Man entscheidet sich nicht aus Laune für Kaschmir. Man wählt die edle Naturfaser, weil man die Beständigkeit zu schätzen weiß. Mit einem Teil aus der Edelwolle besitzt man etwas von Dauer und dass das weiche Material gerade jetzt voll im Trend ist, liegt vielleicht genau daran, dass es sich dem eigentlichen Trenddenken entzieht. In einer Zeit, in der alles schneller und austauschbarer wird, sehnen wir uns nach Dingen, die gerne etwas länger bleiben dürfen.
Seinen Ursprung hat Kaschmir dort, wo Mode keine Rolle spielt: in kargen Bergen des Himalayas, wo Ziegen Temperaturen von bis zu minus 40 Grad trotzen, bei denen uns selbst die Gedanken daran einfrieren. Ihr Geheimnis ist das Duvet, ein feiner Flaum verborgen unter Grannen, dem grobem Deckhaar. Die natürliche Daunenjacke der schlappohrigen Ziegen ist nicht umsonst seit Jahrhunderten DIE beliebteste Faser.
Das Duvet zählt mit zu den feinsten Tierhaaren, die es gibt und zeichnet sich durch die besondere Wärmedämmung und maximale Flexibilität aus. Die leichte Wolle ist außerdem wasserabweisend und generell gut zur Haut. Nichts kratzt, pieckst oder juckt.
Foto: Nynne Schröder/Unsplash
Kaschmir als Luxusprodukt fand erstmals Anklang im 16. Jahrhundert. Damals war die Wolle ein extrem begehrtes Gut, das Königshäusern und vor allem dem Adel vorbehalten war – deshalb bekam Kaschmir schnell auch der Titel „Faser der Könige“. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die edle Faser nach Europa, wo die Nachfrage plötzlich extrem hoch war. Um den Bedarf decken zu können, wurden die weichen Kaschmirziegen schließlich nach Europa gebracht und dort gezüchtet, um das begehrte Material auch außerhalb Asiens zu produzieren. Allerdings führten das wärmere Klima und das maschinelle Verfahren oft zu Qualitätseinbußen.
Heute wird Kaschmir sowohl traditionell als auch industriell gewonnen. In den Ursprungsländern wird das Duvet beim natürlichen Fellwechsel behutsam in aufwendiger Handarbeit mit einem Holzkamm ausgekämmt. In Europa und anderen Ländern wie etwa Neuseeland und Australien kommt teilweise maschinelles Scheren zum Einsatz, was zwar schneller ist, aber die Qualität der gewonnenen Fasern beeinträchtigen kann.
Das Gute: Kaschmir kann nicht lügen. Wer also weiß, worauf er achten muss, erkennt Qualität nicht unbedingt am Preisschild, sondern an ein paar Details, die sich erst zeigen, wenn man genauer hinsieht:
Kaschmir ist nicht nur unglaublich weich und warm, sondern auch funktional und angenehm im Alltag. Wichtig ist noch zu sagen: Nur weil ein Kaschmirpulli teuer ist, ist er nicht gleich hochwertig. Mindestens 85 Prozent Kaschmir sollte enthalten sein, am besten natürlich 100 Prozent. Seine Seltenheit, die aufwendige Gewinnung und die naturgegebenen Eigenschaften machen ihn zu einer der begehrtesten Naturfasern der Welt – absolut zurecht, wie wir finden.
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