Lara Sophie Bothur darüber, warum sie glaubt, dass Jensen Huang einer der spannendsten Zukunftsdenker unserer Zeit ist
ich habe dir noch gar nicht davon erzählt, wie es eigentlich war, meinen absoluten Lieblings-Tech-CEO persönlich zu treffen: Jensen Huang.
Den Gründer und CEO von NVIDIA.
Und irgendwie ist allein die Geschichte von NVIDIA schon verrückt.
1993 wurde das Unternehmen mit der Vision gegründet, bessere 3D-Grafik für Gaming und Multimedia zu ermöglichen.
Die Chips des Unternehmens halfen dabei, virtuelle Welten immer realistischer aussehen zu lassen – von Bewegungen über Oberflächen bis hin zu Licht und Schatten.
Und genau diese Fähigkeit, unglaublich viele Berechnungen gleichzeitig durchzuführen, wurde Jahre später für etwas ganz anderes entscheidend:
Artificial Intelligence.
NVIDIA GPUs trainieren einige der größten AI-Modelle der Welt. Mit NVIDIA Omniverse entstehen digitale Zwillinge ganzer Fabriken. Roboter können darin lernen, sich bewegen, Fehler machen und Millionen Situationen durchspielen, bevor sie überhaupt in der echten Fabrik stehen.
Von virtuellen Gaming-Welten zu virtuellen Trainingswelten für Maschinen.
Und mittendrin: Jensen Huang.
Ich hatte mittlerweile tatsächlich dreimal die Möglichkeit, ihn persönlich zu treffen.
Das erste Mal bei der NVIDIA GTC in Paris. Das zweite Mal eher zufällig auf der CES, als ich backstage mit Siemens CEO Roland Busch unterwegs war und wir plötzlich mit Jensen in einem Raum standen. Und das dritte Mal bei der NVIDIA GTC in San Jose.
Bei den GTCs durfte ich als Teil einer kleinen ausgewählten Gruppe bei einer Q&A-Session mit Jensen dabei sein.
Und ich kann euch sagen: Ich war so aufgeregt…
Bei meinem ersten Mal in Paris hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie so etwas abläuft.
Als eine von wenigen Tech Influencern mit denen NVIDIA in Europa arbeitet, bekommt man von NVIDIA vorab einen ziemlich genau geplanten Schedule. Man kann Interessen angeben, Sessions auswählen und bekommt Zugang zu verschiedenen Formaten.
Und dann gibt es diesen einen Termin, bei dem natürlich jeder dabei sein möchte:
Vor der Tür wartet eine Gruppe aus internationalen Journalisten und Creatorn.
CNBC, CNN, Bloomberg, The Times…
Und dazwischen Creator – interessanterweise sehr stark von LinkedIn, außerdem YouTube und X.
Instagram oder TikTok spielten in diesem Raum praktisch keine Rolle.
Das fand ich fast genauso spannend wie das Q&A selbst. Denn es zeigt, welche Rolle Business Creator inzwischen in der internationalen Technologiekommunikation einnehmen.
Dann öffnen sich die Türen. Und plötzlich rennen alle los und wollen natürlich nach vorne.
Erste Reihe. Möglichst nah an Jensen.
Eine verrückte Situation.
Dann beginnt das Q&A… überall gehen Hände hoch.
Doch eine Frage zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch stellen darf.
Ich hatte schon bei meinem ersten Q&A eine Frage stellen können. Dieses Mal meldete ich mich wieder.
Lange… Und irgendwann zeigte jemand aus dem NVIDIA-Team auf mich.
Ich war dran!!
Meine Frage an Jensen war:
Why is Europe already a great global partner today?
Und seine Antwort ist mir bis heute im Kopf geblieben.
Er beschrieb einen ziemlich fundamentalen Unterschied zwischen den USA und Deutschland.
In der Softwarewelt gilt häufig:
“Software must be shipped before it’s ready.”
Bauen, rausbringen, lernen, verbessern, wieder shippen.
Deutschland funktioniert traditionell anders.
Industrie funktioniert:
Step by step by step by step.
Wir entwickeln, wir testen, wir optimieren und prüfen Sicherheit und Qualität.
Und erst wenn etwas wirklich funktioniert, bringen wir es auf die Straße, in die Fabrik oder in die Maschine.
Lange konnte genau diese Mentalität bei Software wie ein Nachteil wirken. Aber mit AI könnte sie plötzlich zu einer unserer größten Stärken werden.
Denn jetzt haben wir Zugang zu unglaublich leistungsfähiger AI. Und die nächste große Frage ist nicht nur, wer die besten Modelle baut.
Sondern: Wer bringt AI in die reale Welt?
In Fabriken, Produktionslinien, Maschinen, Autos oder auch Roboter. Und genau hier kommen Deutschland und Europa ins Spiel. Wir haben jahrzehntelanges Industriewissen. Wir verstehen Produktionsprozesse, Engineering, Maschinenbau, Automotive und komplexe physische Systeme.
Die AI mag an vielen anderen Orten entwickelt worden sein. Aber wenn es darum geht, sie sicher und sinnvoll in Industrie zu implementieren, haben wir etwas, das man nicht einfach über Nacht aufbauen kann: tiefes Industriewissen.
Das war für mich die eigentliche Botschaft seiner Antwort. Und vielleicht ist genau das unsere Chance in der nächsten AI-Ära.
Jensen sagte, er sei “Germany’s greatest cheerleader.” Ich musste lachen.
Und ich muss sagen: Ich mochte ihn spätestens da noch mehr.
Was mich an Jensen aber fast mehr beeindruckt hat als seine Antworten, ist seine Art.
Er ist wahnsinnig präsent, witzig und keck.
Wenn er eigentlich schon zum nächsten Termin muss, aber offensichtlich lieber noch weiterdiskutieren möchte und nicht so viel Lust auf den nächsten Termin hat, sagt er einfach:
Okay, one more question.
Und dann wird aus „one more question“ manchmal doch noch eine Frage und noch eine.
Gleichzeitig merkt man sehr schnell:
Dieser Mann hat Haltung. Wenn ihm eine Frage nicht gefällt, kann er durchaus ziemlich deutlich werden.
Besonders aufgefallen ist mir, wie wenig er mit Zukunftsnarrativen anfangen kann, die ausschließlich dystopisch sind.
Mein Eindruck aus diesen Begegnungen ist: Jensen glaubt sehr stark daran, dass Technologie etwas Positives schaffen kann.
Und er will diese Zukunft bauen.
Nach dem Q&A wird es dann ganz verrückt. Denn wenn Jensen nur einen Hauch zu lange stehen bleibt, bewegt sich gefühlt der ganze Raum Richtung Bühne.
Alle wollen ein Foto. Alle wollen noch zwei Sätze mit ihm sprechen. Ich kannte dieses Spektakel schon aus Paris…
Und gerade in solchen Situationen denke ich immer:
Egal wie berühmt oder erfolgreich jemand ist – am Ende steht dort immer noch ein Mensch.
Deshalb versuche ich, Abstand zu halten. Erst Hallo zu sagen. Mich vorzustellen. Zu schauen, ob der Moment überhaupt passt.
Und irgendwann passierte etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Jensen schaute irgendwann einfach zu mir rüber und sagte hallo.
Er hatte mich wiedererkannt. Nicht nur mein Gesicht. Als ich meine Frage stellte, ging er direkt auf Deutschland ein, weil er noch wusste, dass ich Deutsche bin.
Und das ist kein Einzelfall. Auch bei anderen Journalisten konnte man beobachten, wie gut er sich Gesichter und Begegnungen merkt.
Das finde ich in so einer Position und wenn man daran denkt WIE VIELE Menschen er trifft? Sehr bemerkenswert und zutiefst menschlich.
Wir machten zusammen ein Foto. Und dann dachte ich: komm Lara, trau dich!!
Also fragte ich ihn, ob er noch ganz kurz ein Video für meine LinkedIn-Community aufnehmen würde.
Und er sagte ja.
Ich stellte ihm meine Frage noch einmal – diesmal mit dem Gedanken, seine Antwort direkt zu euch nach Deutschland und Europa mitzunehmen.
Für ein bisschen Hoffnung, für etwas Rückenwind.
Und vielleicht auch die Erinnerung daran, dass wir technologisch nicht immer nur darauf schauen sollten, was uns fehlt.
Sondern auch darauf, was wir bereits haben.
Am Ende verabschiedete Jensen sich übrigens auf Deutsch von mir:
„Guten Tag.“
Ich glaube, er meinte eher “have a good day.” 😄
Was mich an diesen Begegnungen vielleicht am meisten beeindruckt:
Hier steht einer der einflussreichsten Tech-Leader unserer Zeit. Gründer einer der wertvollsten Firmen der Welt. Ein Mensch mit sehr starken Meinungen darüber, wohin sich AI, Robotics und Computing entwickeln werden. Und trotzdem hat man im direkten Kontakt nicht das Gefühl, dass da jemand unerreichbar geworden ist…
Jensen hört zu, er scherzt, er erinnert sich an Menschen und gibt ein gutes Gefühl für diese Zukunft.
Vielleicht ist genau das eine Eigenschaft, die erfolgreiche Leader ausmacht: Sie haben eine sehr große Vision von der Zukunft – ohne dabei die Menschen vor ihnen aus den Augen zu verlieren.
Manchmal finde ich es selbst völlig verrückt, welchen Zugang ich durch meine Arbeit inzwischen bekomme. Dass ich mit Roland Busch backstage auf der CES stehe und plötzlich Jensen Huang die Hand gebe. Dass ich bei der GTC zwischen Bloomberg, CNBC und internationalen Creatorn sitze. Dass ich einem der wichtigsten Menschen der AI-Industrie eine Frage über die Zukunft stellen darf.
Und genau dafür bin ich so so dankbar.
Nicht nur, weil ich diese Menschen kennenlernen darf. Sondern weil ich ihre Antworten mitnehmen und mit euch teilen kann. Von ihnen lernen darf und euch ein kleines Stück mit hinter diese Türen nehmen kann.
Deshalb habe ich dieses Mal auch versucht, das ganze Erlebnis auf Video festzuhalten. Nicht nur das fertige Foto mit Jensen, sondern diese ganze Situation. Das Warten, die Aufregung, das Q&A.
Den Moment, in dem plötzlich meine Frage ausgewählt wird. Und diesen ziemlich surrealen Augenblick, in dem Jensen Huang vor mir steht und mit mir über Europas technologische Zukunft spricht.
Das Video findet ihr auf meinem YouTube-Kanal und auf meinem LinkedIn-Profil
Vielleicht gibt es euch ja ein bisschen von der Inspiration mit, die ich aus diesem Raum mitgenommen habe.
Denn wenn selbst Jensen Huang sagt, dass er “Germany’s greatest cheerleader” ist…
…sollten wir vielleicht selbst auch wieder ein bisschen mehr an uns glauben!
Yours
Lara 💚
P.S. Nächstes Mal nehme ich euch mit hinter die Kulissen meiner Partnerschaft mit Porsche: zum Launch Event des neuen Cayenne Turbo Electric nach Portugal – gemeinsam mit Toni Garrn, Alica Schmidt und David Puentez und zeige euch, wie solche Partnerschaften eigentlich wirklich ablaufen.
Und bis dahin freue ich mich, wenn du mir auf LinkedIn folgst!
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