Hautpflege war lange eine Frage der richtigen Produkte. Inzwischen wird sie immer mehr zu einer Frage der richtigen Ernährung. Skincare Food ist das Schlagwort und auch wenn es nach einem Trend klingt, steckt dahinter ein ziemlich logischer Gedanke. Die Haut ist ein Organ und Organe funktionieren in erster Linie über das, was wir ihnen zuführen.
Unsere Haut ist nicht nur das größte Organ, sondern auch erstaunlich ehrlich. Sie verzeiht viel, aber sie vergisst nicht. Eine Ernährung, die hauptsächlich aus Zucker, stark verarbeiteten Lebensmitteln und schnellen Kohlenhydraten besteht, hinterlässt Spuren – vielleicht nicht sofort, aber schleichend. Der Teint wirkt fahler, die Haut unruhiger, kleine Entzündungen und Pickel werden schneller sichtbar und sind hartnäckiger. Das liegt unter anderem daran, dass hochverarbeitete Lebensmittel Prozesse im Körper anfeuern, die man beim Essen so nicht bemerkt. Es ist ein bisschen wie bei einer Pflanze: Man kann sie noch so oft von außen mit Wasser besprühen, wenn es an der Wurzel schon hapert, wird sie trotzdem nicht richtig aufblühen.
Der Darm ist so etwas wie der heimliche Bodyguard der Haut. Was dort passiert, wird im Gesicht sichtbar und das oft gnadenlos. Der Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und schöner Haut ist kein Wellness-Mythos, sondern ziemlich gut erklärbar. Im Darm sitzt ein riesiger Teil unseres Immunsystems. Billionen von Bakterien sind dort zuhause und diese Bakterien entscheiden darüber, ob Prozesse im Körper eher entzündungsfördernd oder entzündungshemmend ablaufen. Gerät dieses empfindliche Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, etwa durch viel Zucker, Alkohol, stark verarbeitete Lebensmittel oder Dauerstress, kann die Darmbarriere durchlässiger werden (Leaky Gut).
Vereinfacht gesagt: Stoffe, die dort nichts zu suchen haben, gelangen ins Blut, das Immunsystem reagiert darauf und nicht selten zeigt sich das über die Haut. Sie wirkt unruhig, ist sensibler und neigt zu Unreinheiten oder Rötungen. Eine ballaststoff- und vitaminreiche, vielfältige Ernährung mit fermentierten Lebensmitteln sorgt dafür, dass Entzündungen gedämpft werden und Nährstoffe da ankommen, wo sie sollen. Eine strahlende Haut ist oft weniger ein kosmetischer Erfolg als ein stiller Beweis dafür, dass im Darm gerade ziemlich gute Arbeit geleistet wird. Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle: Akne zählt nicht dazu. Die Hauterkrankung hat einen viel tieferen Ursprung, sollte ärztlich abgeklärt werden und kann auch bei einem gesunden, vitalen Darm auftreten.
Foto: Fernanda Martinez/Unsplash
Unsere Haut besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus Lipiden, also Fetten, die wie eine Art natürlicher Schutzfilm funktionieren. Diese Hautbarriere ist wie ein Schutzschild und hält Feuchtigkeit gekonnt drinnen. Schädliche Einflüsse haben gegen eine starke Barriere keine Chance. Fehlt es allerdings an den richtigen Fettsäuren, wird diese Barriere löchrig: Die Haut verliert Wasser, wirkt trocken, fahl, manchmal sogar schuppig und genau dieser matte Eindruck ist das Gegenteil von einem schönen, gesunden und natürlichen Glow. Besonders wichtig sind Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken entzündungshemmend, was sich direkt auf das Hautbild auswirken kann: weniger Rötungen, weniger Unruhe, insgesamt ein klarerer Teint. Gleichzeitig sorgen Fette dafür, dass fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K überhaupt aufgenommen werden können, also genau jene Power-Stoffe, die für Zellschutz, Regeneration und Spannkraft zuständig sind. Gut genährte Haut reflektiert Licht gleichmäßiger, wirkt praller und glatter. Dieser berühmte Glow ist also nicht nur eine Sache von richtiger Skincare, sondern ganz konkret auch das Ergebnis einer stabilen, gut versorgten Lipidschicht. Oder anders gesagt: Wer aus Angst vor Fett am Essen spart, spart oft unbemerkt auch am eigenen Glow.
In unserem Alltag sind wir nonstop unzähligen Einflüssen und freien Radikalen ausgesetzt. Sie entstehen zum Beispiel durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung, Stress und Schlafmangel. Diese freien Radikale sind hochreaktiv und greifen Zellstrukturen an, darunter auch Kollagen und Elastin, also genau die Bausteine, die unsere Haut straff und elastisch halten. Antioxidantien, reichlich enthalten in Beeren, grünem Gemüse und Nüssen, neutralisieren diese aggressiven Einflüsse, bevor sie größeren Schaden anrichten können.
Das ist kein sofort sichtbarer Effekt wie nach einer Feuchtigkeitscreme, sondern eher eine langfristige Stabilisierung. Die Haut altert langsamer, bleibt gleichmäßiger und wirkt weniger gestresst. Natürlich braucht es unterstützend die richtige Skincare und vor allem einen ausreichenden Schutz durch SPF in der Tagespflege (bitte das ganze Jahr über). Antioxidantien in Lebensmitteln an sich sorgen nicht unbedingt dafür, dass die Haut plötzlich mit der Sonne um die Wette strahlt. Sie verhindern vielmehr, dass sie ihren Glanz verliert. In einer Welt voller Reize funktionieren sie damit weniger als Beauty-Gimmick, sondern vielmehr als eine Art tägliche Schadensbegrenzung auf Zellebene.
Alles, was wir an schöner Haut bewundern, basiert auf Struktur. Und diese Struktur besteht zu einem großen Teil aus Eiweiß. Kollagen und Elastin sind die beiden entscheidenden Proteine für Spannkraft und Elastizität. Sie werden ständig im Körper auf- und abgebaut. Damit dieser Prozess reibungslos funktioniert, braucht der Körper ausreichend Aminosäuren – also die Bausteine von Proteinen. Fehlt es daran, wird die Haut nicht sofort dramatisch schlechter, aber sie verliert an Substanz. Sie wirkt dünner, regeneriert sich deutlich langsamer und kleine Entzündungen heilen schlechter ab. Der berühmte Glow weicht dann oft einer gewissen Müdigkeit. Dazu kommt: Proteine sind auch wichtig für die Reparaturprozesse im Körper. Ohne ausreichend Eiweiß laufen diese Prozesse auf Sparflamme.
Es geht nicht nur um Mengen, sondern auch um Qualität. Hochwertige Eiweißquellen, ob pflanzlich aus Hülsenfrüchten und Nüssen oder tierisch aus Fisch, Eiern und Milchprodukten, liefern unterschiedliche Aminosäurenprofile. Je vielfältiger die Versorgung, desto besser kann der Körper daraus genau die Strukturen bauen, die er braucht. Man könnte also sagen, während Vitamine und Antioxidantien die Haut schützen, liefern Proteine das Baumaterial. Kein Eiweiß, kein Fundament und ohne Fundament kein wunderschöner Glow.
Foto: Kateryna Hliznitsova/Unsplash
Walnüsse und Cashewnüsse sind kleine kompakte Fettpakete mit großer Wirkung. Sie liefern gesunde Fettsäuren, Vitamin B5, Magnesium, Kalium, Eisen und Zink – eine Kombination, die die Hautbarriere stärkt, vor oxidativem Stress schützt und dafür sorgt, dass die Haut geschmeidig und schön bleibt. Außerdem sind gerade Walnüsse kleine Gehirn-Booster.
Gerade rote Paprika sind reich an Vitamin C und auch Tomaten enthalten ebenfalls jede Menge Vitamin C, aber auch Kalium, Calcium, Magnesium und Selen. Karotten sind voll mit wertvollem Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A (Retinol) und das sorgt für einen strahlenden Teint mit Anti-Aging-Effekt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Karotten mit Fett wie etwa Lein- oder Olivenöl verzehrt werden müssen, um die optimale Wirkung zu erzielen.
Spinat, Grünkohl, Rucola und Kohl generell sind so etwas wie die Grundversorgung für Glowy Haut. Reich an Vitamin A und E, Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen sorgt es dafür, dass der Körper überhaupt in der Lage ist, Hautzellen effizient zu erneuern und dauerhaft zu reparieren.
Johannisbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren oder Erdbeeren wirken wie ein Schutzschild von innen. Vollgepackt mit Antioxidantien und Vitamin C helfen sie dabei, freie Radikale abzufangen. Das Ergebnis ist eine Haut, die entspannt, klar und ebenmäßig bleibt.
Insbesondere hochwertige Pflanzenöle wie Oliven-, Lein- oder Walnussöl liefern essenzielle Fettsäuren und sind zentral für eine intakte, elastische Haut. Auch Avocado, Leinsamen und Chiasamen sind Omega-3-Bomben. Wer Fisch isst, findet in Lachs, Hering und Sardinen ebenfalls gesunde Fette.
Linsen, Kichererbsen und Bohnen jeglicher Art liefern jede Menge Eiweiß, Ballaststoffe und Zink. Eiweiß ist entscheidend für die Struktur der Haut, Ballaststoffe wiederum unterstützen den Darm und damit indirekt das Hautbild. Zink kommt dem Immunsystem enorm zugute.
Zitronen, Orangen, Grapefruits und Mandarinen sind reich an Vitamin C und stärken somit das Immunsystem und unterstützen die Zellerneuerung. Vitamin C ist außerdem entscheidend für die Kollagenbildung – also für Spannkraft und Festigkeit der Haut.
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