Part 7 – Nachhaltigkeit ist eine Brücke zwischen Stil und Bewusstsein

Anna Hiltrop mit Ciara und Karolína Kurková auf der amfAR Gala 2025.
Anna Hiltrop mit Ciara und Karolína Kurková auf der amfAR Gala 2025.

Green Glam und Roter Teppich – Warum Cannes mehr kann als nur Glanz

Wenn die Sonne an der Côte d’Azur untergeht und das Licht golden über den Croisetten-Teppich gleitet, dann weiß man: Es ist wieder Filmfest in Cannes. Und wenn ich ehrlich bin, ist es jedes Mal ein ganz besonderer Moment, in eine Welt voller Glamour, Geschichten und großer Emotionen einzutauchen. Doch hinter dem Glanz der Roben, der funkelnden Juwelen und der Blitzlichter frage ich mich: Können wir Glamour auch nachhaltig denken?

Neu interpretiert, neu geliebt

Dieses Jahr durfte ich das 8. Mal nicht nur beim Festival de Cannes dabei sein, sondern auch wieder bei der legendären amfAR-Gala, die sich seit Jahren nicht nur für HIV/AIDS-Forschung einsetzt, sondern inzwischen auch zunehmend für nachhaltige Werte sensibilisiert. Zwischen Gesprächen mit Designern, Schauspielerinnen und Aktivistinnen wurde deutlich: Der Wunsch nach bewussterem Konsum ist längst auf dem Roten Teppich angekommen.

Ich trug ein geliehenes Kleid von einem Pariser Atelier – neu interpretiert, neu geliebt. Und mein Make-up? Clean Beauty only. Keine Parabene, keine Mikroplastikpartikel, keine Kompromisse. Ich habe mich für einen Look entschieden, die nicht nur meinem Hautton schmeichelt, sondern auch meiner Haltung. Denn Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim Produkt, sondern bei der Entscheidung, was ich meinem Körper – und unserer Umwelt – zumute.

Mein Styling für die Festival-Tage kam von der Naturkosmetikmarke Annemarie Börlind, die ich seit Jahren nicht nur trage, sondern tief schätze. Die Produkte stehen für Wirksamkeit, Ethik und Transparenz – und genau das ist es, was mir auf solchen Events wichtig ist. Zwischen heißen Scheinwerfern und langen Nächten hat mein Look gehalten – nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Kein Kompromiss auf Kosten von Tierwohl, Hautgesundheit oder Umweltverträglichkeit. Clean Beauty auf höchstem Niveau – made in Black Forest, ready for the Red Carpet. 

Anna Hiltrop besucht die amfAR-Gala Cannes 2025 presented by Chopard im Hotel du Cap-Eden-Roc am 22. Mai 2025 in Cap d'Antibes, Frankreich. Foto: Pascal Le Segretain/amfAR/Getty Images für amfAR
Foto: Pascal Le Segretain/amfAR/Getty Images für amfAR

Die Kombination aus fairer Kosmetik und bewusster Mode fühlt sich nicht nur richtig an – sie gibt mir auch das Gefühl, auf dieser großen Bühne ganz ich selbst sein zu können.

Ein Abend, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: die legendäre amfAR Gala. Zwischen kristallglänzenden Kronleuchtern, Gesprächen über Filmkunst und Forschungsförderung, kam ich mit Menschen ins Gespräch, bei denen ich Nachhaltigkeit nicht unbedingt erwartet hätte – und gerade deshalb umso spannender fand.

Mit Ciara sprach ich über vegane Beauty-Brands und darüber, wie schwer es manchmal ist, „green“ zu bleiben, wenn der Druck auf dem roten Teppich nach Perfektion schreit. Ihre Antwort? „Ich will, dass meine Tochter weiß: Du kannst strahlen, ohne zu schaden.“ 

Auch James Franco überraschte mich. Er war fasziniert von meinem Kleid, wir sprachen über zirkuläre Mode, recycelte Materialien – und seine Vorliebe für Deutschland und Kunst.

Mit Kevin Spacey, den ich fast zufällig im Garten traf, war es ein stilles, fast philosophisches Gespräch. Wir redeten über Verantwortung – nicht nur im Schauspiel, sondern auch im Konsum. „Es geht nicht darum, was du trägst, wenn du gesehen wirst – sondern was du tust, wenn keiner hinsieht.“ Ein Satz, der bei mir hängen blieb.

Und schließlich Amy Jackson, mit der ich ein intensives Gespräch über nachhaltige Mutterrolle, gesunde Lebensweise und ökologische Verantwortung führte. Es tat gut, mit einer Frau zu sprechen, die sich nicht über das definiert, was sie trägt – sondern darüber, was sie weitergeben möchte. 

Mein Fazit

Cannes war dieses Jahr für mich mehr als nur ein Festival. Es war ein Ort der Begegnung, der Reflexion – und eine Erinnerung daran, dass Glamour und Gewissen keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Sie können sich auf schönste Weise ergänzen.

Vielleicht ist es genau das, was die neue Generation von Glamour ausmacht. Weniger Fassade, mehr Haltung. Weniger Glanz um jeden Preis, mehr Strahlen mit Sinn.

Der rote Teppich muss nicht grün werden – er ist es längst. Zumindest in vielen kleinen, aber bedeutsamen Schritten. Als Model, Aktivistin und Konsumentin sehe ich meine Rolle darin, genau diese Schritte sichtbar zu machen. Cannes 2025 hat mir einmal mehr gezeigt: Wenn Schönheit auf Haltung trifft, entsteht etwas Magisches. 

Foto: Peter Müller

Anna Hiltrop hat ihren Bachelor-Abschluss in Fashion Luxury Retail Management mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Wirtschaft am renommierten Berkeley College in New York absolviert.

Bereits während ihres Studiums setzte sie sich intensiv mit nachhaltigen Projekten auseinander und wurde dafür 2022 mit dem Green Award sowie dem Model Icon of the Year Award ausgezeichnet.

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