Part 8 – Wenn Mode recycelt denkt: Die Zukunft von Couture heißt Technologie.

Ich habe schon viele Fashion Weeks erlebt ...

… aber was ich letzte Woche in Paris bei Yuima Nakazato gesehen habe, war mehr als Mode. Es war ein Appel. Es war eine Vision. Eine, die zeigt, wie unsere Kleidung in Zukunft entstehen kann: ohne Verschwendung, ohne Kompromisse – aber mit sehr viel Gefühl. Und vor allem war es: ein Hoffnungsschimmer für eine Branche, die sich gerade neu erfindet.

Denn während die Modewelt sich oft im Kreis dreht – von Trend zu Trend, von Saison zu Saison –, wagen einige mutige Stimmen den Schritt in eine neue Richtung. Sie hinterfragen bestehende Produktionsweisen, Ressourcenverschwendung und die Schnelllebigkeit unserer Zeit. Und sie zeigen Alternativen auf. Yuima Nakazato ist eine dieser Stimmen. Und an seiner Seite: Epson, ein Unternehmen, das zeigt, wie Technologie nicht nur effizient, sondern auch inspirierend sein kann.

YUIMA-NAKAZATO-FW25-26-PARIS-28_550

Designer Yuima Nakazato. Foto: Gio Staiano

Von Alt zu Neu: Dry Fiber Technology als Grundlage für Circular Couture

Die Kollektion, die Yuima in Paris präsentierte, war eine poetische Reflexion über Vergänglichkeit, Erneuerung und die Kraft des Kreislaufs. Doch hinter den schwebenden Stoffen und detailverliebten Prints steckt eine hochmoderne Technologie, ursprünglich entwickelt für das Recycling von Papier: Dry Fiber Technology, entwickelt von Epson. Diese Innovation erlaubt es, auch aus Alttextilien neue, hochwertige Fasern zu gewinnen – mit minimalem Wasserverbrauch, was in Zeiten zunehmender Wasserknappheit ein enormer Fortschritt ist.

„Was mich an dieser Technologie so fasziniert“, erzählt mir Yuima Nakazato im Gespräch nach der Show, „ist nicht nur ihre Effizienz, sondern die emotionale Dimension. Ich arbeite mit Materialien, die bereits ein Leben hatten. Diese Fasern erzählen Geschichten. Sie tragen Spuren. Und mit Dry Fiber Technology können wir ihnen ein neues Kapitel schenken.“

Die Idee, aus Altkleidung luxuriöse Couture-Stoffe zu erschaffen, klingt zunächst paradox – und ist doch so logisch. Denn was ist nachhaltiger als das, was bereits existiert? Statt neue Ressourcen zu verbrauchen, schafft Yuima mit Epson eine textile Zukunft, die auf Respekt, Innovation und Wiederverwertung basiert. „Mir ist es wichtig Lösungen für unsere Probleme zu finden, und diese Gleichzeitig mit der Schönheit der Mode zu verbinden.“, so Yuima.

Was früher als Abfall galt, wird so zur Grundlage von Luxus.

Fotos: Gio Staiano

Farbe trifft Präzision: Digitaler Textildruck mit Verantwortung

Doch nicht nur die recycelten Stoffe, sondern auch die Gestaltung der Couture-Looks erzählt von Fortschritt: Epsons digitaler Textildruck ermöglicht es, feinste Motive ressourcenschonend und präzise auf eine Vielzahl von Textilien zu bringen und das ab einer Stückzahl von eins. Dadurch wird nicht nur Material eingespart, sondern auch Chemikalien, Wasser und Energie – bei gleichzeitig maximaler Designfreiheit. Sogar beidseitiger Druck ist möglich, was zuvor nur in weitaus komplexeren Verfahren denkbar war.

„Ich liebe es, wie der digitale Druck mir erlaubt, exakt das zu visualisieren, was ich fühle“, sagt Yuima, der sich für die aktuelle Kollektion in Finnland inspiriert hat. „Ich kann Farben, Texturen und Tiefe erzeugen – und dabei genau kalkulieren, was ich brauche. Keine Verschwendung, keine Kompromisse.“

Auch Epson selbst betont die Bedeutung dieser Technologie für die Modebranche:

Mit unseren Technologien für den digitalen Textildruck und Innovationen wie der Dry Fiber Technologie möchten wir Designer und Designerinnen weltweit inspirieren, alternative Produktionsmöglichkeiten für die Mode der Zukunft zu erkunden. Die Partnerschaft mit Yuima Nakazato zeigt bereits heute, dass Technologie und Kreativität Hand in Hand gehen können – ohne dabei auf künstlerischen Ausdruck oder Qualität verzichten zu müssen.“, sagt Achim Bukmakowski, Head of Commercial & Industrial Printing DACH & CEE.

Ein Blick hinter die Kulissen

Couture wird Kunst – und bleibt tragbar

Besonders beeindruckt hat mich, wie Yuima es schafft, technische Innovationen so ästhetisch umzusetzen. Seine Silhouetten sind weich, fließend, fast schwerelos. Die Farben wirken wie gemalt – mal zart verlaufend, mal fast architektonisch. Ein Highlight der Kollektion waren für mich die Schuhe: gefertigt mit einem Vliesstoff,  der mithilfe der Dry Fiber Technology hergestellt wurde und an japanisches Washi-Papier erinnert, lackiert mit transparenten Farben, die eine Tiefe erzeugen, die man sonst eher aus der Malerei kennt. Jedes Stück wirkt wie ein Kunstobjekt – und ist dennoch tragbar.

 

„Ich möchte, dass Mode wieder Bedeutung hat“, sagt Yuima. „Dass wir spüren, was wir tragen. Dass wir wissen, woher es kommt. Und dass wir verstehen, dass Kleidung nicht weggeworfen werden muss – sondern zirkulieren kann.“

„Für mich bedeutet Nachhaltigkeit nicht Verzicht, sondern neue Möglichkeiten“, erklärt Yuima. „Wenn wir Design, Handwerk und Technologie zusammendenken, entsteht eine neue Form von Luxus – einer, der nicht zerstört, sondern erhält.“

Von Staub zu Staub – und zurück

Diese Haltung spiegelt sich auch in Yuimas beeindruckendem Dokumentarfilm „Dust to Dust wider, der aktuell auf internationalen Filmfestivals gezeigt wird. Der Film begleitet den Entstehungsprozess einer seiner Kollektion – von der Wiederverwertung alter Kleidung über die Stoffproduktion mit Epson bis hin zum fertigen Kleidungsstück auf dem Runway.

Es ist eine berührende Erzählung über Kreisläufe, über das Ende als Anfang und über die Verantwortung, die Designer:innen heute tragen – nicht nur gegenüber ihren Kund:innen, sondern gegenüber dem Planeten.

Was mich besonders beeindruckt hat: Diese Mode will nicht nur schön aussehen – sie will etwas bewirken. Sie will Fragen stellen. Wie können wir Ressourcen anders denken? Wie viele Leben kann ein Kleidungsstück haben? Und was bedeutet Luxus heute überhaupt?

YUIMA-NAKAZATO-FW25-26-PARIS-27_900

Foto: Gio Staiano

Der schönste Trend der Saison: Verantwortung

Ich verlasse Paris nicht nur mit dem Gefühl, eine außergewöhnliche Show gesehen zu haben – sondern mit der Überzeugung, dass die Zukunft der Mode nicht in der Vergangenheit stecken bleiben muss. Dass Kreisläufe nicht Verzicht bedeuten, sondern Kreativität.

Es ist ein Gefühl von Hoffnung. Weil ich gesehen habe, dass Wandel möglich ist. Dass Technologie nicht nur effizient, sondern auch poetisch sein kann. Dass Schönheit, Luxus und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind – sondern sich gegenseitig verstärken können.

Yuima Nakazato und Epson zeigen uns einen Weg, wie Mode aussehen kann, wenn sie recycelt denkt – und dabei trotzdem Couture bleibt. Und vielleicht ist genau das der schönste Trend dieser Saison: ein respektvoller Umgang mit Ressourcen, die Wertschätzung von Material und die Frage: Wie können wir Mode erschaffen, die bleibt – im besten Sinne?

Nicht was wir tragen, sondern wie und warum wir es tragen und was langfristig daraus entstehen kann.

Foto: Peter Müller

Anna Hiltrop hat ihren Bachelor-Abschluss in Fashion Luxury Retail Management mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Wirtschaft am renommierten Berkeley College in New York absolviert.

Bereits während ihres Studiums setzte sie sich intensiv mit nachhaltigen Projekten auseinander und wurde dafür 2022 mit dem Green Award sowie dem Model Icon of the Year Award ausgezeichnet.

Stay In Touch

Be the first to know about new arrivals and promotions