Die spanische Schuhmarke Flabelus hat ihren ersten deutschen Store in Berlin eröffnet — und mit einem Dinner im Château Royal gezeigt, dass hinter dem Label weit mehr steckt als hübsche Schuhe
An einem Juliabend im Berliner Château Royal stehen zwischen floralen Installationen von Atelier Embloss Schuhe auf dem Tisch, die aussehen, als hätten sie eine Vergangenheit. Bunt, eigenständig, mit einem Hauch Nostalgie. Gastgeberin Veronika Heilbrunner hat Kreative, Redakteur:innen und Gründer:innen aus der Stadt zusammengebracht, um eine Marke zu feiern, die in Deutschland noch relativ neu ist, international aber längst Fuß gefasst hat: Flabelus.
Beatriz de los Mozos. Foto: PR
Hinter der Brand steht Beatriz de los Mozos — eine Frau, deren Lebenslauf sich liest wie ein Drehbuchwechsel. Erst Wirtschaftsanwältin in Madrid und London, dann Vertriebsleiterin im Tech-Bereich zwischen London und Singapur, bis sie 2020, mitten im globalen Stillstand, alles hinter sich ließ und anfing, Schuhe zu machen. Nicht irgendwelche: Espadrilles, das wohl spanischste aller Schuhformate, neu gedacht für ein internationales Publikum, das Handwerk, Komfort und eine gute Geschichte zu schätzen weiß.
Jede Saison steht bei Flabelus unter dem Zeichen einer literarischen oder fiktiven Figur — Jo, Daisy, Mulan waren frühere Heldinnen. Aktuell ist es Dorothy aus dem Zauberer von Oz, deren Reise als Metapher für die Kollektion dient: Jeder Schritt ein neues Kapitel, jedes Paar ein eigener Charakter. Was theatralisch klingt, funktioniert im Produkt erstaunlich subtil. Die Silhouetten — von der klassischen Mary Jane über den minimalistischen Slipper bis zur neuen Premium-Linie „Pierre“ — sind tragbar, durchdacht und weit entfernt von Kostüm.
Produziert wird ausschließlich in der eigenen Manufaktur in Spanien. Die Sohlen bestehen aus recyceltem Gummi, das Obermaterial ist zu 100 % atmungsaktiv, innen sorgt eine handgenähte Ardnery-Innensole mit zusätzlicher EVA-Schicht dafür, dass sich der Schuh auch nach Stunden noch angenehm anfühlt. Überproduktion wird bewusst vermieden — gefertigt wird in kontrollierten Mengen.
Foto: PR
Seit März hat Flabelus seinen ersten deutschen Flagship-Store in Berlin. Weltweit sind es mittlerweile 42, verteilt auf Städte wie Madrid, London, Paris, Mailand und New York. Über 700 Verkaufspunkte in mehr als 120 Ländern kommen dazu. Für eine Marke, die erst sechs Jahre alt ist, ein beachtliches Tempo — getragen von einer Community, die den Storytelling-Ansatz offenbar genauso ernst nimmt wie die Gründerin selbst.
Beim Berliner Dinner wurde auch die neue Capsule Collection mit Lorna Murray vorgestellt, der australischen Lifestyle-Marke, die für handgefertigte Pieces aus Naturgrasgeflecht bekannt ist. Gemeinsam haben beide Labels eine Linie aus Hüten und Taschen entwickelt, bei der Lorna Murrays Signatur-Material auf Baumwollbänder im Dorothy-Universum trifft — romantisch, verspielt, bewusst gefertigt.
Neben dem Wachstum investiert Flabelus in soziale Projekte — über Charity-Kooperationen mit Stiftungen wie Son Ángeles und Soñar Despierto. Und auch für Berlin dürfte der Store erst der Anfang sein. „Deutschland steckt voller Kreativität und Individualität“, sagt Gründerin Beatriz de los Mozos. „Wir freuen uns, unsere Geschichte hier weiterzuerzählen.“
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