Fibermaxxing: Wie gesund ist der Ballaststoff-Hype?

Beim Food-Trend Fibermaxxing geht es darum, so viele Ballaststoffe wie möglich zu sich zu nehmen. Es soll die Verdauung unterstützen, beim Abnehmen helfen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Das steckt dahinter.

Beim Fibermaxxing geht es quasi nur um die Ballaststoffe. Was ist dran am Hype? Foto: unsplash.com
Beim Fibermaxxing geht es quasi nur um die Ballaststoffe. Was ist dran am Hype? Foto: unsplash.com

Vom Protein-Hype zum Ballaststoff-Fokus?

Erst war es Protein, dann Kollagen, jetzt Ballaststoffe. In den sozialen Medien kursieren immer wieder neue Food-Trends, die mehr Energie, eine tolle Figur oder mehr Wohlbefinden versprechen. Gerade: „Fiber Goals“ (deutsch: Ballaststoff-Ziele) von bis zu 50 Gramm täglich. Smoothies werden mit Flohsamenschalen ergänzt, Haferflocken mit Chia getoppt und Weizenpasta durch Varianten aus Hülsenfrüchten ersetzt. Ballaststoffe sollen absolute Gamechanger sein, wenn es um Darmgesundheit, Herz-Kreislauf, Blutzucker und Co. geht. Sie klingen nach dem nächsten Longevity- Shortcut. Aber was sagt die Wissenschaft?

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Foto: Getty Images für Unsplash

Was sind Ballaststoffe und was bewirken sie im Körper?

Es gibt zwei Arten von Ballaststoffen: Lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Lösliche Ballaststoffe befinden sich etwa in Hafer, Leinsamen und Hülsenfrüchten. Sie bilden im Darm eine gelartige Struktur, regulieren dadurch die Verdauung, stabilisieren den Blutzucker und fördern gesunde Darmbakterien. Unlösliche Ballaststoffe wie Vollkornprodukte und Gemüse fördern die Darmbewegung und unterstützen die Verdauung.

Studien zeigen: Eine ballaststoffreiche Ernährung steht in engem Zusammenhang mit geringeren Entzündungswerten im Körper, einer besseren Darmgesundheit, einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einem insgesamt stabilerem Energielevel. Klingt vielversprechend.

Warum ist Fibermaxxing gerade so angesagt?

Die Darmgesundheit ist gerade ein Wellness-Megathema. Sie gilt als Schönheitsgeheimnis für reine, strahlende Haut, als Basis für stabile Energiewerte und Schlüssel zu besserer Stimmung. Gleichzeitig verabschieden sich viele von extremen Low-Carb-Diäten und suchen nach natürlichen, gesunden Wegen zur Gewichtsregulation. Mit weniger Restriktion und mehr Nährstoffdichte passt Fibermaxxing somit perfekt in dieses neue Ernährungs-Mindset.

Wie viel ist gesund und wann wird es zu viel?

Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird Erwachsenen circa 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag empfohlen. Nehmen wir zu viel Fiber zu uns, kann das zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Was wir nicht direkt spüren: Auch die Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen kann beeinträchtigt werden und unsere Verdauung in Stress gelangen.

Wichtig: Ballaststoffe brauchen Flüssigkeit. Ohne ausreichendes Trinken kann Fibermaxxing einen negativen Effekt auf unsere Gesundheit haben.

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Genug zu trinken ist nicht nur wichtig bei der Ballaststoffaufnahme. Empfohlen werden 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Foto: Stanley 1913 (Vitalize Collection)

Natürliche Ballaststoffquellen

Das Schöne am Fibermaxxing: Wir brauchen keine Pulver, Süßstoffe oder andere Zusatzmittelchen. Ballaststoffe sind in allen unverarbeiteten Lebensmitteln in unterschiedlicher Menge vorhanden. Das sind Beispiele für gute natürliche Ballaststoffquellen:

  • Haferflocken
  • Linsen
  • Kichererbsen
  • Beeren
  • Brokkoli
  • Nüsse
  • Leinsamen

(Die genaue Menge variiert je nach Portion und Zubereitung)

Ist Fibermaxxing sinnvoll oder überbewertet?

Wichtig ist hier zu beachten, dass Ballaststoffe kein Trend sein sollten. Sie sind Grundbestandteil einer gesunden Ernährung. Der Fibermaxxing-Hype verschiebt den Fokus von extremen Diäten zu holistischen Essensgewohnheiten und trägt dem aktuellen Longevity-Mindset bei. Aber: Das Maximieren der Ballaststoffaufnahme widerspricht dem eigentlichen Longevity-Gedanken. Hier gilt: Mehr ist nicht unbedingt besser.

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