Louis Vuitton Sneakerinas: Leichtfüßig auf Schritt und Tritt

Sneaker werden in der Regel geklebt. Selbst jene hochwertigen Modelle, die teilweise genäht werden. Das dachte ich zumindest, als ich in der Louis Vuitton Schuhmanufaktur ankam. Dort wurde ich jedoch schnell eines Besseren belehrt.

„Gerade wenn man die technischen Regeln nicht kennt, kann man über Grenzen hinausgehen“ erzählt ein Experte über die Entwicklung des „LV Sneakerina“. Foto: Courtesy of Louis Vuitton
„Gerade wenn man die technischen Regeln nicht kennt, kann man über Grenzen hinausgehen“ erzählt ein Manufaktur-Experte über die Entwicklung des „LV Sneakerina“. Foto: Courtesy of Louis Vuitton

Zu Besuch in der Louis Vuitton Schuhmanufaktur

„To shoe or not to shoe?“, eine Anspielung an den berühmten Shakespeare-Satz „to be or not to be“ begrüßt mich in Form einer Zeichnung von Andy Warhol im Eingangsbereich der Schuhmanufaktur von Louis Vuitton. Die Antwort lautet hier eindeutig „to shoe“. Wie sollte es auch anders sein? In diesem wie ein überdimensionaler Schuhkarton wirkenden Gebäude entstehen die bekanntesten Schuhmodelle von den „6AM Pumps“ über die „LV Mare Loafer“ bis hin zu einer der jüngsten Kreationen der Maison, dem angesagten „LV Sneakerina“.

Schuhmanufaktur von Louis Vuitton in Fiesso d’Artico. Foto: Courtesy of Louis Vuitton

Traditionelles Schuhhandwerk in Venedig

Bevor diese begehrten Schuhsilhouetten ihren Weg in die Louis Vuitton Boutiquen finden, beginnt alles hier, in Fiesso d’Artico. Genauer gesagt im kreativen Atelier für elegante Schuhe der Maison, die seit 1998 auch Schuhkollektionen kreiert.

Hier hat auch die Geschichte der LV Sneakerina ihren Ursprung. „Am Anfang war er als Ballerina mit sportlicher Note gedacht“, erklärt ein Experte, „erst später kamen Sneaker-Spezialist:innen hinzu.“ Deshalb sei das Modell zunächst wie ein eleganter Schuh konstruiert und manuell mit dem traditionellen Sacchetto-Verfahren gefertigt worden. Dabei wird ausschließlich genäht und auf Klebstoff verzichtet, was den Schuh besonders weich und flexibel macht.

Die Wurzeln der Technik liegen im italienischen Schuhhandwerk, welches in der Region zwischen Venedig und Padua bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Heute gilt dieses Gebiet als eines der wichtigsten Zentren der Luxus-Schuhproduktion, zahlreiche internationale Marken haben sich hier niedergelassen.

Die LV Sneakerinas werden von Hand bearbeitet. Fotos: Courtesy of Louis Vuitton

So entstehen die Sneakerinas

Auch in der „Manufacture de souliers“ (Deutsch: „Schuhmanufaktur) von Louis Vuitton in Fiesso d’Artico wird dieses Savoir-faire seit 2001 fortgeführt. Jedes der rund 100 Einzelteile der LV Sneakerinas wird von Hand zugeschnitten, bevor diese in etwa 250 Arbeitsschritten „auf links“ zusammengenäht und schließlich gewendet werden.

Jene für Ballerinas typische Fertigungstechnik bewahrt die flache, weiche Silhouette des Schuhs. Der Unterschied sind technische Elemente wie Verstärkungen für eine stabilere innere Struktur sowie eine herausnehmbare Sneaker-Innensohle. Genau hier liegt auch der besondere Reiz des Modells: Der „LV Sneakerina“ wirkt wie ein eleganter Hybrid aus Ballerina und Sneaker.

Im letzten Schritt folgt die entscheidende Qualitätskontrolle: Sitzt das Logo richtig? Sind die Nähte präzise? Erst wenn jedes Detail stimmt, geht es für den „LV Sneakerina“ in den ikonischen Schuhboxen verpackt in Boutiquen auf der ganzen Welt.

Die fertigen Snekaerinas und ihre Holzform. Fotos: Courtesy of Louis Vuitton

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