Seit 1968 gilt das vierblättrige Kleeblatt von Van Cleef & Arpels als das vielleicht schönste Glückssymbol der Schmuckwelt. Jetzt bekommt die Alhambra-Kollektion einen neuen Ton: ein leuchtendes Rosa aus Emaille, an dem die Ateliers der Maison jahrelang gearbeitet haben
„Um Glück zu haben, muss man an das Glück glauben“, pflegte Jacques Arpels zu sagen – und machte den Satz zum heimlichen Leitmotiv der Maison. Schon 1906, im Gründungsjahr von Van Cleef & Arpels, tauchen vierblättrige Kleeblätter in den Archiven des Hauses auf. 1968 wurde daraus eine Ikone: die erste Alhambra-Halskette, 20 Kleeblatt-Motive aus strukturiertem Gelbgold, jedes von einer doppelten Perlenkontur eingefasst. Seither erfindet sich das Motiv immer wieder neu – in Onyx und Karneol, in Perlmutt, in guillochiertem Gold, sogar in Porzellan aus Sèvres.
Das jüngste Kapitel ist ein Farbton: Fünf neue Kreationen der Linien Vintage Alhambra und Magic Alhambra tragen erstmals eine transparente rosa Emaille. Das Set: eine lange Halskette, auf der sich 20 der emaillierten Kleeblätter aneinanderreihen, ein Collier mit zehn, ein Armband mit fünf, dazu ein Anhänger und Ohrringe – jeweils in Gelbgold oder guillochiertem Gelbgold. Das Material ist farbintensiv und durchscheinend zugleich, durchzogen von feinen Bläschen, die jedem einzelnen Stück Tiefe und Einzigartigkeit geben. Die gewölbte Oberfläche verstärkt den Schimmer – die Emaille reflektiert das Licht sogar etwas stärker als ein Smaragd.
Um zu verstehen, was an dem neuen Ton so besonders ist, hilft ein kurzer Blick auf das Material selbst: Emaille ist im Kern feines Glas, das bei hohen Temperaturen auf das Gold aufgeschmolzen wird. Ihre Farbe erhält sie üblicherweise durch beigemischte Pigmente – so entstehen die satten Blau-, Grün- oder Rottöne, die man von klassischem Emailleschmuck kennt.
Beim Alhambra-Rosa geht Van Cleef & Arpels einen anderen Weg. Die Technik ist vom sogenannten Goldpurpur-Verfahren aus dem 17. Jahrhundert inspiriert: Statt Pigmenten werden feinste Goldpartikel in die Glasmasse eingearbeitet – und erst sie erzeugen, durch die Art, wie sie das Licht brechen, den rosa Ton. Wie die Nuance am Ende ausfällt, hängt von Form, Größe und Konzentration dieser Partikel ab; schon kleinste Abweichungen verändern die Farbe. Die Ateliers in Genf haben deshalb mehrere Jahre Forschung und Entwicklung gebraucht, bis der gewünschte Ton exakt und vor allem wiederholbar getroffen war. Das Ergebnis ist ein Rosa, das nicht aufgemalt wirkt, sondern von innen heraus zu leuchten scheint. „Dieses traditionelle Schmuckmaterial bringt ein Spiel von Farbe, Licht und Transparenz ein“, sagt Catherine Renier, Präsidentin und CEO von Van Cleef & Arpels.
Gefertigt werden die neuen Kreationen in den französischen Ateliers der Maison, wo mehrere Gewerke ineinandergreifen: Juweliersarbeit, Fassen, Polieren. Die größte Herausforderung ist dabei das Einpassen der gewölbten Emaille-Elemente in ihre Goldfassung – eine Arbeit, die besondere Präzision verlangt, weil das empfindliche Material exakt sitzen muss.
Eingerahmt wird jedes Kleeblatt von der doppelten Reihe goldener Perlen, dem vielleicht bekanntesten Erkennungszeichen der Ästhetik von Van Cleef & Arpels. Ihre gleichmäßigen Rundungen entstehen in sorgfältiger Juwelier- und Polierarbeit, und die kleinen Goldkugeln spielen mit dem Licht: Sie nehmen die Reflexe der Emaille auf und rahmen ihren Schimmer. Beim Fassen werden die kleinen Goldzungen, die jedes Emaille-Kleeblatt halten – die sogenannten Krappen –, so behutsam umgelegt, dass sie kaum sichtbar bleiben. Auf der Rückseite sind sie abgerundet, damit das Schmuckstück sanft auf Haut und Kleidung liegt.
Auch die Kette, die die Kleeblätter miteinander verbindet, folgt diesem Anspruch: Ihre Glieder sind facettiert, sodass sie das Licht bei jeder Bewegung einfangen, im Nacken vollendet eine Schließe mit dem gravierten Monogramm der Maison das Stück. Den letzten Schliff verleiht eine traditionelle Schellackpolitur – dann wird jede Kreation unter zehnfacher Vergrößerung ein letztes Mal geprüft, ehe sie das Atelier verlässt.
So ist die neue Alhambra beides zugleich: ein Stück Schmuckgeschichte, das seit fast sechzig Jahren getragen wird, und ein kleines technisches Wunder in einer Farbe, die tatsächlich aus Gold besteht. Mehr Glück passt kaum an ein Handgelenk.
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