Joyeux Anniversaire: 300 Jahre Château du Jonquier!

Unser buttergelbes barockes Bijou feiert Geburtstag – der Grundstein zum Château du Jonquier wurde im Sommer 1725 gelegt. Der Name des Architekten, aus dessen Geist und Feder sein eleganter barocker Stil stammt, ist leider vergessen, doch die von ihm erschaffene Schönheit besteht weiter.

1725 – damals war ...

… Louis XV. König in Paris, der ‚Wiener Frieden‘ schuf ein Bündnis zwischen Wien und Madrid, Vivaldi veröffentlichte seine ‚Vier Jahreszeiten‘, Johann Sebastian Bach wurde Vater eines Sohnes, die Freimaurer schafften den Sprung von England auf den Kontinent und, hoppla, Katharina die Erste wurde Kaiserin von Russland. Sie ist NICHT Katharina die Große, sondern die Heldin meines Roman-Debüts, welches sich in 23 Sprachen übersetzt in 80 Ländern der Welt verkauft hat: Es ist eine doppelte und der Welt unglaublichste Cinderella-Geschichte. Von der unehelich geborenen Leibeigenen, die ein Leben lang Analphabetin war, zur ersten regierenden Kaiserin Russlands, wie auch der Wandel eines rückständigen Landes zum Beginn der Supermacht, wie wir sie heute kennen und einmal mehr fürchten.

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1725 – das war ein Zeichen!

Denn dieses Baudatum war deshalb für mich mit ein Grund, das Château zu kaufen – neben seiner Lage am Fuß des Mont Ventoux, seiner ‚menschlichen‘ Größe und dem weitläufigen, teils wilden Park, in dem Charles, die Eule, lebt (vielleicht ist es auch Charlene, wer weiß?). In jedem Fall lassen ihre federigen ‚Haare‘ sie aussehen wie den König von England!) – und ich fühle mich durch das Haus meiner Romanheldin, die mir so viel Glück und Freude und schlaflose Nächte über diese oder jene Formulierung geschenkt hat, noch mehr verbunden. It’s a sign!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Ich war allerdings von den Renovierungsarbeiten und dem ersten ‚Launch‘ der Marke ‚Chateau du Jonquier‘ so erschöpft, dass die Einladungen ein wenig spät rausgingen; kommen sollten alle, die bei der Renaissance des Hauses mitgeholfen hatten, sei es spirituell, sei es mit Spenden und Gaben, oder auch die Bauarbeiter, die rund um die Uhr dort arbeiteten, um die Deadline zu respektieren: eine erste Hochzeit, Ende Juni. Doch dann gingen die Mails und die WhatsApp-Nachrichten raus, und ich kaufte ’30‘ als Kerzen, sowohl als farbigen Zuckerguss. Denn eine Torte in Form des Schlosses musste her! 

Almudena, die Frau unseres ‚Chefs de Chantier‘ Antony, ist Spanierin und hat ein Catering-Business; Bei ihr bestellten wir eine riesige Paella. Dann ging es vor Ort los, schon Tage vor dem Fest: Tische und Stühle zählen und eine Tour zu Ikea für Dutzende an Weingläsern sowie verschiedene Treffen auf verschiedenen Parkplätzen mit Verkäufern von ‚Le Bon Coin‘, dem französischen Ebay, um antikes Limoges-Porzellan für alle zu bestellen. Auf diesem Fest kommt mir kein Pappteller oder Plastikbecher unter, non non non! Dann hieß es: 24 Eier, 2 kg Mehl, 1 kg Zucker und sehr viel heiße Butter rühren, ehe es an den Guss ging. Das kann ich doch, sagte ich größenwahnsinnig wie immer, und am Ende sah es aus, als hätte man eine 5-Jährige auf den Zuckerguss losgelassen, aber das Château ist erkennbar! Denke ich zumindest … aber er schmeckte gut … denke ich zumindest!

Wir schufteten Tag und Nacht im Garten, denn irgendwie fallen immer Blätter, das Gras wächst weiter wie wild, die Rosen müssen geschnitten werden, der Kies geharkt, die Kapelle gefegt, die Kanäle sauber gemacht und der Tang von den Seen gefischt. Gottseidank halfen alle zusammen: Eine Gabe, die das Château UNS gemacht hat, ist die Gemeinsamkeit. Alle Jungs helfen mit, und ihre Freunde auch: Diese kamen aus London und Paris angereist und packten mit an. Im Schrank entdeckte ich wunderschöne Vintage-Soulei­do-Tischdecken und in der goldenen Stunde waren wir bereit. 

Alles lachte, freute und mischte sich​

Es klingelte – der Laut geht einem durch Mark und Bein, denn es muss im ganzen Park gehört werden! – und Gläser hoch: Die Bar füllte sich mit den Gaben auf, und der Geräuschpegel stieg. Alles lachte, freute und mischte sich; Jeder redete mit jedem, über alle Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Die Sonne senkte sich golden, als die Paella hereingetragen wurde. Sie war so schwer, dass nur der Steintisch ihr Gewicht halten konnte; Riesige Gambas und ein köstlich-würziger Duft steigen in die nun abendlich kühle Luft. Die letzten Reiskörner schleckt Hund Honey aus, als lang nach Mitternacht alle gehen – quelle fête, merci pour tout, und auf die nächsten 300 Jahre, mon beau bijou baroque!

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