Mitspielen erlaubt

In Münchens Hofgarten wird Boule gespielt – und Designerin Dorothee Schumacher ließ sich das nicht zweimal sagen

„Boule & Bubbles“ beim Re-Opening des Dorothee Schumacher Stores am Hofgarten
„Boule & Bubbles“ beim Re-Opening des Dorothee Schumacher Stores am Hofgarten

Dorothee Schumacher lud zum Re-Opening ihres Stores am Hofgarten/Odeonsplatz 11 in München. Statt eines klassischen Getränke- und Häppchenempfangs gab es bei ihr „Boule & Bubbles“. Was für eine wunderbare Idee, traf sie doch damit den Zeitgeist: Die Kugelsportart Boule ist hierzulande auf dem Vormarsch. Es gibt deutschlandweit derzeit rund 800 Vereine, doch lässt sich Boule auch ohne Mitgliedschaft überall auf Plätzen und in Höfen spielen. Dabei steht Boule für französisches Savoir-vivre, Gemeinschaft, Slow Living und stilvolle Freizeit im Freien. Boule kann jeder spielen, unabhängig von Alter oder Fitness. Zeit für Gespräche oder ein Glas Rosé ist dabei nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Damit ihre Store-Gäste auf Anhieb alles richtig machen, engagierte Dorothee Schumacher fachkundige Spieltrainer von „Boule ist Cool“. Laut ihnen entsteht dort, wo Boule gespielt wird, auf Dauer ein ganzes Dorf – unterschiedlichste Menschen kommen zusammen. In Städten wie München oder Hamburg sind es zunehmend Berufstätige, die durch die Konzentration auf das Spiel den Kopf freibekommen – oft besser als beim eintönigen Joggen.

Der Store von Dorothee Schumacher besticht nicht nur durch seine wunderbare Lage am Hofgarten, sondern beeindruckt auch mit einer neuen, hellen Raumgestaltung – getreu dem Motto „Mi Casa, Tu Casa“ (sinngemäß: „Fühl dich wie zuhause“). Besonders wohl fühlt man sich auf dem oberen Level, das einem Wohnzimmer gleichkommt.

Pünktlich zum Opening wurde hier die neue Herbst/Winter-Kollektion von Dorothee Schumacher vorgestellt, die von An- und Abreise erzählt – zum Beispiel in einer Hotellobby.

Late Checkout: Wenn der Koffer offen bleibt

Für die Fall/Winter-Kollektion 2026 hat sich Dorothee Schumacher von einem sehr konkreten Ort inspirieren lassen: der Hotellobby. „Late Checkout“ heißt die neue Linie, und der Titel ist Programm. Es geht um die Zwischenmomente einer Reise, in denen sich Drinnen und Draußen, Ankommen und Aufbrechen, Tag und Abend überschneiden.

Inspiration ist eine Frau, die selbstbewusst durch fremde Städte zieht mit erstaunlich zurückhaltendem Look. Auffallen soll hier eher die Silhouette als die Lautstärke: Betonte Schultern treffen auf schmal geschnittene Hosen und Röcke, Foulard-Prints tauchen als einzelne Statement-Teile auf statt als durchgehendes Muster.Auch beim Material wird kombiniert statt kontrastiert: Funktionale, an Outdoor-Kleidung erinnernde Stoffe treffen auf fließenden Satin, klassischer Flanell wird von filigraner Spitze durchbrochen. Chunky Strick und Fellimitate bringen zusätzliche Wärme ins Bild, ohne dass die Kollektion behäbig wirkt.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Anzug. Er kommt entweder komplett aus Leder oder Strick – oder als bewusst gebrochenes Duo aus unterschiedlichen Materialien, etwa Leder kombiniert mit Flanell, Tüll oder Spitze.Farblich hält sich die Kollektion zurück: Erdtöne wie ein warmes Porcini-Braun, Safrangelb und ein gedecktes Champignon dominieren, ergänzt um vereinzelte Akzente in Wasabi-Grün und Ozeanblau. Ein Wiedererkennungsdetail steckt in den Nähten: kleine, herzförmige LOVE-Labels als dezente Signatur.

Bei den Accessoires zeigt sich Schumacher verspielter: gemusterte Schals, Gürtel mit Schleifendetail, dezenter Nietenbesatz. Dazu kombiniert die Kollektion robuste College-Schuhe im Used-Leather-Look mit klassischen Absatzschuhen, von der Mule bis zum Stiefel. Für kühlere Tage gibt es ausladende Bucket Hats aus Kunstfell.

Kurz: eine Kollektion für Frauen, die viel unterwegs sind, aber auf Wohlfühlfaktor nicht verzichten wollen. Late Checkout eben.

Das Boulespielen darf bleiben – und der Herbst kann kommen.

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