Warum Kleidungsstücke aus elitären Sportkontexten gerade wieder im Alltag auftauchen
Es war einmal „Gossip Girl“, dann „Elite“ und heute ist es „Maxton Hall“. Serien, die das Leben junger, reicher Schüler:innen an exklusiven Privatschulen zeigen. Ein erzählter Einblick in eine Realität von wenigen und gerade das macht sie vielleicht so faszinierend. Man folgt Figuren, die sich mit großer Selbstverständlichkeit durch ihr privilegiertes Leben bewegen, und taucht ein in eine Welt aus Ruderclub, Helikopterflügen und noblen Schuluniformen.
Außerhalb der Schulgebäude tragen die Charaktere neben Designer-Kleidung auffallend häufig Teile, die aus sportlichen Kontexten stammen. Körperliche Betätigung gehört in den Elite-Universen selbstverständlich zum Alltag, an den fiktiven Schulen ebenso wie in den realen Milieus, an denen sich die Erzählungen orientieren. Viele der sportlichen Aktivitäten, die in den Serien oft beiläufig passieren, gehören seit jeher zu einem sehr spezifischen Lebensstil. Sie dienen weniger dem körperlichen Ausgleich als der sozialen Verortung: Man trainiert gemeinsam, ist Teil eines Teams oder Clubs, folgt festen Regeln und Ritualen. Sport wird so zu einem sichtbaren Mittel, um Zugehörigkeit, Disziplin und Status zu demonstrieren, innerhalb der Schule ebenso wie später im universitären Umfeld.
Aus genau diesem Kontext heraus erklärt sich auch ein Kleidungsstil, der in der Modegeschichte unter dem Begriff Preppy zusammengefasst wird. Der Name geht auf die amerikanischen Preparatory Schools und die Ivy-League-Kultur der Ostküste zurück. Gemeint ist kein reiner Sportlook, sondern eine Alltagskleidung, die aus dem Umfeld dieser Schulen und ihres Freizeit- und Clublebens entstanden ist. Sie ist geprägt von zurückhaltender Eleganz, einem gewissen Maß an formeller Lässigkeit und sportlichen Elementen.
Heute tauchen viele dieser Codes wieder im Straßenbild auf. Quiet Luxury ist zwar als Trend vorüber, doch bestimmte, tief kulturell verwurzelte Kleidungsstücke werden nie aus der Mode kommen. Das hat auch damit zu tun, wofür sie stehen: Zugehörigkeit und einen bestimmten Status. In einer Gegenwart, die für viele unsicher wirkt, üben genau diese Zeichen eine besondere Anziehung aus. Wie schön wäre ein Tag im Leben von Blair Waldorf oder James Beaufort? Auch wenn das vielen nicht möglich ist, kommt man ihrem luxuriösen Lebensstil mit den folgenden Kleidungsstücken und Accessoires schon ein wenig näher.
Der braune Segelschuh ist aktuell wieder sehr präsent, wird zur Blue Jeans, Maxi-Röcken oder Anzughosen kombiniert. Der Klassiker steht dabei für Beständigkeit und Langlebigkeit – ein Schuh, der über Jahrzehnte kaum verändert wurde. Heute wird er, etwa bei Sebago, oft mit dickerer Sohle hergestellt und so bewusst auch für die Wintermonate einsetzbar. Dadurch verliert der Segelschuh sein streng elitäres Image und wirkt moderner, ohne seine Geschichte abzulegen.
Foto: Privat
Rugby-Shirts gehören zu den deutlichsten sportlichen Zitaten dieser Saison. Ihr Ursprung liegt im britischen Schul- und Universitätssport des 19. Jahrhunderts, wo sie als robuste Trikots für einen sehr physischen Sport konzipiert wurden. Im Winter 2025 werden sie oversized, gelayert und unter Barn-Jackets getragen. Der sportliche Kontext bleibt sichtbar, wird aber bewusst in den Alltag übersetzt.
Auch Varsity Jackets sind wieder verstärkt zu sehen. Sie stammen aus dem amerikanischen Schul- und Universitätssport des späten 19. Jahrhunderts, wo sie zunächst als schwere Wollpullover mit aufgenähtem Buchstaben getragen wurden. Erst in den 1930er-Jahren entwickelte sich daraus die bekannte Jacke mit Wollkörper und Lederärmeln, die zunehmend auch außerhalb des Spielfelds getragen wurde. Heute tauchen Varsity Jackets überall im Straßenbild auf, in unterschiedlichen Farbkombinationen und gestylt zu allem von Mini-Rock zu Abendkleid.
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Loafer sieht man derzeit fast überall, zur Jeans, mit weißen Söckchen oder zum Hosenanzug. Ihren Durchbruch hatten sie im amerikanischen Hochschulkontext, wo Studierende sie wegen ihrer Bequemlichkeit mit oder ohne Socken trugen. Besonders der Penny Loafer prägte den Stil: Einer verbreiteten, wenn auch umstrittenen Theorie zufolge steckten Studierende Münzen in den Schlitz auf dem Spann – als Glücksbringer oder für den Notfall. Von dort aus wurden Loafer Teil des Preppy-Alltags rund um Schule, Universität und Clubleben. In heutigen Kombinationen wirken sie weniger formell, aber genauso chic.
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