MC: „Building in Public“ ist euer Claim – was genau steckt hinter diesem Ansatz?
KK: Building in Public heißt, den Aufbau einer Marke nicht zu inszenieren, sondern zu zeigen. Mit allem, was dazugehört. Den Drops, die funktionieren, und den Entscheidungen, die wir korrigieren. Den Stoffproben, die nicht überzeugen, den Lieferzeiten, die länger werden. Wir behandeln unsere Kommunity nicht wie eine Zielgruppe, sondern wie Mitwissende. Das ist anstrengender, aber ehrlicher. Und es führt zu immer besser werdenden Produkten, weil wir direktes Feedback bekommen.
MC: Was bedeutet Dir dieser enge Austausch mit deiner Kommunity für die Entwicklung der Brand?
KK: Er ist der Grund, warum die Marke überhaupt funktioniert. Die Kommunity spiegelt mir, was sie tatsächlich trägt und nicht nur was sie schön findet. Das ist ein Unterschied! Ein Piece kann auf dem Moodboard toll aussehen und im Alltag aber nicht funktionieren. Diese Reaktion bekommen wir nur, weil wir wirklich nah dran sind. Es ersetzt keine kreative Vision, aber es schärft sie und bildet sie aus.
MC: Mit Karo Kauer Label setzt du stark auf die Kommunity – zuletzt durften beispielsweise 26 Teilnehmer:innen aus deiner Followerschaft bei einem Workshop die bevorstehende Karo Kauer Tour mitgestalten. Was war die Idee dahinter?
KK: Die Tour war von Anfang an als Eventformat gedacht, nicht als Promo-Stop. Da lag es nahe, die Menschen, die kommen, auch zu fragen, was sie sich wünschen. 26 Teilnehmer:innen, ein Wochenende, viele offene Fragen. Wie soll die Tour Identity aussehen? Welche Pieces gehören in die Tour Kollektion? Was für Content & Marketing brauchen wir? Welche On-Site Aktivierungen & Sponsoren werden benötigt? Alles, was wir jetzt umsetzen, kommt direkt aus diesem Workshop Wochenende – ebeb „Built by the Kommunity“.
MC: Dieses Jahr geht die Karo Kauer Tour bereits in die vierte Runde – was wird man dort erwarten können, und was möchtest du damit erreichen?
KK: Die Tour ist der Ort, an dem aus Followern Gesichter werden. Es geht weniger um „Shopping“, mehr um Begegnung. Man wird die exklusive Tour-Kollektion anprobieren können, ja. Aber vor allem wird es Raum geben, miteinander zu sprechen, sich zu connecten und Teil eines Moments zu sein, der nicht online passiert. Wir wollen durch die Tour eine Gesamtexperience schaffen, die die Kommunity noch stärker miteinander verbindet. Das Ziel ist es, die Marke nahbar, greifbar, erlebbar zu machen. Jeder der 10 Tour-Stops ist anders – geprägt durch kreative Brand-Kooperationen, individuelle Ideen und Aktivierungen vor Ort, und das, was die Kommunity daraus macht.
MC: Welche nächsten Ziele stehen an mit Karo Kauer Label?
KK: Wir bauen die Produktwelt konsequent weiter aus, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Bessere Stoffe, längere Lebensdauer, ein noch klareres Sortiment. Wir werden sichtbarer – aber alles in unserem Tempo. Und wir investieren in die Strukturen hinter der Marke, damit Wachstum nicht auf Kosten der Handschrift geht. Das ist ein Teil der unspektakulären Arbeit, die man so erstmal nicht von außen sieht, am Ende aber den nachhaltigen Unterschied macht.
MC: Wenn du heute in fünf Jahren auf Karo Kauer Label blickst – wo soll die Brand dann stehen?
KK: Als eine Marke, die man kennt, weil sie konsequent geblieben ist. Nicht als die Größte, sondern als eine, deren Pieces man nach Jahren immer noch gerne trägt. Mit einer Kommunity, die mit uns gewachsen ist. Und mit einem Anspruch, der nicht verblasst: Made to wear, made to feel good!