Weleda steht seit über 100 Jahren für hochwertige Naturkosmetik und anthroposophische Medizin – eine Lehre, die Körper, Geist und Seele als Einheit begreift. Inmitten von Heilpflanzen begegnen wir vier Frauen, die mit weiblicher Stärke, wissenschaftlicher Expertise, tiefem Verständnis für natürliche Prozesse und ohne Hokuspokus die Marke prägen.
Früher waren sie als Veledas bekannt – die weisen Frauen, heilkundig, verbunden mit Natur und Geist. Heute begegnen sie uns nicht in langen Gewändern oder zwischen mystischen Nebeln, sondern in Kitteln, Blazern oder Outdoorjacken sowie mit einer klaren Haltung und Vision. Ich frage mich: Wer sind die modernen Veledas? Wer sind die Frauen, die das Wissen, die Vision und die Kraft von Weleda tragen?
Die Reise beginnt bei den Wurzeln der Marke: Ich befinde mich im Heilpflanzengarten in Schwäbisch Gmünd – einer von sechs Weleda Gärten weltweit. Zwischen Stauden, Bienenstöcken und Blüten begebe ich mich auf einen Spaziergang durch die Welt von Weleda. Hier lerne ich die Frauen kennen, die mit Wissen und Intuition, die Zukunft von Gesundheit und Schönheit nachhaltig mitgestalten.
Aber erstmal zurück auf Anfang. Und zwar sehr weit zurück ins das Jahr 1907, als Frauen in Vorlesungssälen noch eine Seltenheit waren, begann Ita Wegmann ihr Medizinstudium in der Schweiz. Eine beachtliche Leistung, denn für Frauen war das damals keine Selbstverständlichkeit.
Mit ihrem Gespür für Heilpflanzen und neugierigen Blick in medizinische Praktiken legte sie das Fundament für eine neue Denkweise: die anthroposophische Medizin. Die von Rudolf Steiner begründete Heilkunde der Anthroposophie betrachtet den Menschen als Ganzes und fördert ein gesundes Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele.
1917 entwickelte die Gynäkologin Wegmann eine (bis heute zugelassene) Krebstherapie aus dem Extrakt der Pflanze, die wir auch als Weihnachtsdekoration kennen: Die Mistel. Und das alles noch bevor Frauen wählen durften oder die Antibabypille auf den Markt kam. Wenig später gründete sie gemeinsam mit Steiner und Chemiker Oskar Schmiedel eine Marke, die heute weltweit für natürliche Schönheit und Heilkunst mit anthroposophischem Hintergrund steht: Weleda. „Sie hatten damals eine visionäre Idee, was Gesundheit, Schönheit und Medizin sein könnten“, erzählt Dr. Astrid Sprenger bei unserem Spaziergang durch den größten biodynamischen Heilpflanzengarten Europas.
Zwischen Rosen, Edelweiß und geheimnisvollen Blüten, deren Namen ich weder kenne noch aussprechen könnte, führt mich Dr. Astrid Sprenger an einem warmen, sonnigen Juni-Tag geduldig durch das grüne Herz der Marke. Sprenger ist Biologin, promovierte Agrarwissenschaftlerin, die Leiterin des Weleda-Gartens und unsere heutige Wegbegleiterin. Während wir an zahlreichen Heilpflanzen vorbeischlendern, teilt sie ganz nebenbei die kleinen Wunder der Natur: Hypericum perforatum klingt für mich wie ein Zauberspruch, steht aber einfach für Johanniskraut. Die gelbe Pflanze sondert eine rote Flüssigkeit ab und wird traditionell zur Sommersonnenwende geerntet. Erdbeeren, erklärt sie weiter, seien gut für Leber und Blut, während Gold und Rosen das Herz unterstützen.
Welche die beeindruckendste Pflanze in ihrem Garten sei, möchte ich wissen. „Die Eselsdistel“, antwortet Sprenger ohne zu zögern. Und das deckt sich mit meiner Wahrnehmung: Die imposante Pflanze hatte auch mir neben den kleinen Stauden und Kräutern imponiert. Was sie so faszinierend macht, sei aber nicht nur ihre Größe. Sie übertrage die Stärke und Individualität, für die eine jede Pflanze steht, so mühelos, erzählt Sprenger. Während sie in alten Überlieferungen als natürlicher Schutz gegen böse Geister verehrt wurde, macht sie ihre Fähigkeit, in den unterschiedlichsten Umgebungen zu gedeihen, heute zum Sinnbild der Resilienz.
Dass auch die kleinen Pflanzen durchaus beeindrucken können zeigt beispielsweise die Calendula (auch bekannt als Ringelblume). Rund 2,5 Tonnen Calendulablüten pro Jahr werden im Weleda Garten in Schwäbisch Gmünd von Hand geerntet. Sie ist sowohl in der Naturmedizin als wundheilungsfördernde Kraft ein Klassiker, als auch in der Hautpflege ein Star und fester Bestandteil der Weleda Gesichtscreme „Skin Food“.
Alle, die schon einmal die wohl bekannteste Weleda-Creme geöffnet haben, wissen um ihre fast magischen Pflegefähigkeiten. Man sagt, dass Hollywood und Show-Biz-Größen wie Gwyneth Paltrow oder Victoria Beckham auf sie schwören und Bella Hadid angeblich auf acht Tuben im Monat (!) komme. Doch was ist das Geheimnis hinter dieser Kultcreme? Die Antwort liegt, wenig überraschend, nicht nur in den Heilpflanzen, sondern tief in der Philosophie des gesamten Prozesses. Denn genau dort trifft Wissenschaft auf Anthroposophie. „Mindestens die Hälfte der Magie entsteht durch die Technik des Mischens und Extrahierens“, erzählt eine Weleda-Mitarbeiterin. Und das sei pures Wissen, so Dr. Elisabeth Poppe. Sie leitet bei Weleda den Bereich Forschung und Entwicklung und kennt die Rezepturen bis ins kleinste Molekül.
Bei Skin Food stehen Pflanzen mit großer Heilkraft im Mittelpunkt: Calendula, Kamille und wildes Stiefmütterchen. Dazu kommen Bienenwachs, Mandelöl, Sonnenblumenöl und das wachsartige Gold der Originalversion: Wollfett, das dem Lipidfilm der menschlichen Haut fast täuschend ähnlich ist und die Creme so reichhaltig macht. Andere Versionen benötigen jedoch andere Formulierungen. Und so komponiert das Team um Dr. Elisabeth Poppe die natürlichen Zutaten für jedes Produkt neu.
Wissenserwerb macht hungrig und so treffen wir uns zum Lunch mit Weleda CEO Tina Müller. Mit ihr steht nicht nur irgendeine Managerin an der Spitze der Naturkosmetik-Firma und den anthroposophischen Arzneimitteln, sondern eine international profilierte Visionärin. Zwischen vegetarischen Gerichten mit Calendula-Garnitur und inspirierenden Gedanken zeigt sich: Müller lenkt nicht nur die Geschicke des Unternehmens, sie hat auch eine klare Message an andere Frauen.
„Abwarten ist keine Strategie. Wer beruflich etwas bewegen will, muss es einfach machen auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Wir Frauen müssen uns öfter trauen, sichtbar zu sein, Chancen zu ergreifen, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb ist mir Sisterhood so wichtig: Netzwerke unter Frauen, die sich stärken, sich gegenseitig einbringen, Türen öffnen. Und noch etwas: Wir müssen aufhören, an uns zu zweifeln. Statt ständig mit den eigenen Kompetenzen zu hadern, lieber das eigene Profil schärfen. Zeigen, wofür wir stehen. Personal Branding ist keine Eitelkeit. Es ist Führung und bringt Frauen voran.“
Fazit? Die Zukunft von Weleda ist weiblich, ganzheitlich und voller Visionen.
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