auch die Einsamkeit – Tendenz steigend. Sie isolieren sich, haben weniger Begegnungen. Genau dem soll der tragbare Begleiter „PIP“ von Jakob Schlenker entgegenwirken. Treffen zwei Menschen mit einem „PIP“ aufeinander, ertönt ein Klang. So sollen Gespräche, neue Kontakte und zwischenmenschliche Nähe angestoßen werden.
Fotos: Courtesy of Rimowa
Mit „Aerodomestics“ richtet Valerio Sampognaro den Blick auf den Wohnraum. Seine ultraleichte Möbelkonstruktionen aus Aluminiumrohren und gespannten Textilien verbinden die Ästhetik von Drachen mit der Funktionalität von Camping-Equipment. Der Clou? Trotz ihres leichten Gewichts sind die Objekte erstaunlich stabil und belastbar. Sie sollen sogar dazu in der Lage sein, vom Boden abzuheben.
Fotos: Courtesy of Rimowa
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