Heute: Dr. Luise Berger
Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie | Gründerin DOC.BERGER EFFECT Medical Skincare
Learning 1: Nicht zu viel nachdenken – einfach handeln.
Learning 2: Im Beauty-Bereich geht der Trend wieder zu echter Natürlichkeit. Unser körpereigenes Gewebe sollte so lange wie möglich erhalten bleiben – ohne künstlich auszusehen. Und genau dafür ist konsequente Gesichtspflege entscheidend.
Learning 3: Konzentriere Dich auf Deine Arbeit. Lass Dich nicht von anderen ablenken und vergleiche Dich nicht. Qualität spricht für sich – und genau damit setzt Du Dich durch.
Jule Gölsdorf: Du bist nicht nur Fachärztin, sondern auch Unternehmerin, hast eine eigene Skincare, bist Mutter einer Tochter, hast fast 150 Tausend Follower bei Instagram – was denkst du selbst über deinen Erfolg? Und wie entspannt war der Weg dahin?
Luise Berger: Ich betrachte Erfolg nicht in einzelnen Schritten oder messbaren Parametern. Ich sehe mein Leben eher als „Jump-and-Run-Spiel“ an: Die zentrale Frage ist immer, ob ich die nächste Etappe erreichen kann – nicht, wie perfekt der Weg dorthin aussieht. Ich schaue nicht zurück, sondern immer nach vorne. Und leicht war dabei nichts: Es ging vorwärts, rückwärts, seitwärts, mit Abzweigungen, Umwegen und Sackgassen. Den viel zitierten „geraden Weg“ gibt es meiner Meinung nach in Wahrheit gar nicht – auch wenn er von außen manchmal so wirkt. Ich war alleinerziehend, als meine Tochter Eleonora vier Monate alt war. Ich habe mich damals von meinem Mann getrennt, ein Jahr lang Sozialhilfe bezogen und schließlich einen Job angenommen, der meine medizinische Weiterbildung überhaupt nicht gefördert hat. Einfach um wieder mein eigenes Geld zu verdienen und unabhängig zu sein. Beruflich stand ich auf der Stelle und habe nach 100 erfolglosen Bewerbungen in dem Fach, in dem ich meine Facharztbezeichnung erwerben wollte, tatsächlich darüber nachgedacht, die Medizin ganz aufzugeben. Kurz bevor ich mich neu orientieren wollte, bekam ich einen Anruf – und plötzlich hatte ich eine Weiterbildungsstelle in der Plastischen Chirurgie. Danach begann eine extrem intensive Phase: Die letzten drei Jahre Weiterbildung zur Fachärztin, 70-Stunden-Wochen, Nachtdienste, Wochenendarbeit und gleichzeitig die Betreuung für meine Tochter organisieren. Es war unglaublich herausfordernd, und ich bin in dieser Zeit weit über mich hinausgewachsen. Ich habe nicht darüber nachgedacht – ich habe einfach weitergemacht. Schritt für Schritt, immer nach vorne. Und trotz aller Belastung war ich zutiefst glücklich, Eleonora an meiner Seite zu haben.
JG: Was war das Schwierigste in dieser Zeit?
LB: Alleinerziehend zu sein und gleichzeitig eine chirurgische Weiterbildung zu absolvieren, ist im Grunde ein kaum zu bewältigender Spagat. Der Tag beginnt auf der Station um 7 Uhr – zu einer Uhrzeit, zu der weder Kindergarten noch Krippe geöffnet haben. Ich musste also jeden einzelnen Morgen eine zusätzliche Betreuung organisieren. Unser Familienkalender war ein logistisches Meisterwerk. Und ständig begleitet Dich dieses Gefühl, nie genug zu sein: nicht genug Mutter, nicht genug Ärztin. Du versuchst, allem gerecht zu werden, doch am Ende jonglierst Du zwei Vollzeitaufgaben.
JG: Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
LB: Die einen sagen: „Warum hast du überhaupt ein Kind bekommen, wenn du keine Zeit hast?“ Und die im beruflichen Umfeld: „Ach, das ist die mit dem Kind.“ Alleinerziehende Frauen werden häufig unterschätzt und nicht ernst genommen – als wären sie Menschen zweiter Klasse. Und wenn man dann auch noch leistungsstark ist, wird es erst recht unbequem. Die Ellbogen werden ausgefahren, und man geht durch die Hölle. Diese drei Jahre waren unglaublich schwierig. Aber für mich gab es keine Alternative. Ich habe mir gesagt: Augen zu und durch. Nicht hadern – einfach handeln. Nur so funktioniert es.
JG: Die Chirurgie war von Männern dominiert? Wie hat sich das ausgewirkt?
LB: In der plastischen Chirurgie hat sich zum Glück mittlerweile einiges verändert, aber damals war ich die einzige Frau in der Abteilung – und das habe ich deutlich zu spüren bekommen. Ein Kollege hat damals über mich gegenüber anderen Ärzt:innen und Sekretärinnen – den Satz gestreut, und ich zitiere wörtlich: „Nur gut aussehen und mit den Titten wackeln, das ist nicht genug!“ Als ich davon hörte, war ich fassungslos. Ich stand vor der Entscheidung: Ignoriere ich es? Gehe ich zur Frauenbeauftragten? Suche ich das Gespräch? Ich hatte ehrlich gesagt Angst, etwas auszulösen, aber ich habe ihn schließlich privat darauf angesprochen. Er war völlig überrascht, dass ich ihn direkt darauf anspreche – und hat sich entschuldigt. Seine Begründung war, als Frau müsse ich „doppelt so hart arbeiten“. Und ich fragte mich: Warum muss ich mehr leisten, nur um gleich behandelt zu werden? Nach diesem Gespräch hat sich unser Verhältnis komplett verändert. Heute verstehen wir uns sehr gut – aber erst seitdem ich den Mut hatte, mich zu wehren. Das erfordert Kraft und kann auch nach hinten losgehen. Man kann Pech haben und an jemanden geraten, der seine Macht ausnutzt und einem dann erst recht schadet. Trotzdem: Man muss sich trauen, die Stimme zu erheben.
JG: Was wäre diesbezüglich dein Tipp an junge Frauen, die in der gleichen Situation landen?
LB: Haltet durch. Wenn ihr diesen Beruf wirklich wollt, gibt es keine Alternative. Steht zu euren Zielen und lasst euch nicht davon abbringen, denselben Weg zu gehen, den auch Männer selbstverständlich gehen. Wir haben das gleiche Recht, unsere beruflichen Träume zu verfolgen – und das ist absolut richtig so.
JG: Wolltest du immer in die Chirurgie?
LB: Ja, das wusste ich tatsächlich schon im Kindergarten. Mich hat das Operieren immer fasziniert. Mein Vater ist Kardiologe und Internist – das fand ich spannend –, aber das Operieren hat mich noch stärker angezogen. Ich wollte immer Menschen helfen, etwas für sie tun, das ihr Leben spürbar verbessert. Ich bin manuell sehr geschickt: Ich habe immer viel gebastelt, gewerkelt, gemalt, gestrickt, mit Ton gearbeitet. Ich wollte immer etwas erschaffen. Dieses Gefühl, am Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis zu haben – etwas, das man durch die eigene Arbeit verändert oder verbessert hat –, das hat mich schon als Kind erfüllt. Und genau das liebe ich heute noch an der Chirurgie.
JG: Heutzutage kommen viele Frauen in deine Praxis, hast du dich explizit darauf spezialisiert?
LB: Ein großer Teil meiner Patientinnen ist weiblich, das stimmt. Und ja, ich habe mich sehr bewusst auf die weibliche Körperchirurgie und auf Well-Aging spezialisiert. Ich bin selbst eine Frau, ich bin Mutter – ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn sich der Körper verändert und welche Themen und Sorgen damit verbunden sind. Dadurch habe ich einen empathischen, direkteren Zugang zum weiblichen Körper.
JG: Wie hat sich das Schönheitsbild aus deiner Sicht verändert?
LB: Ich finde, das Schönheitsideal ist viel natürlicher geworden. Dieses stark „over-done“ Erscheinungsbild — extrem große Brüste oder übertriebene Lippen — entspricht heute nicht mehr dem, was viele Frauen wollen. Eine harmonische Form zählt mehr als das maximale Volumen. Jugendlichkeit erhalten, ohne künstlich zu wirken. Ich bin überzeugt: Man sollte nicht versuchen, jede Falte zu eliminieren. Ein paar Linien gehören zum Leben dazu. Wenn man es übertreibt und das Gesicht mit Fillern „aufbläst“, geht die Harmonie verloren. Weniger ist oft mehr.
JG: Mein Eindruck: Für die jungen Mädchen von heute ist das Aussehen schon sehr viel wichtiger, als es das früher war?! Was sagst du denen, wenn sie zu viel machen und aussehen wollen, wie ihre Vorbilder bei Instagram?
LB: Bei der ganz jungen Generation ist es oft „in“, erwachsener zu wirken. Viele stylen sich 10 Jahre älter — das ist aber meist Make-up und Styling, keine Operation. Wenn sie mir Bilder zeigen, sage ich oft: „Da ist ein Filter drauf, diese Frau sieht im echten Leben nicht so aus.“ Ich sehe mich da auch als Korrektiv. Wenn ich finde, dass eine Lippe ausreichend ist, dann injiziere ich nicht weiter. Natürlich können Patientinnen dann woanders hingehen — aber ich gebe immer eine ehrliche Empfehlung. Neulich hatte ich eine Patientin Anfang 30 mit zeitnahem Kinderwunsch, die ihre Brüste vergrößern wollte. Ich habe ihr gesagt: „Dann können Sie sich wieder anziehen.“ Eine Brust-OP kurz vor einer Schwangerschaft ist schlicht nicht sinnvoll. Der Körper verändert sich stark. Ich sage sehr oft: „Nein, das mache ich nicht.“ Und die meisten sind dankbar für diese Klarheit.
JG: Ein Problem ist sicher, dass man den Blick für sich selbst verliert. Man sieht sich jeden Tag im Spiegel und nimmt die Veränderungen nicht so stark wahr?
LB: Manche merken es nicht mehr, andere suchen den „Kick“. Beim ersten Mal ist der Effekt oft sinnvoll — plötzlich hat man eine volle Lippe oder eine glattere Stirn. Aber dann gewöhnt man sich daran und will jedes Mal wieder diesen Wow-Effekt. Das kann schnell zu viel werden. Wichtig ist auch: Menschen reagieren sehr unterschiedlich. Hyaluron baut sich bei manchen schnell ab, bei anderen fast gar nicht. Man muss individuell arbeiten und Grenzen kennen.
JG: Was sind denn gerade die Trends in der Beautybranche?
LB: Botox bleibt ein Klassiker — und das aus gutem Grund. Es verhindert, dass sich Falten tief eingraben. Ich empfehle es auch als Prophylaxe. Filler sind zu Unrecht in Verruf geraten. Oft liegt das Problem nicht am Filler, sondern an der falschen Indikation oder mangelnder Erfahrung des Arztes. Ein großer Trend ist, das körpereigene Gewebe möglichst lange zu erhalten. Wir verlieren mit dem Alter jedes Jahr Anteile an Hyaluronsäure, Kollagen und sogar Knochensubstanz. Hier kommen Methoden ins Spiel, die die körpereigene Regeneration anregen — etwa Eigenblut, angereichert mit Exosomen, oder Polynukleotide und Polymilchsäure, die die Kollagenproduktion ankurbeln. Das ist sehr effektiv. Bei zu viel Filler sieht man nach mehreren Anwendungen oft unregelmäßige Konturen — eine „Buckelpiste“. Deshalb: präzise Indikation. Für tiefe Falten kann Hyaluron fantastisch wirken. Laserbehandlungen sind ebenfalls großartig, aber nur bei helleren Hauttypen, sonst drohen Pigmentstörungen. Kleine Fältchen unter den Augen lassen sich sehr gut reduzieren. Vom Mikroneedling halte ich wenig, vor allem mit Rollern. Das verletzt die Haut unkontrolliert und verursacht viele kleine Narben und hinterlässt Pigmentflecken. Professionelles Needling muss tief genug erfolgen — idealerweise in Vollnarkose. Das gehört in erfahrene Hände und sollte nicht als Dauertherapie angewendet werden.
JG: Wichtig ist ja auch die Gesichtspflege – du hast ja eine eigene Kosmetiklinie – DOC BERGER EFFECT? War das zwingend, bei all dem, was du so machst?
LB: Absolut. Botox, Filler, Kollagenbooster — das alles ist wichtig. Aber mir fehlte immer etwas für die Hautoberfläche. Ich habe keine Hautpflege gefunden, die meinen Ansprüchen genügt:
Skincare ist der Schlüssel. Sie macht einen riesigen Unterschied. Es ist wie Zahnpflege: Du kannst nicht zweimal im Jahr eine professionelle Reinigung machen lassen und dann erwarten, dass du deine Zähen nicht täglich selber putzen musst. Früh anfangen, konsequent durchführen — das ist der beste Weg um Deine Haut vor frühzeitiger Hautalterung zu schützen. Und: Sonnenschutz ist essenziell — auch im Schatten zu jeder Jahreszeit.
JG: Was braucht man denn auf jeden Fall bei der Hautpflege?
LB: Die Grundlage jeder Hautpflegeroutine ist eine Tagescreme mit UV-Schutz – idealerweise ergänzt durch einen Blaulichtfilter. Dazu kommen Botox-ähnliche Wirkstoffe, die feine mimische Fältchen, besonders im Unterlidbereich, sanft entspannen. Seren unterstützen diesen Effekt und wirken bis zu 16 Stunden, sodass sich die Haut tagsüber glatter und entspannter anfühlt. Antioxidantien neutralisieren freie Radikale, während Peptide die Kollagenbildung anregen und damit zur Regeneration beitragen. Ebenso wichtig ist eine schonende aber effektive Reinigung: Nur wenn die Haut von Talg und Verunreinigungen befreit ist, können Wirkstoffe ihre volle Wirkung entfalten. Ein Toner bringt die Haut anschließend in ihr optimales pH-Gleichgewicht und bereitet sie perfekt auf die nachfolgenden Produkte vor.
Meine persönliche Routine am Morgen kombiniert diese Schritte: Doppelte Reinigung, Botox-ähnliche Wirkstoffe, die im Vit C + Biobotox Serum und Hyaluron Lifting Serum enthalten sind, das Collagen Serum für den sofortigen Plumping Effekt. Danach folgen die Anti-Pollution Day Cream und das Make-up. Dieses Layering sorgt für ein rundes, wirksames und harmonisches Ergebnis.
JG: Zu Gründen ist ja immer eine Herausforderung. Was waren die größten Hindernisse?
LB: Ganz klar: Zeit. Ich war Vollzeit in der Praxis, und alles rund um die Skincare blieb zwangsläufig immer wieder liegen. Der Wendepunkt kam, als meine Tochter Eleonora ins Unternehmen eingestiegen ist. Seitdem geht es spürbar voran – sie ist mein echter Gamechanger. Natürlich ist der Markt hart umkämpft, aber das kenne ich aus der plastischen Chirurgie. Als ich mich in München niederlassen wollte, hieß es: „Du bist verrückt – nirgendwo sonst gibt es so viele plastische Chirurgen auf einem Fleck.“ Trotzdem habe ich es gemacht, weil ich wusste, was ich kann. Ich konzentriere mich auf die Bereiche, in denen ich wirklich herausragend bin. Und genau dieses Prinzip verfolge ich auch bei meiner Skincare.
JG: Würdest du im Nachhinein etwas anders machen?
LB: Ich würde heute sagen, dass ich für mein Leben und meine persönliche Entwicklung die richtigen Entscheidungen getroffen habe, auch wenn dieser Weg nicht geradlinig war und mich immer wieder über Umwege, Sackgassen und Neuanfänge geführt hat. Genau diese Erfahrungen – die Herausforderungen, die Unsicherheiten und die scheinbar unlösbaren Situationen – haben mich letztlich zu der Frau gemacht, die ich heute bin. Niederlagen gehören für mich untrennbar zum Erfolg dazu, denn nur wenn man Rückschläge erlebt, sie verarbeitet und die Kraft findet, wieder aufzustehen, entwickelt man die Widerstandsfähigkeit, die es im echten Leben braucht.
Das Scheitern meiner Ehe habe ich für mich als einen großen Misserfolg empfunden, da ich selber ein Scheidungskind bin und immer fest daran geglaubt habe, dass mir genau das nie passieren würde. Aber auch beruflich sind die Rahmenbedingungen für Frauen bis heute nicht optimal, und ich hoffe sehr, dass sich das langfristig verändert, denn gerade in der Chirurgie bringen Frauen enorme Präzision, Feingefühl und handwerkliches Geschick mit. Sie arbeiten konzentriert und konstant, ohne von Ego oder überzogenen Selbstinszenierungen getrieben zu sein, während Männer häufig einfach besser darin sind, sich selbst zu verkaufen – was ein vollkommen anderes System ist. In meiner eigenen Laufbahn habe ich übrigens nie Stutenbissigkeit unter Frauen erlebt; der Gegenwind kam ausschließlich von Männern.
JG: Dich sehen viele Frauen bestimmt als Vorbild. Siehst du dich als eines?
LB: Vorbild zu sein war nie mein erklärtes Ziel, aber ich hoffe, dass ich es bin – für meine Tochter und für andere Frauen. Mir war immer wichtig, mir selbst treu zu bleiben und meinen eigenen Weg zu gehen, ohne dabei andere zu verletzen oder Grenzen zu überschreiten. Ich bin nie über Leichen gegangen, um erfolgreich zu sein – und ich halte es für einen Irrtum zu glauben, dass man nur so im Berufsleben vorankommt. Frauen dürfen nicht das Gefühl haben, ihre Weiblichkeit ablegen zu müssen, um Erfolg zu haben. Ich bin überzeugt davon, dass man seine Ziele erreichen kann, wenn man konsequent arbeitet, ehrlich bleibt und sich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt. Ich habe unzählige Male gehört: „Das schaffst du nicht.“ Ich habe gelernt, nicht hinzuhören – und es einfach zu machen. Wenn ich damit andere ermutigen kann, ihren eigenen Weg zu gehen, dann ist das für mich das größte Kompliment.
JG: War es klar, dass deine Tochter in dein Business einsteigt?
LB: Überhaupt nicht. Eleonora wollte nie Medizin studieren – und das habe ich immer respektiert. Als ich vor vier Jahren DOC BERGER EFFECT gegründet habe, fiel mir sofort auf, dass sie ein außergewöhnliches Gespür für Business, Marketing und Strategie hat. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich nie gedacht, dass wir einmal beruflich zusammenarbeiten würden. Doch mit dem Skincare-Unternehmen hat sich plötzlich alles gefügt: ihre Stärken und meine Erfahrung ergänzen sich auf eine Weise, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können.
JG: Was kannst du ihr als Unternehmerin mitgeben und was gibst du ihr?
LB: Als Unternehmerin kann ich ihr vor allem meine Erfahrung mitgeben – den langen Atem, die Fähigkeit, Krisen auszuhalten, und den Blick für das Wesentliche. Ich habe gelernt, wie wichtig Durchhaltevermögen, Struktur und Verantwortung sind. Gleichzeitig lerne ich auch von ihr. Eleonora bringt eine enorme strategische Klarheit, Tempo und moderne Perspektiven ein. Wir sind sehr unterschiedlich, aber genau das macht uns stark. Wir holen das Beste aus beiden Welten zusammen und finden unseren Weg in der Mitte. Dieses gegenseitige Ergänzen, dieses Vertrauen – das ist für mich das Wertvollste.
JG: Unsere Schlussfrage: Was war in deinem Leben ein Geschenk, eine Strafe, ein Test?
LB: Das größte Geschenk in meinem Leben ist meine Tochter. Eine „Strafe“ als solche zu benennen, fällt mir schwer, denn vieles, was zunächst schmerzhaft oder negativ erscheint, führt einen letztlich weiter. Wahre Strafen sind für mich Situationen, die unumkehrbar sind – wenn jemand krank wird oder stirbt. Das sind Verluste, die bleiben und die man nicht einfach bewältigen kann. Als Test empfinde ich meinen Weg als alleinerziehende Mutter in der Chirurgie. Das war eine enorme Herausforderung, die mich geprägt hat. Aber im Grunde ist das ganze Leben ein Test – immer wieder. Ich bin gespannt, was noch auf mich wartet, denn es gibt für mich immer wieder etwas Neues, das ich in Angriff nehmen möchte.
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