Geht eine Beziehung in die Brüche, tut das wahnsinnig weh. Dabei geht es ausnahmsweise nicht um zerbrochene Partnerschaften, sondern um Freundschaften. Gute Freundschaften. Freundschaften die schön waren, Gefühle, die geteilt wurden und Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben. Oft kommen wir über eben dieses Beziehungsende schlechter hinweg – aber warum ist das so und was hilft schlussendlich gegen Kummer dieser Art?
Menschen kommen und gehen, so ist das Leben, aber einige hinterlassen so tiefe Wunden, dass diese zu heilen auf den ersten Blick unmöglich erscheint. Es kommt vor, dass gerade die Freundschaften, von denen wir dachten, dass sie für immer halten, ein rasches Ende finden. Egal ob ein gemeinsames Jahr, 5 Jahre oder 20 Jahre – das Gefühl bleibt dasselbe. Dabei hoffen wir doch alle auf ein niemals endendes Band wie zwischen Bibi und Tina, Joey und Chandleroder, Winnetou und Old Shatterhand. Filme und Bücher behandeln oft den Trennungsschmerz von Liebespaaren, doch kaum einer thematisiert, wie zerreißend es sein kann, den freundschaftlichen Seelenpartner zu verlieren.
Wir erleben Freundschaften anders als Partnerschaften. Das Band zwischen Freund:innen ist stark und wird gesponnen aus tiefem Vertrauen, Ehrlichkeit und Respekt. In engen Freundschaften teilen wir Geheimnisse, Schwächen und ungeschönte Seiten – manchmal noch offener als in einer Beziehung. Es entstehen tiefe Verbindungen. Wenn es um Trennungen geht, sind Partnerschaften gesellschaftlich eher mit der Möglichkeit eines Endes verbunden. Trennung, Scheidung oder schlichtweg „es hat nicht funktioniert“.
Es wirkt gesellschaftlich leichter, neue Freunde zu finden und alte „einfach zu ersetzen“. Doch lassen sich gemeinsame Selfcare-Abende mit Deeptalk, unvergessliche Konzertbesuche und der Beistand in schwierigen Zeiten einfach austauschen? Es sind die Erinnerungen über Erlebtes und das Gefühl dabei, das uns gute Freunde geben. Die emotionale und innige Verbindung kann daher so stark sein und wenn das endet, geht nicht nur eine Person, sondern auch der Ort für immer verloren, an dem man sich ganz wie man selbst fühlen durfte.
Foto: Joeyy Lee/Unsplash
Trennen sich Paare, wurden vielleicht vorher unzählige Gespräche geführt. Ohne Ergebnis. Einer von beiden (oder beide) beginnen zu zweifeln, stellen die Beziehung infrage und wissen: Lange geht das nicht mehr gut. Bei Freundschaften kann es ähnlich sein, vielleicht sogar noch ein bisschen hemmungsloser. Ist das Ende einer gemeinsamen Ära erreicht, ist es nicht selten, dass die Freundschaft abrupt endet – ohne Ankündigung, ohne ein einziges Wort. Oder aber man ist sich einig und beendet den Kontakt aus beidseitigem Interesse. Egal aus welchen Gründen eine Freundschaft endet, dass Einzige, das dabei zurückbleibt, ist ein tiefer Schmerz. Und jede Menge Erinnerungen. Der Alltag selbst fühlt sich leer und fremd an, wenn diese eine Person fehlt.
Wie geht man also mit dem Schmerz am besten um und konserviert all die schönen Erinnerungen, ohne dass es bei dem Gedanken daran schmerzt? Es gibt leider kein „Wundermittel“, aber ein paar Dinge können helfen, sich selbst wiederzufinden in all dem Gefühlschaos:
Es ist kein linearer Prozess: Manche Tage sind leichter, andere wieder schwer. Aber Schritt für Schritt wird es besser. Die Leere, die bleibt ist kein Ende, sondern ein Raum, in dem neues Vertrauen wachsen darf.
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